Große Verluste für Bitcoin

Ripple überholt Ethereum

2017 war ein äußerst erfolgreiches Jahr für Kryptowährungen. Im Schatten von Bitcoins erzielten auch andere Digitalwährungen wie Ethereum oder Ripple große Erfolge. Anfang 2018 folgte dann jedoch ein großer Kursabsturz. Allein Bitcoin verlor seit Januar mehr als 70 Prozent seines Werts. In den letzten Tagen kam dann nochmals ein Verlust um ein Viertel dazu. Derzeit ist ein Bitcoin etwa 3.885 Euro wert. Zuletzt lag der Preis für einen Bitcoins im Herbst 2017 bei unter 5.000 Dollar. Die Stimmung an den Kryptomärkten ist wohl derzeit eher pessimistisch und zahlreiche Meldungen könnten zu weiteren Verkäufen beitragen, die die Preise weiter fallen lassen.

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Verluste seit vergangener Woche

Zu Beginn der vergangenen Wochen lag der Preis für einen Bitcoin noch bei rund 6.300 Dollar. Bis zum Anfang dieser Woche ging es dann auf 4.300 Dollar nach unten. Auch am klassischen Finanzmarkt mussten die Anleger in dieser Woche deutliche Verluste hinnehmen. Der DAX fiel auf seinen schwächsten Stand seit zwei Jahren. Mitte der vergangenen Woche betrug der Verlust des Bitcoins 13 Prozent. Damit war mit 5.544 Dollar der bis dahin schwächste Wert in diesem Jahr erreicht. In den folgenden Tagen kamen weitere Verluste hinzu. Ethereum verlor mit einem Kursrückgang von 18 Prozent ebenfalls deutlich.

Investments in sicherere Anlagen

Derzeit kann über die Hintergründe des Kursrutsches nur spekuliert werden. Eine Erklärung findet Demelza Hays von der Universität Liechtenstein. So würden sich private Investoren aufgrund der steigenden Zinsen in den USA eher als sicherer geltenden Anlagen zuwenden und auch bei Sparguthaben wieder auf Renditen hoffen. Anleger, die mit automatischen Handelssystemen arbeiten, haben diese so eingestellt, dass bei einem Kursrückgang unter ein bestimmtes Niveau alle Bitcoins verkauft werden, damit weitere Verluste vermieden werden. Auch diese automatischen Verkäufe könnten ihren Teil zum Kursabsturz beigetragen haben.

Streit in der Kryptoszene

Eine Ursache für die Kursverluste spielt sich zurzeit wohl innerhalb der Kryptoszene selbst ab. Dort gibt es gerade einen Disput zwischen Craig Wright und Roger Ver mit gegenseitigen Drohungen, der an die Öffentlichkeit gelangt ist. Wright stammt aus Australien und behaupte, Bitcoins erfunden zu haben. Hierfür gibt es jedoch keine Belege. Streit innerhalb der Kryptoszene ist nicht ungewöhnlich. Im letzten Jahr führte solche Diskussion zu zwei Abspaltungen von Bitcoin, aus denen Bitcoin Cash und Bitcoin Gold hervorgingen.

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Ausrichtung von Bitcoin Cash

Wright und Ver haben nun wohl unterschiedliche Auffassungen darüber, wie es mit Bitcoin Cash weitergehen soll. Das vorläufige Ergebnis des Streits ist die Aufspaltung der Kryptowährung in Bitcoin Cash ABC und Bitcoin Cash SV. Daraus ist ein Machtkampf darüber entstanden, welche der beiden neuen Kryptowährungen sich nun dauerhaft durchsetzen kann.

Hier kommt dem Mining eine wichtige Aufgabe zu, doch derzeit haben auch Miner mit der aktuellen Situation zu kämpfen. Sie machen Verluste, wenn sie ihre Rechenleistung der Konkurrenz-Währung zur Verfügung stellen. Zudem sind die Kosten für Technik und Strom mittlerweile sehr hoch. Ein weiterer Faktor ist, dass die erzeugten Coins selbst weniger wert sind. Viele Miner entscheiden sich daher, einen Teil ihrer Bitcoins zu verkaufen, um ihre Verluste auszugleichen. Auch diese Verkäufe tragen zu sinkenden Kursen bei.

Volatilität ging 2018 deutlich zurück

Die genannte Hintergründe sind derzeit allerdings eher Spekulation. Noch vor einigen Wochen waren viele Beobachter der Ansicht, die gesunkenen Kurse sowie die nachlassende Volatilität bei Bitcoins habe zur Stabilisierung der Kryptowährung beigetragen. Dies könnte vermehrt institutionelle Investoren dazu veranlassen, auf dem Kryptomarkt aktiv zu werden. Im Übrigen gab es auch aus charttechnischer Sicht keine Anzeichen für einen bevorstehenden Kursrückgang.

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Interesse an Blockchain könnte abnehmen

Nicht nur bei Kryptowährungen, sondern auch rund um die Blockchain-Technologie scheint es gerade Schwierigkeiten zu geben. Noch vor einigen Monaten war das Interesse aus der Wirtschaft an der innovativen Technologie groß. Zahlreiche Unternehmen begannen, mit der Blockchain zu experimentieren. Möglicherweise geht nun auch hier das Interesse zurück. Beispielsweise gab kürzlich der Grafikkartenhersteller Nvidia bekannt, dass die Nachfrage nach Grafikkarten für das Mining sinkt. Das Unternehmen musste seine Umsatzprognose nach unten korrigieren, woraufhin der Aktienkurs von Nvidia sank.

Bitcoin-ETF könnte Kurse steigen lassen

Lange waren auch mit der Einführung eines Bitcoin-ETFs in den USA große Hoffnungen verbunden. Man ging davon aus, dass ein solches Finanzinstrument steigende Kurse zur Folge haben wird. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat bislang alle Anträge auf einen Bitcoin-ETF abgelehnt. Die Entscheidung über einen Antrag von VanEck und SolidX, der auch von der CBOE unterstützt wird, steht weiterhin aus. Diesem Antrag wurde bislang die größte Chance auf eine Genehmigung gegeben. Noch scheinen jedoch die Bedenken der Behörde zu groß für eine Zulassung zu sein. Darüber hinaus wurden nicht nur in den USA in diesem Jahr die Vorgaben für den Kryptohandel verschärft. Unter anderem müssen in Europa Kryptobörsen nun die Identität ihrer Kunden kennen. Den Börsen wurden damit ähnliche Vorgaben auferlegt wie Banken.

Weiter Hoffnung auf Kursanstieg

Die Hoffnung auf steigende Kurse haben viele Anleger und Experten jedoch noch nicht aufgegeben. Die Situation kann sich vor allem bei Bitcoin rasch wieder ändern. So gehen weiterhin einige Beobachter davon aus, dass die Einführung eines Bitcoin-ETFs früher oder später Realität wird. Danach würden wohl die Kurse wieder ansteigen. Wenn große Unternehmen ihre Bemühungen im Bereich der Blockchain weiter ausbauen, wäre dies ebenfalls eine Unterstützung für die Kurse von Kryptowährungen.

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Gerichtsurteil aus Berlin positiv aufgenommen

Aus Berlin kam kürzlich eine gute Nachricht mit Blick auf den Handel mit Kryptowährungen. Das Kammergericht Berlin entschied, dass die BaFin voreilig entschieden habe, dass Kryptowährungen eine Rechnungseinheit nach dem Kreditwesengesetz seien. Das Gericht kam zu der Auffassung, dass Kryptowährungen keine klassischen Zahlungsmittel sind und das der Handel mit diesen somit nicht strafbar ist.

Die bekannteste Krypto-Handelsplattform in Deutschland, Bitcoin.de, reagierte auf das Urteil sehr positiv und kann sich sogar vorstellen, Geldautomaten für Bitcoins aufzustellen. Da Bitcoin.de kürzlich eine Bank übernahm und so in den Besitz einer Bankenlizenz kam, könnte die Handelsplattform bald auch weitere Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Bakkt muss Start bis Januar verschieben

Eine für viele Anleger wohl besonders enttäuschende Nachricht kam nur wenige Tage vor dem Beginn der Abwärtsbewegung von Bitcoins von Bakkt. Die mit Spannung erwartete Kryptobörse, die auch Bitcoin-Futures anbieten will, muss ihren Handelsstart vom 12. Dezember 2018 auf den 24. Januar 2019 verschieben.

Auch Bakkt wird zugetraut, dass mit dem Start der neuen Plattform die Kurse steigen und die Liquidität am Markt erhöht wird. Letztere ging wohl in den letzten Tagen ebenfalls zurück. Das Engagement von Unternehmen wie Fidelity oder der Intercontinenal Exchange, die hinter Bakkt steht, könnte dafür sorgen, dass frisches Kapital auf den Markt gelangt. Über diese Angebote könnten auch institutionelle Anleger einen sicheren Zugang zum Kryptomarkt erhalten.

Auch wenn nur wenige Tage nach der Ankündigung von Bakkt der Bitcoin-Preis auf 4.050 Dollar fiel, war auch diese Nachricht allein wohl nicht die Ursache für den enormen Kursrückgang der letzten Tage. Die Börse gab zudem an, dass die Verschiebung aufgrund der großen Nachfrage durch US-Investoren zu begründen ist.

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Bitcoin seit Jahren anfällig für Schwankungen

Volatilität ist bei Kryptowährungen im Allgemeinen und bei Bitcoin im Besonderen kein ungewöhnliches Phänomen. Schwankungen begleiten Bitcoin seit den Anfangsjahren. In diesem Jahr ließ die Schwankungsanfälligkeit deutlich nach, was als Zeichen einer Stabilisierung gedeutet wurde. In den letzten Jahren waren jedoch auch Verluste von mehr als 85 Prozent nicht ungewöhnlich. All diese Rückschläge verkraftete Bitcoin bislang sehr gut und kam oft sogar gestärkt aus einer schwächeren Phase hervor.

Fazit: Zahlreiche Gründe für Verluste bei Bitcoin

Bitcoin erlebte 2017 ein absolutes Rekordjahr. Anfang 2018 fielen dann jedoch die Kurse. Seit Jahresbeginn ging es für Bitcoins um 75 Prozent nach unten. In den letzten Tagen kamen nochmals hohe Verluste hinzu. Seit Beginn der Vorwoche verlor Bitcoin nochmals ein Viertel seines Werts. Die Gründe für den jüngsten Kursrückgang sind vielfältig und teilweise womöglich nur Spekulation.

Nur wenige Tage vor dem aktuellen Kursabsturz musste die neue Kryptobörse Bakkt vermelden, dass sie erst am 24. Januar 2019 ihre Arbeit aufnehmen kann. Zuvor war der Handelsstart für den 12. Dezember 2018 geplant. Der Grund ist wohl die große Nachfrage von Investoren aus den USA. Zudem gibt es innerhalb der Kryptoszene Streit um die Zukunft von Bitcoin Cash. Die Kryptowährungen wurde daraufhin in zwei neue Währungen aufgespalten. Darüber hinaus läuft es auch am traditionellen Finanzmarkt derzeit nicht allzu gut. Der DAX verlor in dieser Woche ebenfalls deutlich. Möglicherweise wenden sich Anleger nun wieder verstärkt als sicherer geltenden Anlagen zu, vor allem in den USA, wo weiterhin die Zinsen steigen.

Viele Anleger und Beobachter haben jedoch die Hoffnung auf steigende Kurse noch nicht aufgegeben. Bakkt oder die Einführung eines Bitcoin-ETFs könnten die Situation schnell verändern. Zudem sind derartige Kursschwankungen bei Bitcoin nicht ungewöhnlich, auch wenn die Volatilität in diesem Jahr deutlich abnahm. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu hohen Verlusten. Die Kryptowährung hat jedoch in den letzten zehn Jahren alle Schwächephasen sehr gut überstanden und ging oft sogar gestärkt aus diesen hervor.

Ripple überholt Ethereum

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