SEC lehnt Bitcoin-ETFs erneut ab

September 4, 2018 8:26 pm

Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hat erneut neun Anträge auf die Zulassung eines Bitcoin-ETFs abgelehnt. Betroffen waren die Anträge dreier Unternehmen. Die Behörde sah wohl ihre Vorgaben nicht ausreichend erfüllt. Zudem hat die SEC weiterhin Sicherheitsbedenken. Allerdings steht noch eine Entscheidung aus, die durchaus positiv ausgehen könnte. Diese betrifft den Antragen von VanEck und SolidX.
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Anträge von drei Anbietern eingereicht

Mittlerweile wird seit einigen Jahren versucht, einen Bitcoin-ETF auf den US-Markt zu bringen.  In Europa gibt es ebenfalls noch kein vergleichbares Handelsinstrument. Immer wieder gehen entsprechende Anträge mit unterschiedlichen Konzepten bei der SEC ein, doch bislang hat die Behörde alle Anfragen abgelehnt.
Bei den nun abgelehnten Anträgen handelt es sich um insgesamt neun ETF-Vorschläge der Anbieter ProShares, GraniteShares und Direxion. Die Fonds sollten alle auf den Bitcoin-Futures basieren, die bereits seit fast einem Jahr an den beiden großen amerikanischen Optionsbörsen CBOE und CME gehandelt werden. Der bekannte ETF-Anbieter ProShares hatte in Zusammenarbeit mit der NYSE ebenso zwei Anträge eingereicht wie Granite Shares. Direxion beantragte fünf gehebelte ETFs. Die Entscheidung hierüber sollte ursprünglich schon Ende Juli fallen, wurde aber vertagt.

ETFs über Bitcoin-Futures berechnet

Der Wert der ETFs sollte über die Bitcoin-Futures bestimmt werden. Eine Argumentation der SEC bei der Ablehnung der Anträge war allerdings, dass beide Börsen, an denen diese handelbar sind, keine ausreichenden Informationen über die Identität der Marktteilnehmer gegeben hätten. Die Behörde sieht die Spot- und Derivatemärkte für Bitcoins weiterhin als unreguliert an. Allerdings ist es für die Behörde wohl wichtig, die Marktteilnehmer zu kennen, denn dort findet ihrer Auffassung nach ein großer Teil des Handels mit Bitcoins statt. Die SEC ist zudem der Ansicht, dass ein großer Teil des Handels nicht an den Futures-Märkten, sondern an unregulierten Handelsplätzen in Übersee stattfindet.

Kleinanleger schützen

Die SEC will Betrug und Manipulation verhindern und vor allem Kleinanleger schützen. Mit einer ähnlichen Begründung wurde auch im Juli ein weiterer Antrag der Winklevoss-Zwillinge auf ein Bitcoin-ETF abgelehnt. Die SEC betonte in diesem Zusammenhang auch vor einigen Wochen, dass sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Bitcoin-Märkte habe. Da die erneute Ablehnung der Anträge auf einen Bitcoin-ETF nicht überraschend kam und die Behörde nicht zum ersten Mal auf diese Weise reagiert, kam es an den Kryptomärkten in der Folge nicht zu großen Kursverlusten, dennoch verloren die meisten Kryptowährungen zunächst.
Die amerikanische Börsenaufsicht betonte bei ihrer Begründung zur Ablehnung, dass die Ablehnung eines Bitcoin-ETFs keine Entscheidung gegen Bitcoins selbst sei. Die Ablehnung basiere nicht auf einer Bewertung, ob Bitcoins oder die Blockchain-Technologie im Allgemeinen nützlich sei oder einen Wert als Innovation oder Investition habe.

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Genehmigung weiterhin möglich

Auch diese Formulierung könnte ein Hinweis darauf sein, dass ein Bitcoin-ETF durchaus genehmigt werden könnte, wenn er die Vorgaben der SEC erfüllt. Diese richten sich vor allem an die Sicherheit aller Marktteilnehmer. Dem derzeit noch offenen Antrag von VanEck und SolidX, der auch von der CBOE unterstützt wird, werden daher weiterhin gute Chancen eingeräumt. Derzeit geht man davon aus, dass eine Entscheidung hierzu Ende September fällt. Dieser ETF soll nicht auf den Bitcoin-Futures basieren, sondern auf Bitcoins selbst. Auch andere Kryptowährungen sollte miteinbezogen werden. Zudem soll der ETF über eine Versicherung abgesichert sein. Eine entscheidende Frage könnte sein, wie die Coins der Kryptowährungen sicher aufbewahrt werden.

Diskussion über Nutzen von Bitcoin-ETFs

In der Krypto-Szene wird derzeit diskutiert, ob ein ETF auf Bitcoins oder eine andere Kryptowährung überhaupt sinnvoll ist, denn auch ohne dieses Finanzinstrument entwickelt sich vor allem Bitcoin immer weiter und erfährt zunehmend Akzeptanz. Allerdings sind viele Beobachter weiterhin der Auffassung, dass ein Bitcoin-ETF vor allem für institutionelle Anleger einen großen Vorteil darstellt. Sie könnten über ein etabliertes Finanzinstrument über regulierte Börsen in den Handel mit Bitcoins einsteigen. Zudem ist der Markt ausreichend liquide.
Darüber hinaus sind ETFs auch bei Privatanlegern sehr beliebt. Diese könnten so ebenfalls eine sichere Möglichkeit zum Handel mit Bitcoins erhalten. Auch für eher konservative Anleger könnten Bitcoin-ETFs ein geeignetes Anlageinstrument sein. Der Kryptomarkt könnte zudem einen weiteren Schub erhalten, sobald institutionelles Geld auf den Markt gelangt.

Hohe Anforderungen an ETFs

Die SEC stellt hohe Anforderungen an einen Bitcoin-ETF. In einen Brief an Paul Stevens vom Investment Company Institute und Timothy W. Cameron von der Securities Industry and Financial Markets Association beschrieb die SEC im Januar ihre Vorgaben genauer. Fünf zentrale Punkte spielen für die Behörde einen Rolle. Diese sind Bewertung, Liquidität, Verwahrung, Arbitrage und Manipulation.
ETFs müssen an jedem Geschäftstag neu bewertet werden. So wird täglich der Nettoinventarwert berechnet. Hier müssen Anbieter für einen Bitcoin-ETF sicherstellen, dass dies auch bei der hohen Volatilität von Kryptowährungen und der fehlenden Regulierung der Kryptomärkte möglich ist. Zudem müssen ETFs über ausreichend liquide Mittel verfügen, damit täglich Rückkäufe durchgeführt werden können. Anbieter müssen also sicherstellen, dass stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind.
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Passender Marktpreis und sichere Aufbewahrung

Eine weitere Frage betrifft die Verwahrung der Vermögenswerte, die ebenfalls durch den Anbieter gewährleistet sein muss. Bei dieser Frage spielen unter anderem Aspekte wie der Schutz vor Hackerangriffen eine Rolle. ETFs müssen einen Marktpreis aufweisen, der sich nicht deutlich von seinem Nettoinventarwert unterscheidet. ETF-Anbieter müssen daher auch mit Blick auf die Arbitrage einige Fragen klären. Auch hier spielt die Volatilität von Kryptowährungen eine Rolle.
Eine besonders wichtige Aufgabe von ETF-Anbietern wird der Schutz vor Manipulationen sein. Hier hat die Börsenaufsicht wohl die größten Bedenken. Da bislang regulierte Wertpapiermärkte mehr Wert aus Anlegerschutz legen als die Kryptomärkte, befürchtet die Börsenaufsicht, dass vor allem Kleinanleger nicht ausreichend vor Betrug und Manipulation geschützt sind.

Ablehnungen nochmals überprüfen

Die aktuellen Ablehnungen sollen von der SEC im Übrigen nochmals geprüft werden. Diese Nachricht kam durchaus überraschend und könnte einen Wendepunkt bei der SEC stellen sowie ein positives Signal in Richtung Kryptomarkt senden. Die SEC-Kommissarin Hester Pierce, die sich bereits bei der Ablehnung der Antrags der Winklevoss-Zwillinge im Juli positive für einen Bitcoin-ETF ausgesprochen hatte, kündigte dies bei Twitter an. Die betroffenen Personalbestellungen seinen bis zu einer weiteren Überprüfung ausgesetzt.
Sie erläuterte, dass es nicht unüblich ist, dass die SEC solche Entscheidungen an Mitarbeiter abgibt. Allerdings behält sich die SEC vor, dass jede Entscheidung nochmals geprüft werden kann; auch nach einer offiziellen Bekanntgabe. Hester Pierce vertritt die Auffassung, dass jeder Anleger selbst entscheiden sollte, ob er einen Bitcoin-ETF nutzen möchte oder ob er Bedenken hierbei hat.

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Genaue Überprüfung angekündigt

Die SEC-Kommissarin veröffentlichte zudem ein Schreiben an die New York Stock Exchange, in dem erläutert wird, dass die Jay Clayton, der Vorsitzende der SEC, gemeinsam mit assoziierten Kommissaren jeden Antrag genauestens prüfen wird. Man will so feststellen, ob die Mitarbeiter der SEC zu einer korrekten und fairen Entscheidung gekommen sind. In der veröffentlichten Kopie dieses Schreibens wird jedoch kein Datum oder Frist genannt, bis wann diese Überprüfung erfolgen wird.

Fazit: Amerikanische Börsenaufsicht hat weiterhin Bedenken hinsichtlich Bitcoin-ETF

Die US-Börsenaufsicht hat nun gleich neun Anträge auf einen Bitcoin-ETF abgelehnt. Diese kamen von den bekannten ETF-Anbietern ProShares, GraniteShares und Direxion. Direxion hatte gleich fünf Anträge auf gehebelte Bitcoin-ETFs gestellt. Nun ist noch ein Antrag offen, dem jedoch gute Chancen eingeräumt werden. Dieser stammt von VanEck und SolidX und ist im Gegensatz zu den nun abgelehnten ETFs nicht an Bitcoin-Futures gebunden, sondern direkt an Bitcoins. Dennoch hat dieser Antrag die Unterstützung der CBOE.
Die erneute Ablehnung der Bitcoin-ETFs begründet die Behörde mit Sicherheitsbedenken und dem Argument, dass die Kryptomärkte nicht reguliert seien. Erst vor wenigen Wochen hätte die SEC mit einer ähnlichen Begründung einen weiteren Antrag der Winklevoss-Zwillinge abgelehnt. Bei der jüngsten Ablehnung betonte die SEC allerdings, dass diese keine Entscheidung gegen Bitcoins selbst sei.
Ein Bitcoin-ETF könnte durchaus zugelassen werden, wenn die hohen Anforderungen der Behörde erfüllt werden. Die SEC hat hierzu einen Forderungskatalog mit fünf Aspekten, darunter Liquidität und sicherer Aufbewahrung der Vermögenswerte, erstellt. Die aktuellen Ablehnungen werden allerdings von der SEC nochmals überprüft. Diese Ankündigung war durchaus überraschend und kann als positives Signal an den Bitcoin-Markt gewertet werden. Da die Entscheidung der SEC nicht unbedingt überraschend war, da die Behörde in der Vergangenheit ähnlich agiert hat, kam es an den Kryptomärkten nicht zu größeren Kursverlusten.

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