ETF des Monats: Wie gut ist der ComStage SDAX ETF im Vergleich?

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Der TecDAX ist zwar für viele Anleger aufgrund der Rendite außerordentlich attraktiv, ein Investment trauen sich jedoch trotzdem viele nicht. Entsprechend wenig attraktiv ist es für die Fondsgesellschaften, noch einen weiteren Indizes auf den TecDAX aufzulegen. Deswegen werfen wir in unserer Reihe ETF des Monats im September auch einen Blick auf ähnliche Indizes und ihre ETFs.

Für viele Anleger stellt der ETF auf den SDAX eine sehr gute Alternative zu den ETFs auf den TecDAX dar, sodass wir diesen in unserer Reihe ebenfalls behandeln und auch einen Vergleich wagen.

  • physisch replizierender ETF
  • ausschüttend
  • Fondsvolumen: Über 100 Millionen Euro
  • 0,70 % TER
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Der SDAX als TecDAX-Konkurrent?

Der SDAX ist der kleinste der Indizes für den deutschen Prime Standard, die von der Deutschen Börse berechnet werden. Im Vergleich zum TecDAX weist er deutlich weniger Marktkapitalisierung auf: Im SDAX sind rund 115 Millionen Euro angelegt, im TecDAX hingegen 380 Millionen Euro (zum Vergleich: Der MDAX hat eine Marktkapitalisierung von 480 Millionen Euro, der DAX von über 1,2 Milliarden Euro). Anleger investieren also in deutlich kleinere Unternehmen.

Dies wird durch die Anzahl an Mitglieder noch einmal deutlicher: Im SDAX befinden sich aktuell 70 Unternehmen, im TecDAX hingegen nur 30. Dadurch können Anleger, die einen ETF auf den SDAX erwerben, ihr Risiko deutlich breiter streuen, sie investieren es jedoch in deutlich kleinere Unternehmen.

Im SDAX sind die Small-Caps der deutschen Börse enthalten. Aktiengesellschaften, die hinsichtlich des Streubesitzes, Marktkapitalisierung und Handelsvolumen die notwendigen Voraussetzungen erfüllen und zu klein für DAX und MDAX sind, werden hier gelistet. Im Gegensatz zum TecDAX besteht keine Beschränkung auf einen bestimmten Sektor. Mitglieder des TecDAX können seit 2018 auch Mitglieder des SDAX sein.

Der SDAX beinhaltet durchaus Unternehmen, die vielen Anlegern bekannt sein dürften. Einige sind hingegen fast nur in den jeweiligen Branchen bekannt, dann jedoch häufig Marktführer.

Der SDAX kann grundsätzlich nicht ganz mit den enormen Marktsteigerungen des TecDAX mithalten. auf der anderen Seite streuen Anleger ihr Risiko jedoch deutlich breiter, da sie mit ihrem Investment nicht nur einen Sektor abdecken.

ComStage SDAX ETF

Worin investieren Anleger mit dem ComStage SDAX ETF?

Die beste Trading-StrategieDer SDAX-ETF von ComStage ist ein physisch replizierender ETF. Das bedeutet, dass Anleger die Aktien, die im SDAX enthalten sind, über den Fonds physisch erwerben. Die Zusammensetzung kann sich dementsprechend so ändern, wie sich auch der SDAX ändert.

Und auch die Aufteilung ist je nach Marktkapitalisierung je nach Monat unterschiedlich. Der ETF von ComStage passt wie der SDAX auch die Gewichtung oder sogar die Teilnehmer an, sodass der Fonds dem SDAX so genau wie möglich widerspiegelt.

Der Index hat aktuell 70 Mitglieder, sodass auch der ETF in diese Anzahl an Aktien investiert. Dennoch können einzelne besonders wertvolle Mitglieder durchaus eine wichtige Rolle einnehmen. Derzeit sind die Top Holdings:

  • CTS Eventim: 5,34 %
  • Rational: 4,07 %
  • Talanx AG: 3,90 %
  • Ströer Media: 3,46 %
  • Hello Fresh: 3,22 %

Zudem hält der ETF beispielsweise auch Varta, Jenoptik, Sixt und die TLG Immobilien AG in größeren Anteilen. Grundsätzlich ist beim SDAX allerdings natürlich die Schwankungsbreite der einzelnen Aktien aufgrund der geringen Größe recht groß, sodass sich schnell größere Änderungen ergeben können.

Die Branchen sind sehr vielseitig. Anleger investieren derzeit vor allem in Industrie und Transport, Verbrauchgüter, Immobilien und IT sowie Banken und Finanzdienstleistungen. Die Aktienunternehmen stammen natürlich alle aus Deutschland.

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Anlagestrategie und Zielgruppe des ComStage SDAX ETF

Wichtige Trading-TippsDer SDAX ETF von ComStage richtet sich an Privatanleger. Diese sollten optimalerweise bereits Erfahrung oder zumindest fundierte Hintergrundkenntnisse von Fonds und ETFs besitzen, sodass sie in der Lage sind, das Risiko einzuschätzen. Nur so können sie auch wissen, ob der ETF in ihrem Portfolio tatsächlich einen guten Platz einnimmt.

Der ETF ist ausschüttend, gibt also die Erträge direkt an seine Anleger weiter. So eignet er sich auch für Anleger, die von Dividendenausschüttungen profitieren möchten, um das Geld anders wiederanzulegen oder davon zu leben. Außerdem sind derartige Fonds üblicherweise steuergünstiger.

Außerdem gehören auch Sparer und Kleinanleger zur Zielgruppe dieses ETFs. Ein Sparplan ist sogar bereits ab 25 Euro Sparrate verfügbar. Auf diese Weise profitieren auch Kleinstanleger von den Renditemöglichkeiten dieses Fonds.

Der ETF ist durch die physische Replikation auch für vorsichtige Anleger geeignet. Auf der anderen Seite sollten sie jedoch auch beachten, dass ein Kontrahentenrisiko von bis zu 10 % des Nettoinventarwerts aus Derivaten bestehen kann.

Ohnehin sind Aktien-ETFs wie der ComStage SDAX ETF UCITS nicht all zu gut für Anleger geeignet, die keine ausreichende Risikoaffinität aufweisen. Um das Risiko nicht zu groß werden zu lassen, ist ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sinnvoll. Unter drei Jahren sollten Anleger also nicht mit dem Geld planen. Zudem müssen sie im Ernstfall den Verlust des gesamten Kapitals verlieren können.

ComStage SDAX ETF

Gebühren des ComStage SDAX-ETF sind vergleichsweise hoch

Kosten des TradingsWer sich die Daten des ComStage SDAX ETF ansieht, wird schnell auch auf die recht hohe TER stoßen. Sie ist mit 0,70 % des angelegten Vermögens durchaus eher im teureren Bereich angesiedelt.

Viele andere Indizes können mit einer TER abgedeckt werden, die vielleicht die Hälfte dessen beträgt, was die ComStage in diesem Fall verlangt. Anleger, die in den SDAX investieren müssen, müssen sich also auch auf einen vergleichsweise hohen Tracking Error einstellen, der schon alleine durch die Kosten zustande kommt.

Beim Kauf ist der SDAX-ETF von ComStage hingegen eher günstig. Wer den ETF erwerben möchte, muss aktuell 1 % des Transaktionswerts bezahlen. Auch der Verkauf bewegt sich in diesem Rahmen. Es kann also durchaus auch eine günstige Alternative darstellen, den ETF direkt bei der Fondsgesellschaft zu erwerben. Auf diese Weise kann er trotz der vergleichsweise hohen TER bei einem mittelfristigen Anlagehorizont sogar günstiger sein als einige der Konkurrenzprodukte.

Darüber hinaus bestehen natürlich auch die Möglichkeit, den ComStage-ETF an der Börse zu handeln. Hier richten sich die Kosten nach den Gebühren, die der Broker auch üblicherweise erhebt. Der ETF ist auch sparplanfähig und kann bei einigen Banken bereits ab 25 Euro bespart werden. Einige der Broker, die den ETF als Sparplan im Angebot haben, ermöglichen sogar, ihn kostenfrei zu besparen.

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Wichtige Kennzahlen des ComStage SDAX ETF

Optionsscheine handelnFür viele Anleger ist natürlich die Wertentwicklung entscheidend bei der Frage, ob sie in einen ETF investieren möchten oder nicht. Das letzte Jahr war für den SDAX ein sehr schwaches Jahr, sodass auch der ComStage-ETF ein Minus von über neun Prozent hinnehmen muss.

Dennoch sind Anleger, die bereits länger investiert sind, immer noch im Plus: Innerhalb der letzten drei Jahre konnte der ETF 18 % zulegen, in den letzten fünf Jahren waren es sogar 53,11 %. Mit einer Rendite von über zehn Prozent ist der ETF durchaus attraktiv, auch wenn der TecDAX diesen Wert im gleichen Zeitraum deutlich überschreiten kann.

Doch auch viele andere Kennzahlen könnten gerade bei risikobewussteren Anlegern den Ausschlag geben:

  • Volatilität 1J: 17,55 %
  • Volatilität 5J: 15,43 %
  • Sharpe Ratio (5J, annualisiert): + 0,59
  • Excess Return (5J): 54,13 %

Gerade die Volatilität liegt damit deutlich unter den Werten des TecDAX, sodass sich mit dem SDAX-ETF der ComStage sicherlich auch einige Anleger wohl fühlen können, für die der TecDAX zu bewegt ist.

Derzeit sind über 100 Millionen Euro in den SDAX investiert. Dies ist grundsätzlich ein guter Wert, der für ausreichend Sicherheit sorgt, auch wenn es natürlich durchaus einige ETFs gibt, die mehr als das zehnfache an Volumen verwalten können. Die Liquidität sollte jedoch unter üblichen Marktbedingungen ausreichend sein. Der ETF wurde im Mai 2011 erstmals aufgelegt, sodass er auch alt genug ist, um ein sicheres Investment darzustellen.

ComStage SDAX ETF

Profil der Fondsgesellschaft: ComStage in französischer Hand

ComStage ist für viele Anleger noch immer eng mit der Commerzbank-Gruppe verknüpft. Diese gründete die Fondsgesellschaft unter dem Namen Commerz Funds Solutions bereits 2008. Sie betreibt die Marke ComStage, unter der vor allem ETFs aufgelegt wurden.

Auch einige andere Fonds, die sich vor allem für Privatanleger eignen, wurden unter diesem Namen vertrieben, sodass die Zielgruppe eindeutig war. Der Sitz ist in Luxemburg, sodass auch die meisten ETFs des Anbieters Luxemburg als Fondsdomizil ausgewählt haben.

Im Laufe der Zeit baute sie sich ein umfassendes Portfolio auf:

  • rund 125 ETFs
  • verschiedene Strategien wie short- oder Dach-ETFs
  • Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Dachfonds oder Zinsen als Basiswert
  • Themen-ETFs

Unter diesem Namen wurden die Fonds schnell bekannt und zählten zu den beliebtesten Produkten in Deutschland und Europa. Allerdings entschloss sich die Commerzbank im Sommer 2018 dazu, die Commerz Funds Solutions zusammen mit anderen Teilen ihrer Investmentsparte an die französische Großbank Société Générale Group zu verkaufen.

Für Anleger soll sich allerdings erst einmal nichts verändern. Dennoch müssen Kunden natürlich den Wechsel im Hinterkopf behalten und ihre Anlegerinformationen und Nachrichten immer genau im Blick behalten. Nur so können Sie auf mögliche Änderungen zeitnah reagieren. Grundsätzlich ist die Société Générale jedoch natürlich auf Augenhöhe mit der Commerzbank und sollte auch als Emittent oder Swap-Partner kein größeres Risiko darstellen.

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Für wen eignet sich der ETF?

Der SDAX ist kein Index, der sich für viele Anleger sehr gut eignet. Dafür ist er durch den Fokus auf die deutsche Wirtschaft zu stark begrenzt. Gerade Anfänger, die nicht genau wissen, warum sie in den SDAX investieren und dies auch anhand der Kennzahlen und Fundamentaldaten belegen können, sollten meistens erst einmal auf eine breite Diversifizierung in ihrem Portfolio achten.

Dies lässt sich mit einigen weltweiten oder wenigstens internationalen ETFs deutlich besser erreichen. Erst danach sollten sie über eine Schwerpunktsetzung, wie sie durch den SDAX erreicht werden kann, durchführen.

Anleger müssen zudem natürlich auch über eine ausreichende Risikoaffinität verfügen. Der SDAX schwankt deutlich weniger stark als der TecDAX. Dennoch ist die Volatilität recht hoch und Anleger müssen durchaus verkraften können, wenn ihr Investment zeitweilig mit mehr als 15 % im Minus steht.

Derartige Wertschwankungen lassen sich bei Nebenwerten nicht vermeiden. Bei Aktienindizes ist es zudem vergleichsweis schwer, ein wesentlich risikoärmeres Investment zu finden, sodass Anleger die starke Volatilität durchaus aushalten müssen.

Wer die entsprechende Risikofreude mitbringt und bereits ein gut diversifiziertes Portfolio sein Eigen nennt, kann mit der Schwerpunktsetzung auf deutsche Nebenwerte allerdings durch mehr Wachstumspotenzial als bei den Blue Chips üblich, häufig gute Renditen erzielen.

ComStage SDAX ETF

Welche Alternativen zum ComStage-ETF auf den SDAX gibt es?

Die beste Trading-StrategieComStage macht sich beim SDAX nur selbst Konkurrenz: Es gibt noch einen weiteren ETF auf den SDAX vom ComStage, den ComStage 1 SDAX UCITS ETF. Er ist deutlich kleiner als der hier behandelte ComStage SDAX TR UCITS ETF und kann nur ein Zehntel des Anlagevermögens vorweisen. Mit dem Auflagendatum von Oktober 2016 ist er allerdings auch deutlich jünger.

Darüber hinaus könnte der Xtrackers Germany MidCap UCITS ETF eine interessante Alternative sein. Er investiert in SDAX, MDAX und TecDAX-Werte und somit vor allem in etwas größere Aktienunternehmen, was ihm gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten mehr Sicherheit geben könnte. Er investiert zudem noch in etwas mehr Titel und kann so noch eine breitere Streuung erzielen.

Anleger, die sich für ein Investment in den TecDAX interessieren, haben zwei ETFs zur Auswahl, die beide physisch replizieren: Der größere stammt von iShares und thesauriert, der andere stammt ebenfalls von ComStage und schüttet die Erträge aus. Anleger legen mit beiden natürlich einen starken Fokus auf den Technologie-Sektor und investieren insgesamt in weniger Titel, sodass die Diversifikation hier etwas schlechter ist, als beim SDAX. Auf der anderen Seite konnte der TecDAX allerdings in den letzten Jahren auch eine wesentlich höhere Rendite verzeichnen.

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Fazit: ComStage SDAX ETF als Alternative zu TecDAX

Der ComStage SDAX TR UCITS ETF eignet sich für alle Anleger, die einen Schwerpunkt auf die deutsche Wirtschaft setzen wollen und sich in diesem Rahmen vor allem für Nebenwerte interessieren. Ähnlich wie über den TecDAX investieren Anleger in aufstrebende und etablierte Unternehmen, die jedoch in der Öffentlichkeit oftmals eher in der zweiten Reihe zu finden sind und durchaus recht weit entfernt von den großen Konzernen sind.

Der ETF bildet den Index physisch nach und schüttet die Erträge aus. Auf diese Weise ist er steuereinfach und Anleger können selbst entscheiden, ob sie das Geld wiederanlegen oder nicht. Außerdem verfügt er über ein Anlagevolumen von über hundert Millionen Euro und bietet somit eine gute Liquidität. Der ETF eignet sich auch für Kleinanleger und Sparer und kann teilweise bereits ab 25 Euro bespart werden.

Insgesamt zählt dieser ETF allerdings auch zu den teureren passiven Indexfonds auf dem Markt. 0,70 % TER sind durchaus nicht günstig.

Bilderquelle:

  • www.shutterstock.com

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