Was ist Ripple? Das sollten Trader 2018 über die Kryptowährung wissen

Was ist Ripple?
Spätestens seit Ende 2016 informieren sich Trader und Investoren zunehmend über sogenannte Kryptowährungen. Im Gegensatz zu realen Devisen werden Transaktionen hiermit rein im Internet abgewickelt, selbst die Herstellung funktioniert nur online. Um solche digitalen Währungen entstand in den vergangenen Monaten ein regelrechter Hype, der heftige Renditen für viele Investoren zur Folge hat. Immer wieder kam es aber auch zu Kursverlusten, die von Anlegern unbedingt einzukalkulieren sind. Doch bevor vorschnell in den Ripple investiert wird, sollten sich Trader mit den Fragen „Was ist Ripple?“ und „Wie funktioniert Ripple?“ beschäftigen.

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Was ist Ripple – eine Übersicht

  • Ripple ist eine digitale Währung
  • Das Netzwerk wird unter anderem von Google Ventures finanziert
  • Zahlreiche, weitere Investoren haben sich schon an dem System beteiligt
  • Ripple basiert auf denselben Annahmen und Mechanismen wie herkömmliche Geldsysteme
  • Allerdings existiert dabei keine Zentralbank
  • Ripple Lab ist für die vollständige Entwicklung der Devise verantwortlich
  • In Zukunft sollen 55 Milliarden XRPs handelbar sein

Wie funktioniert Ripple?

Fast alle modernen Geldsysteme basieren auf drei wesentlichen Faktoren:

  • Vertrauen: Wer Geld auf ein Girokonto bei einer Bank einzahlt, der vertraut darauf, dass diese ihm das Geld letztlich auch wieder auf Wunsch aushändigt. Auch wenn digitale Transaktionen abgewickelt werden, muss das Vertrauen gegeben sein.
  • Bargeld: Wirklich angefasst werden kann nur das jeweilige Bargeld der Währung, nicht aber die Vermögen, die auf Girokonten an sich gespeichert werden.
  • Staatsanleihen: Der eigentlichen Geldmenge stehen fast immer Staatsanleihen im gleichen Wert gegenüber. Ohne diese würde das komplette Geldsystem nicht funktionieren können.
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Ripple orientiert sich bewusst an genau diesen drei Eckpfeilern, denn die modernen Geldsysteme funktionieren in der Praxis außerordentlich gut. Konkret werden im Netzwerk des Ripple Verbindlichkeiten zwischen Individuen und Institutionen in einem öffentlichen Register aufgezeichnet. Dieses wird wiederum im weltweiten Peer-to-Peer-Netzwerk von Computern gespeichert. Selbstverständlich müssen die entsprechenden Computer hierfür über die Ripple Server-Software verfügen.

Ähnlich wie im herkömmlichen Geldsystem auch, ist im Register durch sogenannte IOUs gespeichert, welche Person einer anderen Person wie viel Geld schuldet um umgekehrt. Somit besteht ein unausgeglichenes Saldo an IOS immer dann, wenn es private Verbindlichkeiten zwischen Individuen gibt.

Trader oder vielmehr Nutzer der Währung sollten dabei einen Spezialfall kennen: die sogenannten Ripple-Gateways. Sie können etablierte Zahlungsmittel – beispielsweise den Euro – annehmen und stellen im Gegenzug IOUs aus. Bei Bedarf ist es möglich diese IOUs jederzeit wieder einzulösen. Etwas anschaulicher gesprochen ähneln die Gateways damit modernen Banken. Allerdings sind die Verbindlichkeiten nicht in klassischen Büchern bei der Bank, sondern im gesamten Ripple-Register gespeichert.

Grundsätzlich wird der Begriff des Gateways nur für gewerbliche Anbieter verwendet, die IOUs ausstellen. Dennoch kann im Prinzip jeder private Nutzer, der ein Ripple-Konto hat, die Rolle eines solchen informellen Gateways übernehmen.

Fazit: Obwohl es sich bei Ripple um eine Kryptowährung handelt, basiert die digitale Devise doch auf den Grundannahmen moderner Geldsysteme. Begründet ist dies darin, dass eben diese Geldsysteme schon seit Jahrhunderten funktionieren. So sind die Grundpfeiler des Systems vor allem Vertrauen und Banken, wobei letztere als Gateways bezeichnet werden und vollkommen unabhängig sind.

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Was ist Ripple: so laufen Transaktionen ab

Gewisse Unterschiede zu herkömmlichen Zahlungsmitteln weist der Ripple dann aber doch auf:

  • Zahlungen: Sofern im System des Ripple Zahlungen stattfinden, werden die Verbindlichkeiten zwischen den beteiligten Individuen automatisch angepasst. Allerdings kann das System nicht dafür sorgen, dass Verbindlichkeiten auch wirklich durchgesetzt werden.
  • Vertrauen: Insofern ist es essenziell, dass die Ripple-Nutzer angeben, welchem Benutzer sie in welcher Höhe einer anderen Währung Vertrauen entgegenbringen. Denn dieser andere Nutzer müsste die gespeicherten IOUs auf Verlangen wieder herausgeben.

Hört sich komplex und in Teilen unlösbar an, denn nicht jeder Nutzer kennt den Gegenpart einer Transaktion und vertraut ihm. Auch hier bietet das System allerdings eine Lösung an. Automatisiert versucht Ripple, einen Pfad von direkten Vertrauensbeziehungen zwischen Personen zu bilden, die jeweils mit Sender und Empfänger verknüpft sind. Auf diese Weise „sickern“ (englisch to ripple) die Zahlungen nach und nach über vertrauenswürdige Kanäle bis zum Empfänger durch.

Dieses „Sickern“ läuft dank mondernster Computer-Technologien allerdings binnen weniger Sekunden bzw. Bruchteilen von Sekunden ab. Automatisiert verrechnet das Register alle Zahlungen miteinander. Einzelne Individuen können ihre Schulden von Zeit zu Zeit auch außerhalb des Systems miteinander verrechnen.

Darüber hinaus bietet das Ripple-System auch eine eigene Devisenbörse an, die ebenfalls rein virtueller Natur ist. Hier können IOUs des Ripple gegen IOUs anderer Währungen gehandelt werden. Auch diese Funktionalität hat das System wiederum in die aufgezeigten Vertrauenspfade integriert. Andernfalls ließe sich keine direkte Verbindung zwischen Sender und Empfänger einer Zahlung herstellen.

Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es bei Ripple keine Zentralbank gibt. Denn die Gründer der Kryptowährung sehen diese als den „Single Point of Failure“ an, also den Punkt, an dem ein Geldsystem am ehesten zusammenbrechen kann. Aus diesem Grund ist die komplette Konzeption des Ripple als dezentral zu bezeichnen.

Fazit: Obwohl Ripple herkömmlichen Geldsystemen nachempfunden ist, finden sich doch an der ein oder anderen Stelle gewisse Differenzen. So verzichten die Entwickler bewusst auf eine Zentralbank, die das komplette System steuert. Denn hierin sehen sie die größte Fehlerquelle eines Geldsystems. Zudem ist Ripple technisch deutlich ausgereifter als moderne Bezahlsysteme.

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Weiterentwicklung des Ripple

Eine interessante Devise ist Ripple auch, weil die Weiterentwicklung der Software derzeit von „Ripple Labs“ übernommen wird. Sie hat das Ripple Protokoll erschufen und kann auf sehr namhafte Investoren verweisen. Dazu gehören etwa:

  • Adreeessen Horowitz
  • Google Ventures
  • Technology Venture Investment Fund
  • Lightspeed Venture Partners

Im Gegensatz zu anderen Gesellschaften, die im Bereich der Kryptowährungen aktiv sind, wird der Ertrag von Ripple Labs weder durch Gebühren noch aus Werbung generiert. Vielmehr erhoffen sich die Investoren, dass die 25 Milliarden XRP – so die Abkürzung der Währung – in den kommenden Jahren eine enorme Wertsteigerung hinlegen werden. Aus diesem Grund ist es auch das Ziel der Gesellschaft, den Nutzen von XRP für den Nutzer zu maximieren. Dadurch steigt wiederum die Nachfrage nach den Coins, was dann zu erhöhten Preisen führt.

Aufgrund der Besonderheit des Geschäftsmodells weist XRP auch einen hohen Anteil am Grundkapital von Ripple Labs auf. Vergleichbar ist diese Konstellation mit Aktien, die von Aktiengesellschaften ausgegeben werden. Seit Juli 2014 ist unter anderem Karl-Theodor zu Guttenberg offizieller Berater bei Ripple Labs.

Fazit: Ripple Labs ist die Gesellschaft, die hinter der weiteren Entwicklung der Kryptowährung steht. Unter anderem sind hieran namhafte Investoren und Persönlichkeiten beteiligt. Zudem besteht ein Teil des Grundkapitals der Gesellschaft selbst aus SRP, so dass für das Unternehmen ein hoher Anreiz besteht, die digitale Devise kontinuierlich zu verbessern.

Vor- und Nachteile von Ripple gegenüber anderen Kryptowährungen

Stopp Loss TradingAus Sicht von Nutzern und Investoren gibt es zahlreiche Vor- und Nachteile, die für den Ripple als bevorzugte Kryptowährung sprechen. Ein Blick auf die Pluspunkte:

  • Das Ripple-Protokoll wurde bewusst als offener Standard konzipiert. Er kann bestehende Zahlungsnetzwerke miteinander verbinden, so dass es theoretisch möglich wäre, andere Kryptowährungen zu integrieren.
  • Dank der IOUs ist es Nutzern des Netzwerks erlaubt, in wechselseitiger Schuld zueinander zu stehen.
  • Transaktionen werden binnen Bruchteilen von Sekunden und damit deutlich schneller als beispielsweise beim Bitcoin abgewickelt.
  • Die digitalen Währungseinheiten sind absolut fälschungssicher.
  • Ist die endgültige Ausbaustufe des Ripple erreicht, so kann die digitale Währung als Universalübersetzer zwischen verschiedensten Währungen fungieren.
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Doch natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Einen wichtigen Kritikpunkt sehen viele Skeptiker darin, dass ein Nutzer mehreren anderen Nutzern bezüglich der gleichen Währung sein Vertrauen aussprechen kann. Dadurch sei es möglich, dass das Netzwerkprotokoll Kontostände automatisch von der einen zur anderen Vertrauensstelle verschiebe – ohne Wissen des Nutzers. Hierdurch entstünden ihm hohe Risiken.

Zudem bemängeln Fachleute, dass Ripple Labs rund die Hälft aller existierenden XRPs selbst behalten wird. Von den rund 55 Milliarden XRPs, die insgesamt verteilt sein sollen, ist bisher nur ein Bruchteil wirklich an den Märkten handelbar. Darüber hinaus ist einigen Kritikern das Konzept von Schulden zwischen den Nutzern ein Dorn im Auge. So könne es vorkommen, dass die Schulden möglicherweise nicht beglichen werden, keinen Gegenwert haben oder eine Vertrauensbeziehung zu einer Person einfordern, die die IOUs einlöst. Allerdings gilt diese Kritik nicht nur dem Ripple, sondern praktisch allen modernen Geldsystemen – mit Ausnahme der anderen Kryptowährungen.

Fazit: Der Ripple ist eine der am kontroversesten diskutierten Kryptowährungen überhaupt. So sehen Befürworter große Chancen im offenen Protokoll der digitalen Devise. Hingegen bemängeln viele Kritiker, dass Ripple Lab selbst viel zu hohe Anteile der Kryptowährung einbehalten wird. Zudem gibt es generell Skeptiker, die in Ripple lediglich die Umsetzung moderner Geldsysteme im Netz sehen – aber keine entscheidende Veränderung dessen.

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Fazit: Ripple ist eine besondere Kryptowährung

In vielerlei Hinsicht ist der Ripple zweifelsfrei eine besondere Kryptowährung. Schon alleine, weil die derzeitige Weiterentwicklung von Ripple Labs durchgeführt wird, ist das Projekt vielversprechend. Schließlich stehen bekannte und finanzstarke Investoren hinter dem Unternehmen. Dabei möchte Ripple die Mechanismen moderner Geldsysteme, die sich in der Praxis bewährt haben, ins Internet übertragen. Genau das kritisieren allerdings einige Skeptiker, zumal Ripple Labs selbst einen Großteil der Coins einbehalten wird. Somit entstehe eine Art zentrale Verwaltungsstelle, obwohl das vom Ripple-System selbst eigentlich nicht gewollt sei. Ob sich die digitale Devise also wirklich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

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