Forex oder Kryptowährungen – was verspricht mehr Rendite?

Forex oder Kryptowährungen?
Spätestens seit Ende 2016 zieht es immer mehr Anleger in den Markt für virtuelle Währungen. Schließlich konnten Bitcoin, Ethereum und Co. äußerst hohe Renditen erwirtschaften, die teilweise bei mehr als 50 Prozent pro Woche lagen – ein einsamer Rekord. Doch gleichzeitig kommt es immer wieder zu rapiden Kurskorrekturen und Talfahren. Können die Kryptowährungen daher tatsächlich schon wie herkömmliche Devisen gehandelt werden? Unsere Redaktion befasst sich intensiv mit den Eigenschaften von Forex und digitalen Devisen.

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Nachfrage: Spekulation vs. wirtschaftliche Nachfrage

Bei herkömmlichen Devisen setzt sich die Nachfrage aus drei wesentlichen Faktoren zusammen:

  1. Industrielle Nachfrage: Um am internationalen Handel teilhaben zu können, fragen Unternehmen fremde Devisen nach. Möchte ein deutscher Konzern etwa eine Niederlassung in den USA eröffnen, so tauscht er Euro in US-Dollar um.
  2. Spekulation: Ein gewisser Teil der Nachfrage ist durch Spekulationen bedingt. Täglich werden auf den Finanzmärkten rund 5 Billionen US-Dollar umgesetzt – das alles kann nicht durch die industrielle Nachfrage erklärt werden.
  3. Zentralbankpolitik: Mit ihren Entscheidungen üben auch Zentralbanken wie die EZB oder die amerikanische FED einen direkten Einfluss auf die Währungskurse aus. Zinserhöhungen sorgen in der Regel dafür, dass eine Währung erstarkt. Kommt es zu Zinssenkungen, verringert sich hingegen die Stärke der Devise.

Kosten des TradingsSelbstverständlich fragen auch Privatpersonen fremde Devisen nach, etwa wenn sie in den Urlaub fahren. Allerdings ist dieser Anteil am täglichen Umsatz so gering, dass er kaum einen Einfluss auf die Preisbildung hat.

Genaue, wissenschaftliche Studien über die Nachfrage nach Kryptowährungen gibt es noch nicht. Doch Experten sind sich einig, dass die aktuellen Preise vor allem von Spekulationen bestimmt werden. Denn als Zahlungsmittel werden Bitcoins und Ethereum nur äußerst selten eingesetzt, bestenfalls werden damit illegale Geschäfte abgewickelt. Auch wenn Amazon beispielsweise im Jahr 2013 einen Pilotversuch mit Bitcoins durchführte, dürfte es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich die Währungen im Zahlungsverkehr etablieren – falls sie das überhaupt jemals schaffen sollten.

Beide Währungsarten sehen sich gewissen Spekulationen ausgesetzt. Doch herkömmliche Währungen werden auch von der Industrie nachgefragt und durch die Notenbankpolitik beeinflusst – das ist bei Kryptowährungen derzeit nicht der Fall. Vielmehr hat sich eine regelrechte Spekulationsblase entwickelt, die jederzeit platzen könnte.
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Volatilität & Risiko: Hohe Schwankungen bei Bitcoins und Ethereum

Von der Nachfrage nach den Devisen lassen sich direkte Ableitungen auf Volatilität und Risiko treffen. Weil mit Kryptowährungen überwiegend spekuliert wird und die Anleger dabei über einen äußerst kurzfristigen Anlagehorizont verfügen, schwanken die Kurse enorm. Das zeigt der Kursverlauf der Bitcoins eindrucksvoll:

  • Etwa im Jahr 2013 begann die Aufzeichnung der Kurse der Kryptowährung. Damals notierte eine einzige Einheit bei rund 30 Euro.
  • Bis zur Mitte des Jahres schaffte es die digitale Währung, fast bis auf einen Kurs von 1.000 US-Dollar zu klettern. Etwa bei rund 900 US-Dollar platzte die Spekulationsblase allerdings, so dass sich danach ein Verlust von rund 75 Prozent einstellte.
  • Schon totgeglaubt begann der Aufstieg der Währung etwa im Jahr 2015 erneut.
  • Ende 2016 kam es dann zu einer echten Hausse. Binnen 5 Monaten kletterte der Kurs um über 150 Prozent von 1.000 auf 2.500 US-Dollar.

Bitcoins stehen dabei exemplarisch für alle Kryptowährungen. Auch Ethereum hat eine solche Entwicklung hinter sich, binnen kurzer Zeit ging es teilweise um über 40 Prozent pro Woche bergauf – nur damit der Kurs wieder ebenso stark fallen konnte. Zwar ist der Trend generell positiv, doch die Volatilität ist fast schon erschreckend.

Vor diesem Hintergrund wirken die Kurse herkömmlicher Devisen fast ruhig und langweilig. Doch eigentlich gehören die Devisenkurse zu den volatilsten überhaupt. Schon auf kurze Sicht kann es Kursschwankungen von einigen Prozentpunkten geben, das ist gerade bei Indizes oder Aktien in der Regel anders.

Vor allem Kryptowährungen sind unglaublich hohen Schwankungen ausgesetzt. Beinahe täglich können die Kurse um mehrere Prozentpunkte nach oben klettern oder fallen. Zwar sind auch die herkömmlichen Forex-Märkte von einer gewissen Volatilität gekennzeichnet, diese ist jedoch nicht wirklich mit Bitcoins, Ethereum und Co. vergleichbar.
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Renditeaussichten: Kursgewinne von mehr als 10 Prozent pro Woche normal

Wichtige Trading-TippsSowohl Forex als auch Kryptowährungen werden von Anlegern nicht zur langfristigen Geldanlage genutzt. Es geht darum, auf möglichst kurze Sicht hohe Renditen zu erwirtschaften. Zum Einsatz kommen daher meist Finanzderivate wie etwa CFDs, die mit einem Hebelfaktor ausgestattet sind, mit dem sich Gewinne und Verluste der Basiswerte vervielfachen lassen.

Soweit sind noch keine Unterschiede beim Trading bzw. den Renditeaussichten zu erkennen. Fakt ist aber, dass die Kryptowährungen Gewinne erbringen können (!), mit denen herkömmliche Forex-Trader nicht mithalten können. Oft sind die Kurssteigerungen schon ohne Hebelfaktor so groß, wie bei den klassischen Devisen mit einem Hebel von 1:10 oder 1:20. Bereits im vorherigen Abschnitt wurde erwähnte, dass beispielsweise Ethereum in seinen stärksten Wochen um über 40 Prozent an Wert gewonnen hat. Solch große Sprünge sind auf den klassischen Forex-Märkten undenkbar, selbst bei weniger stark frequentierten Märkten und exotischen Währungen sind diese Phänomene selten.

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Doch so hoch die Gewinnaussichten sind, so horrend können auch die kurzfristigen Verluste mit den digitalen Währungen ausfallen. Ebenfalls bereits erwähnt worden ist, dass Wertverluste von 10 oder 20 Prozent in der Woche nicht unüblich sind. Wer in dieser Phase eine Call-Position eingegangen ist, muss starke Werteinbußen hinnehmen. Oft können diese Verluste so weit gehen, dass es zum Margin Call kommt. Dann forciert der Broker eine Schließung der Position, weil das gesamte Handelskapital des Traders nicht mehr ausreicht, um mögliche Verluste zu decken.

In Sachen Rendite haben Kryptowährungen die Nase in der jüngeren Vergangenheit klar vorne. Binnen weniger Tage konnten Trader hohe Gewinne erzielen: Wer Anfang 2013 Bitcoins gekauft hätte, könnte sich heute sogar über eine Rendite von mehr als 8.000 Prozent freuen. Daran kommen die herkömmlichen Devisen nicht heran, sie weisen dafür aber auch kein so hohes Verlustrisiko wie digitale Währungen auf.

Broker & Plattformen: Forex-Trading äußerst gängig

Bereits angesprochen worden ist, dass beide Währungsarten bevorzugt über Broker bzw. CFDs getradet werden. Dabei unterscheiden sich die Angebote in den beiden Kategorien allerdings stark voneinander:

  • Forex: Je nach Anbieter haben Trader Zugriff auf mehr als 100 unterschiedliche Währungspaare. Bei fast jedem CFD-Broker können Devisen genutzt werden, um attraktive Gewinne zu erwirtschaften. Neben den bekannten Majors wie Euro oder US-Dollar finden sich bei den meisten Brokern auch kleinere Devisen im Angebot. So können diversifizierte Handelsstrategien erstellt werden, die beispielsweise den Russischen Rubel oder die Türkische Lira enthalten.
  • Krypto: Deutlich anders sieht das Bild bei Kryptowährungen aus. Zwar gibt es auch von diesen digitalen Währungen mittlerweile mehr als nur Bitcoins, doch außer Ethereum konnte keine von ihnen wirkliche Bedeutung erlangen. Selbst die beiden bekanntesten Devisen lassen sich längst nicht bei jedem Broker handeln.

Wer mit Kryptowährungen traden möchte, muss bei der Wahl des Brokers stark darauf achten, dass die virtuellen Devisen auch tatsächlich im Portfolio des Anbieters enthalten sind. Zudem gibt es einige Anbieter, die zwar das CFD-Trading mit den Währungen ermöglichen, dabei aber ausschließlich Call-Positionen zulassen.

Zwar hat das Trading mit Kryptowährungen stark an Bedeutung gewonnen, es ist aber immer noch ein vergleichsweise neues Feld. Insofern gibt es auch große Broker, die weder Bitcoins noch Ethereum im Angebot haben. Deutlich anders sieht das Bild hingegen bei den klassischen Währungen aus, wo Trader meist die Qual der Wahl haben.
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Direkter Kauf: Bei Forex unüblich

Ein gewisser Vorteil der Kryptowährungen besteht darin, dass Anleger diese nicht zwangsweise über Finanzderivate handeln müssen. Es ist möglich, einzelne Einheiten der Währungen direkt online zu kaufen und anschließend über Marktplätze auch wieder zu verkaufen. Bei diesem Verfahren kommt kein Hebel zum Einsatz und auch die Handelskosten sind oft geringer, als wenn über Broker getradet wird.

Allerdings gibt es keine staatlich regulierten Marktplätze, auf denen der Handel betrieben wird. In der Branche haben sich aber durchaus einige Unternehmen durchsetzen können, die sich auf das Thema spezialisiert haben. Vor dem Kauf und Verkauf sollten sich Trader in jedem Fall umfangreich über den jeweiligen Anbieter informieren, um hinterher keine bösen Überraschungen erleben zu müssen.

Theoretisch ist es möglich, auch herkömmliche Währungen direkt zu kaufen oder wieder zu verkaufen. Allerdings erfordert dies einen relativ großen Verwaltungsaufwand, der das Unterfangen wenig rentabel macht.

Teilweise werden Kryptowährungen nicht per Finanzderivat gehandelt, sondern direkt online gekauft. Diese Variante bietet den Vorteil relativ geringer Kosten, zudem kann die Währungseinheit auch tatsächlich verwendet werden – etwa zur Zahlung von Rechnungen im Internet, wenn das jeweilige Unternehmen dies zulässt. Aufgrund des recht großen Verwaltungsaufwands ist dies bei klassischen Währungen eher unüblich.
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Fazit: Trading mit Kryptowährungen unterliegt hohen Risiken

Ob der Handel mit Kryptowährungen oder das klassische Forex-Trading effizienter sind, muss jeder Trader für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass Bitcoins, Ethereum und Co. äußerst hohen Wertschwankungen unterliegen. Was binnen weniger Tage zu hohen Renditen führen kann, schlägt genauso schnell ins Gegenteil um. Zwar unterliegen auch die Forex-Märkte einigen Schwankungen, die sind aber nicht annähernd so stark wie bei den virtuellen Währungen. Daher gilt: Nur erfahrene Trader mit dem nötigen Kapital sollten sich intensiver mit digitalen Devisen befassen und CFD-Positionen auf deren Wertentwicklung eröffnen.

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