Studentenkredit: Studium günstig finanzieren

April 25, 2019 2:25 pm

Studentenkredit
Wer sich für ein Studium entscheidet, kann schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen. Gerade wenn kein BAföG gewährt wird oder dieses nicht ausreicht, befassen sich viele Studierende mit alternativen Möglichkeiten für die Finanzierung. Es gibt staatlich geförderte Studentenkredite und solche von Banken und Kreditinstituten. Der Vergleich zeigt, dass die Konditionen für einen Studentenkredit unterschiedlicher kaum sein könnten, vor allem bei den Kosten und Rückzahlungsmodalitäten. Welcher Studentenkredit im Einzelfall geeignet ist, hängt vor allem von den persönlichen Lebensumständen ab. Wie Studierende einen besten Kredit finden, um sich während des Studiums finanziell den Rücken freihalten zu können, haben wir getestet.

  • Studentenkredit zu günstigen Konditionen von der Bundesregierung (Bildungskredit)
  • Auch private Banken oder Sparkassen vergeben Studienkredite
  • BAföG als gängiger Studienkredit mit maximaler monatlicher Förderung von über 700 Euro
  • Studentenkredite müssen meist zurückgezahlt werden, wenn auch nicht immer sofort oder zu 100 Prozent
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Studentenkredit bereits ab niedrigen Zinsen möglich

Das Studium ist nicht für jeden ohne finanzielle Unterstützung zu stemmen. Während viele Studierende finanzielle Leistungen durch die Eltern oder durch BAföG-Zahlungen erhalten, sind andere auf alternative Finanzmittel angewiesen. Ein Studentenkredit kann Abhilfe schaffen: Man kann so sein Studium finanzieren und die Unterstützung später zurückzuzahlen. Allerdings gibt es in der Praxis deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten. Studierende können beispielsweise den Bildungskredit der Bundesrepublik Deutschland in Anspruch nehmen, wobei die Höhe der monatlichen Zuwendungen auf 300 Euro begrenzt ist. Wer möchte, kann auch einen Studentenkredit bei Banken beantragen. Allerdings wird hier eine ausreichende Bonität vorausgesetzt.
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Kredit für Studierende mit deutlichen Zinsunterschieden

Die Kreditmöglichkeiten für Studierende sind nicht nur hinsichtlich der monatlichen maximalen Zahlung und der Zugangsvoraussetzungen unterschiedlich, sondern auch in Bezug auf die Zinsen. Im Vergleich der einzelnen Angebote fällt auf, dass die Zinsen zwischen 0,80 Prozent (beim Bildungskredit der Bundesregierung) bis zu über 3 Prozent betragen können. Die hohen Zinsen sind es, die einen Studentenkredit oftmals (unnötig) teuer machen, denn am Ende müssen Studierende die finanzielle Zuwendung zurückzahlen. Doch wie erfolgt eigentlich die Auswahl eines besten Studentenkredits? Im Test haben wir wichtige Kriterien herausgestellt, zu denen beispielsweise der monatliche Zuwendungsbetrag, die Möglichkeit von Einmalzahlungen und der maximale Betrag pro Person gehören.

Studentenkredit bei Banken

Angeboten wird der Kredit für Studierende von vielen Kreditinstituten, vor allem Sparkassen. Doch der Vergleich der Banken zeigt, dass es hier deutliche Unterschiede gibt. Wer beispielsweise den Bildungskredit der Sparkasse nutzt, hat je nach Bundesland individuelle Konditionen und eine individuelle Laufzeit. Der Vorteil: Dieser Bildungskredit ist unabhängig vom Einkommen der Eltern und wird auf Antrag der Studierenden zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist eine gewisse Bonität Voraussetzung, um den Studentenkredit zu erhalten.
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Studentenkredit über KfW Bank

Ein weiteres Angebot der Sparkasse (vor allem durch die Haspa) ist der Studentenkredit über die KfW Bank. Die Studierenden erhalten mehr als 600 Euro monatlich als maximalen Betrag und können auf mehr als 30.000 Euro/Person zurückgreifen. Allerdings ist die Auszahlung auf eine gewisse Semesteranzahl begrenzt. Dafür gibt es vergünstigte Konditionen, denn Studierende erhalten die Förderung durch die KfW Bank. Auch andere Kreditinstitute stellen ähnliche Darlehensangebote für Studierende zur Verfügung, wenngleich die Zinskonditionen und die maximalen monatlichen Beträge stark variieren. Ein erster Vergleich online zeigt häufig schnell, ob das Angebot für die Studierenden überhaupt infrage kommt und nicht unnötig teuer durch überhöhte Zinsen oder eine verpflichtende Restschuldversicherung ist.


Tipp: Beim Vergleich der Studentenkredite ist es für die Kunden empfehlenswert, das Kleingedruckte zu berücksichtigen. Von Vorteil ist es, wenn der Kredit möglichst lange ausgezahlt wird, denn leicht kann es zur Verlängerung des Studienzeitraums kommen, etwa beim Durchfallen in einer Prüfung.

Studienfinanzierung durch Bundesregierung zu Sonderkonditionen

Auch die Bundesregierung unterstützt Studierende und stellt ein besonders günstiges Darlehen zur Verfügung. Die Zinsen dafür sind um ein Vielfaches geringer als bei anderen Kreditinstituten und betragen 0,80 Prozent. Dafür gibt es allerdings hinsichtlich der Finanzierungshöhe deutliche Unterschiede. Wahlweise können sich Studierende monatlich 100, 200 oder 300 Euro auszahlen lassen. Auch eine einmalige Zahlung bis 3.600 Euro ist möglich, wenn ein entsprechender Bedarf (etwa für Schulungsmaterial) nachgewiesen wird. Auch der Bildungskredit der Bundesregierung wird unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem Einkommen der Eltern zur Verfügung gestellt.
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Maximal 7.200 Euro pro Person

Im Gegensatz zu vielen Studentenkrediten von Banken gibt es beim Bildungskredit der Bundesregierung eine Einschränkung. Gewährt wird eine Finanzierungssumme zwischen 1.000 Euro und maximal 7.200 Euro pro Person. Damit ist der Bildungskredit als längerfristige Finanzierung für die Studium und als alleinige Einnahmequelle weniger geeignet. Wer allerdings seine Ausbildung oder berufsbegleitende Ausbildung durch ein Darlehen aufstocken möchte, der kann den Bildungskredit durchaus nutzen. Die Beantragung findet komfortabel online über die entsprechende Homepage statt, wobei neben personenbezogenen Daten auch die Nachweise (beispielsweise zur Schulbildung oder angestrebten Ausbildung) notwendig sind. Die Rückzahlung des Bildungskredites erfolgt nach der Ausbildung. Wie viel Studierende monatlich zurückzahlen müssen, hängt entscheidend von der Einkommenssituation nach dem Studium ab.
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KfW Studienkredit und weitere Fördermöglichkeiten

Optionsscheine handelnAls Alternative zum Bildungskredit der Bundesregierung und den Krediten der Banken gibt es auch den Kredit der KfW Bank. Die monatliche Zahlung liegt bei maximal 650 Euro und wird ab 100 Euro gewährt. Auch hier gibt es das Darlehen unabhängig von den Einkünften der Eltern oder den eigenen Einkommensverhältnissen. Allerdings beträgt die maximale Förderdauer 14 Semester. Auch hinsichtlich des Höchstalters der Studierenden gibt es eine Grenze: 44 Jahre. Das bedeutet vor allem für ältere Studierende, dass es für sie schwierig werden kann, eine finanzielle Unterstützung für ihr Studium oder die Weiterbildung zu erhalten. In dem Fall sind die gängigen Ratendarlehen der Kreditinstitute eine Option, um das Studium zu finanzieren.

Staatliche Förderung häufig günstiger

Beim Vergleich der Konditionen zu den Fördermöglichkeiten fällt auf, dass häufig die staatlichen Fördermöglichkeiten viel günstiger als die Darlehensangebote der Privatwirtschaft sind. Das zeigt sich allein bei den Zinsen, die beim Bildungskredit der Bundesregierung 0,80 Prozent betragen. Zum Vergleich: Ein Kredit für Studierende bei anderen Kreditinstituten wird meist mit Zinsen ab 3,00 Prozent berechnet. Durch die höheren Zinsen sind folglich auch die Kosten für die Rückzahlung um ein Vielfaches erhöht. Wer allerdings auf eine höhere monatliche Unterstützung setzt, der ist meist mit dem Darlehen der Privatwirtschaft besser beraten, da es sogar 650 Euro oder mehr monatlich geben kann.

BAföG für Unterstützung während Studium oder Ausbildung

Das BAföG ist die bekannteste Form des Studentenkredites und wird entweder elternabhängig oder elternunabhängig gewährt. Letzteres gibt es jedoch nur in Ausnahmefällen.
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BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern

Wichtige Trading-TippsDamit Studierende das BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Dazu gehören:

  • Mindestens fünf Jahre Erwerbstätigkeit der Studierenden
  • Bestimmtes Mindesteinkommen innerhalb der fünf Jahre der Erwerbstätigkeit

Studierende können das BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern beantragen, wenn sie eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben. Allerdings müssen insgesamt sechs Jahre Erwerbstätigkeit (inklusive Ausbildungszeitraum) bei der Beantragung zusammenkommen. Das BAföG wird auch unabhängig vom elterlichen Einkommen gewährt, wenn der Aufenthaltsort der Eltern unbekannt ist oder sie nicht in der Lage sind, Unterhalt zu zahlen. Gleiches gilt für Vollwaisen. Damit das elternunabhängige BAföG gewährt wird, findet ein umfangreicher Prüfungsprozess statt, der deutlich länger als die Bewilligung des gängigen BAföG dauern kann. Wie hoch die BAföG-Zahlung ist, wird im Einzelfall entschieden. Da der Betrag des BAföG immer wieder nach oben angepasst wird, kann sich die Unterstützung Jahr für Jahr ändern. Der Höchstsatz für Studierende, die nicht im elterlichen Haushalt leben, liegt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei 735 Euro.
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BAföG durch Anrechnung des elterlichen Einkommens

Grundsätzlich hat jeder Studierende Anspruch auf BAföG. Allerdings wird die Zahlung genau überprüft und ist vor allem von der Höhe des elterlichen Einkommens abhängig. Wer nicht zu Hause lebt und Unterstützung der Eltern erhält, hat Anspruch auf BAföG, das an einen maximalen Satz von 735 Euro geknüpft ist (April 2019). Die maximalen Förderbeträge können sich je nach gesetzlicher Anpassung aber immer wieder erhöhen.

Antrag online stellen und Einkommen der Eltern nachweisen

Um überhaupt BAföG zu erhalten, ist ein Antrag notwendig. Dieser steht online auf der gleichnamigen BAföG-Website zur Verfügung. Mit dem bloßen Ausfüllen des Antrages ist es aber nicht getan. Die Studierenden müssen auch das Einkommen der Eltern nachweisen. Dies kann beispielsweise über die letzten Einkommens- oder Gehaltsnachweise oder die aktuelle Steuererklärung der Eltern geschehen. Verdienen die Eltern zu viel, erhalten die Studierenden eine reduzierte Unterstützung oder das BAföG wird erst gar nicht gewährt. Es gibt bei den Eltern aber auch Freibeträge, die bei der BAföG-Bewilligung angerechnet werden. Für verheiratete Eltern bzw. eingetragene Lebenspartnerschaften sind es 1.715 Euro. Bei einem alleinstehenden Elternteil sind es 1.145 Euro. Wer als Stiefelternteil bei der BAföG-Beantragung angegeben wird, hat einen Freibetrag von 570 Euro und Kinder sowie sonstige Unterhaltsberechtigte, die nicht in einer förderungsfähigen Ausbildung stehen, haben einen Freibetrag von 520 Euro.
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Bedarfssätze bei BAföG

Die Bedarfssätze bei den BAföG-Zahlungen können ebenfalls variieren und werden immer wieder nach aktuellem Stand angepasst. Allerdings werden die Zahlungen erfahrungsgemäß nicht nach unten korrigiert, sodass die Bedarfssätze mit dem Stand vom April 2019 für alle interessierten Studierenden eine gute Orientierung sind. Berücksichtigt wird dabei:
• Lebt der Studierende bei den Eltern oder im eigenen Haushalt?
• Zuschlag für Krankenversicherung
• Schulausbildung/Studium
Wer eine weiterführende Schulausbildung absolviert und eine Fach- und Fachoberschule besucht und bei den Eltern wohnt, erhält keine Förderung. Leben die Auszubildenden/Studierenden allerdings nicht bei den Eltern, gibt es einen Bedarfssatz von 504 Euro. Maximal wird ein Höchstsatz von 590 Euro ausgezahlt.

Höhere Zahlungen bei begleitendem Studium oder anderen beruflichen Ausrichtungen

Wird BAföG für eine Ausbildung an der Berufsfachschule oder Fachschule beantragt und ist dieser Bildungsgang mit einem mindestens zweijährigen berufsqualifizierenden Abschluss versehen, gibt es auch für die Studierenden einen Zuschuss, wenn sie bei den Eltern leben. Er beträgt 231 Euro maximal. Wer nicht bei den Eltern lebt, erhält maximal 590 Euro (inklusive Zuschlag für die Krankenversicherung). Besuchen die Antragsteller eine Abendschule oder möchten sich über eine Fachoberschulklasse qualifizieren, gibt es eine Förderung von 418 Euro, wenn die Antragsteller bei den Eltern leben. Allerdings ist eine abgeschlossene Berufsausbildung für die Förderung Voraussetzung. Leben die Antragsteller nicht bei ihren Eltern, gibt es bei dieser Konstellation einen maximalen Förderungssatz von 673 Euro (inklusive Krankenversicherung).
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Förderung bis 735 Euro bei BAföG möglich

Die beste Trading-StrategieDie Erfahrungen zeigen, dass sogar Förderungen bis zu 735 Euro für die Studierenden möglich sind. Dafür müssen sie allerdings alleine wohnen und BAföG für den Besuch einer Fachschule, Akademie oder Hochschule beantragen. Leben die Antragsteller bei ihren Eltern, gibt es für diese Voraussetzungen ebenfalls einen Förderanspruch von maximal 451 Euro. Möchten die Antragsteller eine Fachhochschulklasse besuchen und haben bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Ausbildung an einem Abendgymnasium absolviert, gibt es ebenfalls die Möglichkeit für BAföG. Der maximale Förderbetrag liegt bei 708 Euro (Antragsteller wohnen nicht zu Hause).
Studentenkredit

Besondere Zuschüsse bei BAföG möglich

Zusätzlich zum regulären Fördersatz gibt es die Möglichkeit, weitere Zuschüsse beim BAföG zu erhalten. Wer beispielsweise alleinerziehend ist, bekommt auch bei der Kinderbetreuung Unterstützung. Hier gibt es auf Nachweis der Bedürftigkeit einen Zuschlag von maximal 130 Euro für jedes Kind. Sind die Antragsteller in einem Internat untergebracht, besteht auch die Möglichkeit, diese Kosten geltend zu machen. Allerdings ist hier der entsprechende Nachweis erforderlich.

Hinweis: rechtzeitig BAföG-Antrag stellen

Erfahrungsgemäß ist vor allem zu Semesterbeginn oder zu Beginn eines neuen Ausbildungsjahres der Andrang bei den Ämtern enorm. Deshalb ist es wichtig, dass der Antrag für die Ausbildungsförderung so bald wie möglich gestellt wird, um eine Zahlungsverzögerung zu vermeiden. Auch eine Checkliste mit allen wichtigen Unterlagen ist empfehlenswert. Neben dem Antrag ist der Nachweis über das Einkommen der Eltern, über mögliche Mietzahlungen oder die Kosten für die Kinderbetreuung wichtig.
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Fazit: Studentenkredit kann monatlich mit mehr als 700 Euro unterstützen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Studierende oder Auszubildende finanzielle Unterstützung erhalten können. Der Studentenkredit wird zu besonders günstigen Konditionen von der Bundesregierung als Bildungskredit zur Verfügung gestellt, beträgt aber maximal monatlich 300 Euro. Außerdem steht er nur bis zu einer Summe von maximal 7.200 Euro/Person zur Verfügung. Wer sein Studium längerfristig finanzieren möchte, kann als Alternative auf ein Studentendarlehen der privaten Banken oder Sparkassen zugreifen oder einen BAföG-Antrag stellen. Vor allem beim BAföG gibt es zahlreiche Zugangsvoraussetzungen, wenngleich eine Zahlung nicht nur vom Verdienst der Eltern abhängig ist. Der maximale Förderbetrag beim BAföG kann sich ändern, aber nur nach oben. Der gegenwärtige Förderbetrag (Stand April 2019) liegt bei maximal 735 Euro. Durch gesetzliche Anpassungen kann er sich in den nächsten Jahren aber weiter nach oben entwickeln. Wer einen Studentenkredit beansprucht hat, muss diesen nach seinem Studium/seiner Ausbildung auch zurückzahlen. Die genauen Modalitäten und die monatliche Rate dafür werden individuell bestimmt und richten sich vor allem nach dem Einkommen der ehemaligen Studierenden/Auszubildenden.
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