ETF vs Aktien: Was ist das bessere Investment?

April 17, 2019 12:28 pm

Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen suchen viele Anleger nach interessanten Investmentalternativen. ETFs und Wertpapiere rücken dabei immer häufiger in den Fokus. Welches Finanzinstrument ist aber für eine Anlage besser geeignet? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da ETFs und Aktien gleichermaßen Vorzüge und Nachteile haben. Entscheidend sind vor allem der Anlagehorizont und die Risikobereitschaft. Auch die Wahl des passenden Sektors/der geeigneten Branche hat einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg des Investments. Wir zeigen die Stärken und Schwächen von ETFs und Wertpapieren im Vergleich.

  • ETFs und Wertpapiere für längerfristigen Anlagehorizont
  • ETFs bieten größere Diversifikation
  • Wertpapiere bergen häufig größeres Verlustrisiko
  • Provisionen und steuerliche Handhabung sind bei Aktien und ETFs variabel
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Wertpapier-Grundzüge erklärt

Bevor es um den direkten Vergleich von ETFs und Aktien geht, wollen wir beide Finanzinstrumente zunächst hinsichtlich ihrer Grundlagen näher beleuchten. Den Anfang machen die Wertpapiere, da viele Investoren sie als konventionelles Anlagemittel für einen längerfristigen Anlagehorizont schätzen. Besitzer eines Unternehmens können sein: ein oder mehrere Personen, Unternehmen oder Organisationen. Geht ein Unternehmen an die Börse, wird das Eigentum der Gesellschaft zerlegt, also in einzelne Teile, die als Aktien bezeichnet werden.

Unternehmensanteile besitzen und davon profitieren

Kosten des TradingsSind Anleger im Besitz von Wertpapieren, haben sie Unternehmensanteile und einen Anspruch auf die Erträge und Vermögenswerte des Unternehmens, aber nicht auf die Gesellschaft selbst. Diese Struktur ist gut für Investoren (und Unternehmen), da sie die Anleger rechtlich vom Unternehmen trennt und verhindert, dass eine Partei das Vermögen der anderen Partei liquidiert, um zahlungsfähig zu bleiben, oder aus einem anderen Grund. Bei einem börsennotierten Unternehmen werden Aktien an Börsen gehandelt, sodass Investoren problemlos in oder aus Positionen treten oder eine langfristige Position mit einer einzelnen Aktie oder einem Portfolio von Aktien aufbauen können.

Warum werden Aktien ausgegeben?

Wertpapiere werden ausgegeben, um beispielsweise zur Kapitalbeschaffung bei der Finanzierung des Geschäftsbetriebs beizutragen: Geld im Austausch für einen Anspruch auf zukünftige Erträge. Der direkte Handel mit Aktien ist über einen Broker möglich. Allerdings müssen Anleger mit einem erhöhten Verlustrisiko rechnen, da die Diversifikation fehlt und die Verluste der Unternehmensanteile sich konzentrieren. Diese können nicht mit positiven Wertpapierentwicklungen anderer Unternehmen ausgeglichen werden.

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Was sind ETFs?

Wichtige Trading-TippsEin Exchange Traded Fund (ETF) ist ein Investmentfonds, der an einer Börse zusammen mit Aktien für einzelne Unternehmen handelt. ETFs sind flexible Anlagevehikel, die verschiedene Arten von Vermögenswerten erwerben, um ihre Anlageziele zu erreichen. Anleger können einen Index wie den S&P 500 verfolgen, einen Sektor verfolgen, einen Rohstoff repräsentieren (wie Gold, Öl oder Weizen) oder einen Korb von Aktien oder Anleihen, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen. ETFs gibt es für fast jede Anlagestrategie.

Stärken der ETFs

ETFs ähneln oft fokussierten Investmentfonds, die einen Index abbilden. Aber es gibt einige wichtige Unterschiede zu Indexfonds, wie beispielsweise:

  • Art und Weise, wie sie handeln
  • Gebühren
  • Art und Weise, wie Dividenden ausgeschüttet werden.

ETFs, die dividendenproduzierende Aktien halten, verteilen ihre Dividenden vierteljährlich. ETFs halten die zugrunde liegenden Vermögenswerte, in der Regel Aktien, und Investoren kaufen Aktien des Fonds, ähnlich wie Investmentfonds. Aber ETFs sind einfacher zu handeln, da sie über einen Online-Broker gehandelt werden können und keinen Full-Service-Broker benötigen oder direkt von der Investmentfondsgesellschaft kaufen.
Hinweis: Aufgrund der höheren Risikostreuung sind die ETFs vor allem für Anleger geeignet, die weniger risikofreudig sind und auf einen langen Anlagehorizont setzen. Trotzdem ist das Investment in die Fonds nicht risikolos, denn verändert sich der Basiswert, hat dies auch Auswirkungen auf die Performance der ETFs.

ETFs vs Aktien: Ähnlichkeiten

ETFs und Wertpapiere haben einige Ähnlichkeiten. Sie werden beispielsweise beide an den wichtigsten globalen Börsenplätzen gehandelt. Dazu gehören die Börsen in New York, Frankfurt oder London. ETFs sind wie Wertpapiere vielfältig verfügbar und machen es besonders einfach, bei einem geeigneten Broker zu investieren.

Ähnlichkeiten bei Abrechnungen

Trading mit HandelsplattformSowohl Aktien als auch ETFs rechnen mit dem Preis zum Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs ab. Erfahrene Investoren wissen, dass sich der Preis einer Aktie im Sekundentakt, in der Minute oder in der Stunde ändern kann – vor allem, wenn es Nachrichten gibt, die den Preis verändern. Inhaber von Investmentfondsanteilen wissen dies ebenfalls, da ein ETF immer einen entsprechenden Basiswert abbildet. Aktien- und ETF-Trades werden zum ausgeführten Handelspreis abgewickelt.

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Unterschiede zwischen ETFs und Aktien

Die Unterschiede zwischen Wertpapieren und ETFs liegen vor allem in der Performance und der Diversifikation. Anleger kaufen beispielsweise direkt einzelne Aktien und haben damit einen festen Bestandteil, bis sie neue Wertpapiere des Unternehmens erwerben oder verkaufen. Bei ETFs sieht dies etwas anders aus. Hier kann je nach Bedarf die Anzahl der Wertpapiere bzw. die ETF-Zusammensetzung angepasst werden.

ETFs können fokussiert oder diversifiziert sein

Einzelne Aktien sind eine direkte Wette auf die zukünftigen Erträge eines Unternehmens, genauer gesagt auf den Aktienkurs. ETFs können jedoch entweder fokussiert sein, indem sie nur wenige Wertpapiere oder Vermögenswerte halten, oder diversifiziert sein und einen großen Index darstellen, wie den S&P 500. Fokussierte ETFs können eine ähnliche Performance wie einzelne Aktien aufweisen.

Aktien vs ETFs: Was ist für mich das richtige Finanzinstrument?

Stopp Loss TradingWertpapiere oder ETFs – diese Entscheidung müssen die Trader ganz individuell nach ihrem Anlagehorizont, dem Kapital und der Risikobereitschaft treffen. Ziel sollte es immer sein, das Risiko beim Investment so weit wie möglich zu reduzieren. Natürlich möchten Anleger mit ihrem Investment immer Renditen erzielen, aber dies geht längerfristig nur über ein gutes Risikomanagement. Wer in einzelne Aktien investiert, sieht sich einem erhöhten Verlustrisiko ausgesetzt. Eine höhere Diversifikation wird mit ETFs erreicht, sie sind beispielsweise auf verschiedene Sektoren ausgerichtet und werden individuell zusammengestellt, sodass am Ende die Gesamtrendite stimmt.

Für wen sind Aktien geeignet?

Es gibt Trader, für die das Investment in Wertpapiere eine goldrichtige Entscheidung ist. Ist das Investment in einzelne Aktien von Vorteil? Grundsätzlich ist der Wertpapierhandel für alle Trader zugänglich, wenngleich eine gewisse Erfahrung beim Handel vorteilhaft ist. Angehende Trader sollten sich auch beim Investment in Wertpapiere immer mit der aktuellen Marktsituation und vor allem mit den Unternehmensnachrichten befassen.

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Fokus auf bestimmte Branchen

Immer wieder gibt es bestimmte Branchen, bei denen das Investment richtig lohnend sein kann. Grüne Technologien und der Fokus auf den Umweltschutz werden in der Gesellschaft zunehmend präsenter. Davon profitieren auch Unternehmen, sodass das Investment in Firmen dieser Branchen von Erfolg gekrönt sein kann.

Hinweis: Bevor die Trader sich für das Investment in einzelne Wertpapiere entscheiden, ist immer der Blick auf die aktuellen Unternehmenszahlen und die News vorteilhaft. Um möglichst realistisch zu handeln, empfehlen sich Echtzeitdaten, die zahlreiche Broker kostenlos zur Verfügung stellen.

Wann sind ETFs eine gute Wahl?

ETFs sind vor allem für Trader interessant, die weniger Risikobereitschaft aufweisen. Durch die Diversifikation können auch schlechte Marktzeiten einzelner Wertpapiere ausgeglichen werden. Diese Option gibt es beim Investment in einzelne Unternehmensanteile nicht.

Investment für bestimmte Sektoren ohne größeres Risiko

Es gibt Sektoren, bei denen die Gesamtperformance der Performance einer einzelnen Aktie ähnelt. In diese Kategorie fallen die Versorgungsunternehmen und die Konsumgüterindustrie. In diesem Fall müssen die Anleger entscheiden, wie viel von ihrem Portfolio sie für den gesamten Sektor verwenden, anstatt bestimmte Aktien auszuwählen. Da die Streuung der Renditen von Versorgungsunternehmen und Verbrauchsgütern tendenziell eng ist, bietet die Auswahl einer Aktie keine ausreichend höhere Rendite für das Risiko, das mit dem Besitz einzelner Wertpapiere verbunden ist. Da ETFs die Dividenden durchlaufen, die von den Aktien des Sektors gezahlt werden, erhalten die Anleger diesen Vorteil ebenfalls.

Zinseszinseffekt nutzen

Anleger können beim ETF-Investment aber auch den Zinseszinseffekt nutzen und damit noch höhere Gewinne erzielen. Wer etwa in thesaurierende ETFs investiert, bekommt die Dividenden nicht ausgeschüttet, sondern sie werden erneut angelegt, sodass die Investoren am Ende deutlich höhere Gewinne (je nach Marktentwicklung) haben. Welche ETFs eine besonders gute Performance erzielen, können die Investoren mithilfe eines ETF-Vergleichs einfach herausfinden. Zu den Top-Performern gehören die Anlagefokus ETFs, wie beispielsweise auf CSI 300 oder MSCI China A International.

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Die richtigen Wertpapiere finden: So klappt es

Die beste Trading-StrategieHaben Trader auf Basis ihrer Anlagestrategie beschlossen, dass Wertpapiere die bessere Wahl sind, geht es um die richtigen Aktien. Welche Aktie soll ich nehmen und wann am besten investieren? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht, aber verschiedene Tipps, wie Anleger geeignete Wertpapiere finden.

Konjunkturzyklus berücksichtigen

Der Blick auf die Nachrichtenlage zeigt, dass die Wirtschaft immer einem Konjunkturzyklus unterlegen ist. Einige Sektoren performen besonders stark, einige hingegen schrumpfen. Für Anleger ist es wichtig, diese Situationen zu ihrem Vorteil zu nutzen. Unterschiedliche Phasen des Zyklus begünstigen die verschiedenen Unternehmen. Eine Methode der Aktienauswahl besteht darin, die aktuelle Phase des Konjunkturzyklus zu identifizieren und in Unternehmen zu investieren, die vom wirtschaftlichen Umfeld profitieren dürften. Generell kann man Aktien in zwei Kategorien einteilen: zyklisch und defensiv.

Zyklische Aktien

Das Vermögen zyklischer Aktien hängt von der Konjunktur ab. Gewinne und Dividenden steigen in guten Zeiten, leiden aber in den Abschwungphasen. Die Automobilhersteller sind zyklisch; die Verkäufe sind an die Wirtschaft gebunden, da die Menschen in guten Zeiten eher ein neues Auto kaufen und sich mit einem älteren Modell begnügen, wenn die Wirtschaft in der Rezession steckt.

Defensive Wertpapiere

Defensive Aktien sind von der Konjunktur weniger betroffen. Sie profitieren von Boomzeiten nicht so sehr wie die zyklischen Aktien, aber sie werden in den schlechten Zeiten auch nicht so stark zurückgeworfen. Defensive Aktien sind Unternehmen, die Produkte verkaufen, die als notwendig erachtet werden und bei denen es unwahrscheinlich ist, dass die Nachfrage schwankt (beispielsweise Versorgungsunternehmen).

Weitere Tipps für die Aktienauswahl

Optionsscheine handelnEin Hilfsmittel für die Auswahl der geeigneten Wertpapiere können auch die großen, marktbestimmenden Themen sein. So könnte die aufstrebende Mittelschicht in risikoreicheren Schwellenländern wie Indien eine Investitionsmöglichkeit darstellen, da der Konsum von Luxusgütern ansteigt.

Erfahrungen bei Auswahl einfließen lassen

Anleger können auch ihre Trading-Erfahrungen mit in ihre Wertpapierauswahl einfließen lassen. Das setzt natürlich voraus, dass die Anleger keine Anfänger sind, sondern schon am Markt aktiv waren. Unterstützung kann auch die Expertise von Trading-Profis oder der Community (beispielsweise beim Social Trading) bieten. In der Regel richten erfahrene Anleger schnell den Fokus auf wirklich interessante Wertpapiere, denn sie wissen genau, wonach sie suchen müssen und wie die Analyse der Charts bestenfalls erfolgt.

Unternehmensentscheidungen im Fokus behalten

Directors Dealings – diese Methode hat sich ebenfalls bei der Auswahl der Wertpapiere bewährt. Jedes Mal, wenn ein Direktor Anteile an seinem Unternehmen kauft oder verkauft, muss das Geschäft der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Diese Director Deals werden von einigen Investoren aufmerksam verfolgt. Erhöhte Einkaufstätigkeiten von Direktoren könnten signalisieren, dass etwas passieren wird. Kaufen Direktoren nach einem großen Kursrückgang, kann das ein Indiz dafür sein, dass sie glauben, der Rückgang sei ungerechtfertigt und das Unternehmen immer noch gesund. Obwohl Geschäftsführer nicht immer alles richtig machen, sind sie besser über das Unternehmen und seine Perspektiven informiert als der durchschnittliche Investor.

Fazit: ETFs vs Aktien – Unentschieden für Investoren

Auf die Frage, ob ETFs oder Wertpapiere das bessere Investment sind, gibt es keine eindeutige Antwort. Jede Anlageentscheidung sollten die Anleger nach individuellen Vorgaben, Präferenzen und der Risikobereitschaft treffen. Im Vergleich mit dem direkten Investment in Wertpapiere sind ETFs weniger risikoreich, denn Trader können mit Mini-Portfolios besser diversifizieren und damit leichter Verluste ausgleichen. Allerdings sind auch die ETFs nicht frei von Verlusten, denn sie sind immer an die Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes geknüpft. Wenn sich ein Wertpapiere schlecht entwickelt, hat das nicht nur Auswirkungen auf die direkten Unternehmensanteile, sondern auch auf die ETF-Performance. Sowohl Wertpapiere als auch ETFs sind allerdings für das längerfristige Investment geeignet und können als ergänzende Altersvorsorge dienen. Entscheiden sich Anleger zusätzlich für thesaurierende ETFs, können sie sogar den Zinseszinseffekt nutzen und damit ihr Gewinnpotenzial noch weiter steigern. Trader können aber auch ihr individuelles Aktien-Portfolio selbst zusammenstellen und damit ebenfalls an Dividenden der Unternehmen partizipieren und selbst für Diversifikation sorgen. Wer möglichst wenig Risiko eingehen möchte und keinen allzu langen Anlagehorizont bevorzugt, kann sich auch bei den CFDs auf Wertpapiere umsehen.

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Bilderquelle: shutterstock.com