Petro – erste staatliche Kryptowährung in Venezuela

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Venezuela bringt mit dem Petro die erste staatliche Kryptowährung heraus. Der venezolanische  Präsident Nicolás Maduro will damit bereits am ersten Vorverkaufstag 700 Millionen Dollar einnehmen. Die Regierung will die Kryptowährung auch nutzen, um einen Weg aus der derzeitigen wirtschaftlichen Krise zu finden. Venezuela will mit diesem Schritt auch vom Hype rund um Kryptowährungen profitieren. Für Anleger ist die erste staatliche Kryptowährung eine interessante Nachricht. Laut Präsident Maduro sei das Interesse der Anleger groß. Die Einnahmen von 735 Milliarden Dollar am ersten Tag konnte er jedoch nicht belegen.

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ICO für staatliche Kryptowährung

Der Petro wurde damit mit einem sogenannten Initial Coin Offering (ICO) ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, die venezolanische Wirtschaft wieder anzukurbeln. Bis zum 19. März sollen 100 Millionen digitale Münzen herausgegeben werden, die danach an speziellen Börsen gehandelt werden sollen. Jeder Petro-Coin ist mit je einem Barrel, also 159 Litern, der Rohöl-Reserven des ölreichen Lands besichert. Schon zuvor sagte Maduro, dass ein Petro für einen Preis von 60 Dollar verkauft werden soll. Dies ist etwa der Preis für ein Barrel der amerikanischen Rohöl-Sorte WTI. Insgesamt soll der Petro damit auf einen Gesamtbörsenwert von sechs Milliarden Euro kommen. Dies würde bedeuten, dass er direkt unter den zehn größten Kryptowährungen landen würde.

Maduro sagte jedoch nicht, zu welchem Preis der Petro tatsächlich am ersten Tag verkauft wurde. Berater seiner Regierung waren der Ansicht, dass knapp 40 Prozent der neuen Kryptowährung im Rahmen einer Privat-Platzierung mit Abschlägen von 60 Prozent angeboten werden sollen. Dies legen Unterlagen nahe, die die Nachrichtenagentur Reuters schon Mitte Januar einsehen konnte.

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Wer sind die Anleger?

Wer jedoch die neue Währung kaufen soll, ist bisher unklar. Carlos Vargas, der in Venezuela für Kryptowährungen zuständig ist, sagte am Wochenende, dass die Kryptowährung Anleger aus Katar, der Türkei und Staaten aus dem Nahen Osten anziehen werde. Auch für Europäer und Amerikaner werde die Kryptowährung interessant sein. Aus den USA kam jedoch eine Warnung vor dem Petro. Diese würde eine Verletzung der Sanktionen, die im letzten Jahr gegen das Land verhängt wurden, bedeuten. Für die venezolanische Regierung sei die Kryptowährung eine Art Kredit. US-Präsident Donald Trump verschärfte im vergangenen Sommer die Sanktionen gegen Venezuela nochmals. Unter anderem dürfen US-Investoren nicht in neu ausgeben venezolanische Staatsanleihen oder in Anleihen des staatlichen Ölkonzerns PDVSA investieren.

Staats- und Wirtschaftskrise in Venezuela

Venezuela ist seit langem von einer staatlichen und wirtschaftlichen Krise betroffen. Seit dem Tod seines Vorgängers Hugo Chávez führt Nicolas Maduro seit 2013 das Land. Seit 2016 läiuft ein Absetzungsverfahren gegen ihn, dass jedoch von der Regierung verzögert wird. Gegen die Opposition im Land geht Maduro seit langem mit harter Hand vor. Immer wieder kommt es zu Protesten gegen Maduro. Auch die wirtschaftliche Situation, unter der die Venezolaner leiden, verschärft sich immer mehr. Teilweise wird das Land nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln und Strom versorgt.

Finanzielle Unterstützung aus Russland

Russland unterstützt Venezuela wohl weiterhin finanziell. Dafür erhielt Russland unter anderem eine Förderlizenz für den russischen Ölkonzern Rosneft. Der venezolanische Ölkonzern PDVSA hat dort etwas sechs Milliarden Dollar Schulden. Auch der Preisverfall des Öls, der die Einnahmen für den Staat drastisch reduziert hat, ist ein Grund für die wirtschaftlichen Probleme des Landes. Laut Schätzungen des IWF schrumpfte die Wirtschaft im letzten Jahr um zwölf Prozent. Zudem hat das Land mit einer Inflation von über 4.000 Prozent zu kämpfen, was die Lebensmittelknappheit weiter verschärft.

Kritik von der Opposition

Die venezolanische Opposition kritisiert die Einführung des Petro, da die Kryptowährung über die Ölreserven des Landes abgesichert ist. Beobachter aus der Krypto-Szene halten die staatliche Kryptowährung allerdings für einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Etablierung von Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie. Auch die Idee, dass Kryptowährungen ein wirtschaftlich angeschlagenes Land unterstützen könnte, klingt interessant. Möglicherweise stabilisiert sich mit Einführung des Petro die venezolanische Wirtschaft wieder. Allerdings ist der Petro die erste staatliche Kryptowährung, daher besteht auch eine große Gefahr, dass das Projekt scheitert. Möglicherweise spiel hier auch eine Rolle, ob die Venezolaner die neue Währung als Zahlungsmittel anerkennen und nutzen werden. Aufgrund des Wertverfalls der eigentlichen Währung, dem Bolivar, könnte sich der Petro zu einer Alternative entwickeln.

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Bitcoins in Venezuela sehr beliebt

Viele Menschen in Venezuela scheinen sich für Kryptowährungen zu interessieren. Der Bitcoin ist dort wohl sehr beliebt. Die Einwohner des Landes versuchen sich mit Kryptowährungen vor dem Wertverfall des Bolivars zu schützen. Zudem kann man Devisen wie Dollar nur noch auf dem Schwarzmarkt bekommen. Der Bitcoin wird in Venezuela mittlerweile verstärkt im Alltag eingesetzt. Man kann Bolivars verkaufen und erhält dafür eine Gutschrift in Bitcoin. Dies kann über eine App erfolgen. Danach kann man mit Bitcoins Arztsuche oder Reisen bezahlen. Daher scheint der Bitcoin schon jetzt eine Alternative zum Bolivar zu sein.

Viele Venezolaner könnten aber auch das Vertrauen in ihre Regierung mittlerweile komplett verloren haben und würden daher wohl den Petro nicht kaufen. Zudem leiden viele Menschen im Land unter großer Armut. Sie verfügen zudem in der Regel nicht über Dollar, sondern über Bolivar, die aufgrund der Inflation kaum noch einen Wert haben.

Skepsis gegenüber Petro

Allerdings sehen auch viele Experten den Pedro skeptisch. Sie sehen darin unter anderem lediglich einen Versuch, die Sanktionen der EU und der USA zu umgehen. Diese wurden erhoben, als Maduro im letzten Sommer die Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung hatte fälschen lassen und so seine Machtposition sichern wollte. Gerade diese unsichere wirtschaftliche und politische Situation könnte Anleger davon abhalten, in den Petro zu investieren.

Außerdem ist noch immer vieles rund um den Petro unklar. Es wurde eine Webseite online gestellt, auf der man sich für einen Kauf des Petros registrieren kann. Viele Angaben hier sind wohl noch undeutlich. Ein Petro soll wohl in der Tat wie angekündigt 60 Dollar kosten. Die venezolanische Regierung will 100 Millionen Petro in zwei Tranchen platzieren. Über dieses Vorgehen sei man sich aber in Caracas noch uneinig.

Zweite Ausgaberunde ab 20. März

Die Regierung gab allerdings an, dass die zweite Ausgaberunde am 20. März starten solle. Hier ist jedoch beispielsweise unklar, ob Erstzeichner einen Rabatt erhalten oder ob institutionelle Anleger möglicherweise bevorzugt werden. Wo genau der Petro gehandelt werden kann, ist bislang ebenfalls unbekannt. Auf der Webseite zum Petro heißt es, dass der Handel im April auf digitalen Tauschbörsen starten soll.

Probleme des Petros

Auch die Anbindung an den Ölpreis könnte Probleme mit sich bringen. Schwankt der Ölpreis, schwankt auch die Währung. Damit könnte sich der Kurs des Petro nicht wie bei anderen Kryptowährungen nach Angebot und Nachfrage bestimmen. Mitglieder der venezolanischen Opposition sagen daher, der Petro sein ein Terminkontrakt auf Öl.

Ein weiterer Kritikpunk ist, dass der Petro von der zentralen Aufsichtsbehörde zur Überwachung und Kontrolle von Kryptowährungen, einer Behörde der venezolanischen Regierung, ausgegeben wird. Daher entfällt die Idee, dass Kryptowährungen dezentral und unabhängig von staatlicher Kontrolle organisiert sind. Trotz aller Kritik spricht Präsident Maduro allerdings schon von einer zweiten Kryptowährung, dem Petro Gold, der schon in der nächsten Woche ins Leben gerufen werden könnte. Diese Kryptowährung soll mit Gold abgesichert sein.

Kryptowährungen interessant für Krisenstaaten

Für Krisenstaaten könnten Kryptowährungen durchaus eine interessante Alternative sein. Ein Beispiel dafür ist Simbabwe. Dort sind immer wieder Bitcoin-Preise zu verzeichnen, die sich stark von den Preisen der Börsen in Europa, Asien und Amerika unterscheiden. Häufig sind sie deutlich höher. Simbabwe war bereits in einer sehr schlechten finanziellen Situation bevor der autokratische Präsident Mugabe im Herbst 2017 nach einem Militärputsch entmachtet wurde. Der Simbabwe-Dollar wurde ganz abgeschafft und durch den Dollar ersetzt. Da es in Simbabwe kaum Exporte gibt, gibt es kaum Geldscheine. Zudem können sie den Dollar nicht selbst drucken oder an Geldautomaten ausgeben. Der Dollar erlebt in Simbabwe ebenfalls eine Inflation. In Simbabwe wird der Bitcoins daher ebenfalls immer mehr zur Alternative und auch im Alltag als Zahlungsmittel eingesetzt.

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Staatliche Kryptowährungen in autokratischen geführten Staaten

Neben Venezuela spielen auch andere Länder mit dem Gedanken, eine eigene Kryptowährung einzuführen. Sollte das Projekt in Südamerika gelingen, können daher andere Staaten nachziehen. So hat bereits das russische Finanzministerium mit der Vorbereitung eines Gesetztes für den Krypto-Rubel begonnen und in China arbeitet man wohl ebenfalls an einer staatlichen Kryptowährung. Auffällig ist, dass mit Venezuela, Russland und China Staaten an einer Kryptowährung arbeiten, die als autokratisch regiert gelten. Daher könnte der Wunsch nach einer staatlichen unabhängigen, dezentral kontrollieren Währung hier genau gegenteilig genutzt werden: Mit Hilfe eine Blockchain könnte man Geldtransfers, die online und schnell erfolgen, kontrollieren und nachverfolgen.

Fazit: Erste Kryptowährung der Welt in Venezuela eingeführt

Venezuela hat mit dem Petro als erster Staat der Welt eine eigene Kryptowährung eingeführt. Sie soll an den Preis einen Barrels Rohöl des ölreichen Landes angebunden sein. Der Petro könnte für Anleger aus Katar, der Türkei, dem Nahen Osten, aber auch aus Europa und Asien interessant sein. Beobachter sind der Ansicht, dass dies ein weiterer wichtiger Schritt ist, damit sich Kryptowährungen in der Finanzwelt etablieren.

Kritiker sehen in der Einführung des Pedro einen Versuch der venezolanischen Regierung, die gegen sie verhängten Sanktionen aus Europa und den USA zu umgehen. Auch von der venezolanischen Opposition kommt Kritik. Venezuela leidet seit Jahren unter einer staatlichen und wirtschaftlichen Krise. Es kam bereits zu massiven Protesten gegen Präsident Maduro und die Bevölkerung leidet unter anderem infolge einer Hyperinflation unter Lebensmittelknappheit.

Möglicherweise könnte der Petro dabei helfen, die Wirtschaft des angeschlagenen Landes wieder zu stabilisieren. Auch in Simbabwe ist der Bitcoin sehr beleibt, da sich das Land in einer sehr schlechten wirtschaftlichen Situation befindet. Neben Venezuela gibt es auch in China und Russland Pläne für eine staatliche Kryptowährung.

 

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