Microsoft übernimmt GitHub: Ist mit Auswirkungen auf die Krypto-Szene zu rechnen?

Ripple überholt Ethereum

Microsoft übernimmt die Open-Source-Plattform GitHub.Könnte dies Auswirkungen auf die Kryptoszene haben, da die Plattform bei Entwicklern aus der Szene sehr beliebt ist? Microsoft kündigte an, GitHub für 7,5 Milliarden Dollar zu kaufen. Diese Summe will der große IT-Konzern bis Jahresende in Aktien zahlen. Auf der Plattform von GitHub können IT-Entwickler Quellcodes veröffentlichenund so beispielsweise Feedback von ihren Kolleginnen und Kollegen einholen. Auch viele Blockchain-Protokolle werden auf GitHub verwaltet. Dazu gehört auch die Bitcoin-Blockchain. Aus diesem Grund spielt GitHub auch für die Kryptoszene eine große Rolle.

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Wichtige Webseite für Programmierer

Für viele Programmierer ist GitHub eine wichtig Webseite. Sie tauschen sich dort nicht nur aus, sondern arbeiten auch gemeinsam an Projekten. Dazu stellen sie die Codes ihrer Projekte öffentlich online. So können Codes weiter optimiertwerden. Andere Nutzer können so ein Feedback geben und die Codes kommentieren. Dies ist auch für Blockchain-Projekte sehr interessant, daher ist GitHub auch in der Kryptoszene sehr beliebt.

Überraschende Übernahme

Die Übernahme kommt durchaus überraschend. Microsoft setzte bisher immer auf selbst entwickelte Software-Anwendungen. In jüngster Zeit nutzten aber auch immer mehr Microsoft-Entwickler die Plattform. Ob diese Übernahme langfristige Auswirkungen auf die Kryptoszene haben wird, kann noch nicht abschließend beantwortet werden. Bekannt ist, dass viele Blockchain-Codes auf GitHub veröffentlicht wurden. Beispielsweise wurde der Open-Source-Client der Kryptowährung Litecoin 2011 von seinem Entwickler Charlie Lee auf der Plattform veröffentlicht.

Viele Kryptowährungen arbeiten mit Open-Source-Anwendungen. Dies macht GitHub für dezentrale Distributed-Ledger-Technologien sehr interessant. Codes werden so für alle sichtbar, was bestens mit den Grundgedanken von Kryptowährungen vereinbar ist. Veränderungen bei GitHub könnten sich daher auch auf Blockchain- und Krypto-Projekte auswirken.

Große Veränderungen nicht in Sicht

Allerdings ist bislang noch nicht bekannt, ob Microsoft gravierenden Änderungen an GitHub plant. Möglicherweise ist dies nicht der Fall, da der große IT-Konzern die Plattform aufgrund ihres Erfolgs übernommen hat. Microsoft könnte daher versuchen, das Produkt zu erhalten und an der Erfahrung von GitHub im Umgang mit Open-Source-Projekten teilzuhaben. Microsoft beendete sein eigenes Open-Source-Projekt CodePlex im letzten Jahr.

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Deutliche Kritik aus der Kryptoszene

Auch wenn wohl in nächster Zeit keine einschneidenden Veränderungen bei GitHub anstehen, wurde nach Bekanntwerden der Übernahme Kritik in der Kryptoszene laut. Nutzer beklagten sich unter anderen, dass sie nicht gefragt worden seien, obwohl ihre Codes den wichtigsten Teil der Webseite darstellen. Sie sehen auch die Unabhängigkeit der Plattform bedroht. Einige Nutzer starteten daher bereits eine Petition. Man befürchtet eine Konzentration der Macht auf Microsoft sowie eine Zentralisierung. Dazu kommt, dass viele Coder Microsoft von jeher misstrauen. Allerdings ist auch GitHub selbst eher eine zentralisierte Plattform.

Abwanderung von GitHub möglich

Entwickler aus der Kryptoszene könnten sich daher dazu entscheiden, GitHub in Zukunft gar nicht mehr oder zumindest weniger zu nutzen. Alex an de Sande von der Ethereum-Foundation schrieb dazu bei Twitter, dass eine zentralisierte Plattform nicht mit Plattformen wie der komplett dezentralisierten Seite Git Respository zu vergleichen sei. GitHub habe sich nur als Nummer 1 für Open-Source-Projekte durchsetzen können, weil eine zentralisierte Plattform bequemer für die Nutzer ist. Daher sei die Übernahme durch Microsoft nun eine Lehre.

Auch von der Free Software Foundationkam massive Kritik an der Übernahme. Man klagte über die Zentralisierung der Softwareentwicklungund forderte die Entwickler auf, sich mehr Gedanken über Abhängigkeiten zu machen sowie selbst zu entscheiden, wie viel Kontrolle sie bei der Entwicklung von Software haben wollen.

Wechsel zur Konkurrenz

Andere Entwickler denken über einen Abschied von GitHub nach. Bitcoin veröffentlichte bislang fast alle Codes und Protokolle auf der Webseite.Wenn sich nun alle Entwickler nach Alternativen umschauen, wäre dies ein großer Rückschlag für GitHub und damit auch Microsoft. Der Konkurrent GitLab könnte nun für die Kryptoszene attraktiver werden. Unter dem Hashtag #movingtogitlab wird derzeit dafür geworben, zu GitLab zu wechseln. GitLab reagierte rasch und versprach neuen Nutzern einen Rabatt von 75 Prozent auf Gold- und Ultimate-Mitgliedschaften. Allerdings war die Plattform rasch von dem Ansturm neuer Nutzer überfordert. Daher ist derzeit unklar, ob GitLab in der Tat eine dauerhafte Alternative darstellen kann.

Einstieg in die Kryptoszene?

Möglicherweise könnte die Übernahme von GitHub allerdings auch einen Einstieg in die Krypto-Branche für Microsoft bedeuten. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich Microsoft gegenüber Kryptowährungen und der Blockchain positioniert. Bisher war die Kritik an der Übernahme zum Teil sehr deutlich. Man befürchtet eine zu große Kommerzialisierung der Plattform und zu große Einflussnahme durch Microsoft.

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Nicht die erste Microsoft-Übernahme

Für Microsoft ist die Übernahme von GitHub nicht die erste. Auch LinkedIn und Skypewurden vom IT-Riesen gekauft. Die Übernahme von LinkedIn verlief problemlos. Das berufliche Netzwerk ist bis heute weitestgehend unabhängig. Der Übernahme von Skype folgten jedoch Beschwerden über das Re-Design.

Für Microsoft bedeutet die Übernahme von GitHub eine Neuausrichtung der Geschäftspolitik. Man will sich unabhängiger vom hauseigenen Betriebssystem Windows machen und in der Linux-Welt aktiver werden. Bei GitHub sind mittlerweile über 1,8 Millionen Entwickler, Unternehmen und Organisationen unterwegs, darunter auch weltbekannte Konzerne wie IBM oder Facebook. Zuletzt wurde die Plattform mit einem Wert von zwei Milliarden Dollar bewertet. Damit bezahlt Microsoft nun einen Preis, der deutlich über dem Wert der Plattform liegt. Microsoft geht damit seinen Weg, auf Cloud-Angebote zu setzen und das Unternehmen für den Open-Source-Bereich zu öffnen, weiter.

Microsoft in der Szene eher unbeliebt

Microsoft ist in der Entwickler-Branche wenig beliebt. Einer der Gründe hierfür ist, dass sich der ehemalige Microsoft-Chef Steve Ballmer immer wieder gegen die Konkurrenz von Linux aussprach. Außerdem ist man in Sorge, dass das Unternehmen sein Telemetrie-Programm zu Datensammlung und Analyse von Daten auch auf GitHub übertragen könnte.

Microsoft hat derzeit, wie bereits erwähnt, nicht überall das beste Image. Daher kann die Übernahme von GitHub auch dahingehend interpretiert werden, dass das Unternehmen auf diesem Weg versucht, sein Image aufzupolieren. Microsoft galt lange als sehr zurückhaltend im Umgang mit seinen Quellcodes. Informationen darüber drangen nicht nach außen. Viele Jahre war Microsoft mit dieser Strategie die Nummer 1 der IT-Szene.

Neue Führung für GitHub

Der derzeitige Vizechef von Microsoft, Nat Friedman, soll der neue CEO von GitHub werden. GitHub wurde vor zehn Jahren als Logical Awesome LLC gegründet und von Chris Wanstrath, PJ Hyett und Tom Preston-Werner entwickelt. Die Plattform ging im Februar 2008 an den Start. Das Unternehmen GitHub, Inc. mit Sitz in San Francisco besteht schon ein Jahr länger. Mit dem Kauf durch Microsoft stiegt der Wert der Plattform enorm an.Microsoft war bisher eines der aktivsten Unternehmen auf GitHub.Microsoft betonte, dass die Plattform unabhängig weiterarbeiten soll, um eine Plattform für Entwickler in allen Branchen zu bleiben.

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Microsoft verlor den Anschluss

Noch 2007 war Microsoft das wertvollste IT-Unternehmen der Welt.Danach hat Microsoft jedoch die Veränderungen durch Digitalisierung und Smartphones unterschätzt. Beispielsweise sagte Steve Ballmer damals, es gebe keine Chance, dass das iPhone einen bedeutenden Marktanteil erreichen werde. Das Telefon werde höchstens zwei bis drei Prozent des Marktes besetzten. Solche Aussagen wirken aus heutiger Sicht durchaus realitätsfern. Damals konnte sich Microsoft nicht vorstellen, dass Unternehmen wie Apple das Unternehmen bald überholen würden.

In den Folgejahren scheiterten einige Versuche von Microsoft, wieder Anschluss zu finden.Unter anderem wurde die Produktion eines eigenen Smartphones wieder eingestellt. Erst 2014 unter dem neuen Chef  Satya Nadella änderte das Unternehmen seine Strategie und wurde offener gegenüber Kooperationen. Vor allem gegenüber Cloud-Anwendungen zeigte man sich offen. Dies zahlte sich aus. Heute ist Microsoft zwar hinsichtlich des Börsenwerts zwar immer noch weit hinter Apple, allerdings konnte man kürzlich den Google-Mutterkonzern Alphabet überholen.

Neben der Cloud ist nun wohl Open Source das zweite große Thema bei Microsoft. Microsoft steht nun allerdings vor der Aufgabe, die Entwickler-Community von GitHub zu überzeugen. Auch für die Blockchain und Kryptowährungen könnte sich Microsoft langfristig offen zeigen.

Fazit: Kritik aus der Kryptoszene an Übernahme von GitHub durch Microsoft

Die Übernahme der Open-Source-Plattform GitHub durch Microsoftkönnte auch für die Kryptoszene nicht ohne Folgen bleiben. Die Webseite ist bei Entwicklern sehr beliebt und auch viele Blockchain-Protokolle darunter auch das Blockchain-Protokoll von Bitcoin, werden auf der Plattform verwaltet. Entwickler stellen hier Codes online, damit Kolleginnen und Kollegen ihr Feedback dazu geben können. So kann ein Code stetig verbessert werden.

Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass Microsoft die Plattform für 7,5 Milliarden Dollar kaufen wird. Aus der Kryptoszene wurde massive Kritik an der Übernahme laut.Allerdings ist es derzeit unwahrscheinlich, dass Microsoft in naher Zukunft gravierende Änderungen vornehmen wird. Entwickler sorgen sich jedoch, dass die Unabhängigkeit der Plattform verloren gehen könnte. Microsoft könnte einen großen Teil der Macht an sich reißen, die Plattform weiter zentralisieren und einseitig Veränderungen vornehmen. Auch eine zunehmende Kommerzialisierung wird befürchtet.

Möglicherweise wechseln nun viele Entwickler aus der Kryptoszene zur Konkurrenzvon GitLab. Die Plattform hatte jedoch zunächst Probleme mit den vielen neuen Nutzern. Daher ist fraglich, ob sich die Webseite langfristig zu einer Alternative entwickeln wird.

Die Übernahme von GitHub könnte für Microsoft auch einen Einstieg in die Kryptoszene bedeuten. Bislang ist jedoch unbekannt, wie sich das Unternehmen zur Blockchain und zu Kryptowährungen positionieren wird. Außerdem bedeutet die Übernahme für Microsoft eine Neuausrichtung seiner Geschäftspolitik. Unter anderem will man unabhängiger vom hauseigenen Betriebssystem Windows werden. Schon seit einiger Zeit konzentriert man sich besonders auf Cloud-Anwendungen. Die Übernahme könnte auch zu einer Verbesserung des Images beitragen.

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