Vom Amateur zum Börsenprofi

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Es ist nicht so, wie es scheint

Die Werbeindustrie versucht uns immer wieder den Eindruck zu vermitteln, dass der Börsenhandel so einfach wäre wie Fahrradfahren. Schnell ein Wochenendseminar gebucht und schon rollt der Rubel. Das klingt wie Reichtum ohne Anstrengung.

Die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten kommt schneller als man denkt. Grundsätzlich kann ein Kursverlauf nur drei Richtung einnehmen: Aufwärts, Abwärts und Seitwärts. Das bedeutet, auch ein Börsenanfänger kann mit ein wenig Glück eine durchaus erstaunliche Performance an der Börse erzielen. Das Problem ist allerdings, dass langfristig das Glück immer beim Tüchtigen liegt. Börsenprofis arbeiten immer mit einem statistischen Vorteil. Daher werden die Erfolge eines Börsenanfängers irgendwann wieder abgegeben.

Ohne Vorteil gibt es keinen dauerhaften Erfolg

Die Realität ist gnadenlos, denn jeder Börsenprofi hat einen psychologisch harten und herausfordernden Beruf. Der Markt ist wettbewerbsorientiert und die anderen Trader, sind alles andere als dumm. Es erfordert sehr viel Arbeitsaufwand, um sich einen dauerhaften Vorteil zu arbeiten. Die Profis bezeichnen diesen Vorteil als „Edge“ und er lässt sich mit der Börsenmathematik erklären. Es ist nämlich ein kleiner statistischer Vorteil.

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
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Es lohnt sich nicht als privater Trader gegen institutionelle Marktteilnehmer anzutreten. Sie sind besser informiert, hochkapitalisiert und können auf großes Know-how zurückgreifen. Die Konsequenz für den privaten Trader kann nur bedeuten: Er muss sich spezialisieren. Die Spezialisierung hat den Effekt, dass er in einem kleinen Bereich besser als der Marktdurchschnitt sein sollte. Leider ist der Edge im Trading flüchtig. Somit kämpft der Profitrader immer mit der aktuellen Marktstruktur, die den Vorteil stärker oder schwächer schwanken lässt.

Das Dasein eines Profitraders ist ein lohnenswerter Beruf. Es ermöglicht die völlige Freiheit im Leben. Als Trader kann man praktisch an jedem Ort der Erde leben, sofern es eine gute Internetverbindung gibt. Der einzige Chef ist der Markt. Mit dem sollte man allerdings besser nicht diskutieren, denn er besitzt Brutalität. Er zeigt sie nicht oft, aber sie liegt in seinem Charakter.

Konzentrieren Sie sich auf ihre Ausbildung

Es ist schwierig zu beschreiben, was den Kern des Profitraders ausmacht. Eine hohe Intelligenz sollte von Vorteil sein, doch sie garantiert nichts. Es gibt jede Menge Trottel, die sehr viel Geld an der Börse verdienen. In jedem Fall ist ein wacher Geist mit einer schnellen Auffassungsgabe und einer Portion Mut von großem Vorteil. Innerhalb der Börsenwelt gibt es ziemlich viele Mathematiker und Informatiker. Vielleicht haben bestimmte Fachrichtungen, die systematisches und chancenorientiertes Denken fördern, einen Vorteil.

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Die technische Ausstattung

Es gibt Börsenarbeitsplätze, die aussehen wie eine Raketenüberwachung der NASA. Dutzende Monitore suggerieren, dass der Trader sehr arbeitseifrig ist und alles überwacht. Doch was hat das mit Börsenerfolg zu tun? Nichts. Die Multi-Monitor-Ausstattungen sind nur für einen kleinen Kreis der Trader nützlich. Einen Erfolg garantieren sie nicht.

Alles, was Sie zum erfolgreichen Trading benötigen, ist einfach zu beschaffen. Sehr wichtig ist eine stabile und schnelle Internetverbindung. Des Weiteren sollten ein moderner PC und ein größerer Bildschirm nützlich sein. Wenn jetzt noch ein effektives Handelssystem den Trader-Alltag abrundet, dann gibt es beste Voraussetzungen. Meistens basiert das Handelssystem auf einer Software, die dann auf dem PC installiert ist. In der Summe ist der Einstieg in die Börsenwelt also ziemlich günstig und einfach. Meistens ergibt sich aus dem praktischen Börsenhandel, der notwendige Bedarf für das Equipment. Somit ist es möglich, die Ausstattung mit der Zeit immer weiter aufzurüsten

Wesentlich wichtiger als das Equipment sind die inneren Voraussetzungen des Traders, denn ein Schaf bleibt ein Schaf, egal ob man dem Schaf die Streifen eines Tigers anmalt.

Außerordentlicher Börsenerfolg enthält oft eine größere Portion Aggressivität, die gepaart ist mit einer Sensibilität, die vor Verlusten schützt. Diese Kombination ist nicht oft anzutreffen.

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Know-how und Erfahrung sind lebensnotwendig

Ein großer Teil des Börsenerfolgs entsteht über Wissen und Erfahrung. Mithilfe von Lehrbüchern oder Seminaren kann man sich Grundlagen erarbeiten. Erfahrung bekommt man aber nur durch eigenes Handeln – und das über einen längeren Zeitraum. Es ist ein völlig anderes Gefühl, wenn man eine Position im Paper-Trading eröffnet wird, oder wenn sie auf einem realen Konto gehandelt wird. Generell kann man sagen: Je größer eine Handelspositionen ist, desto größer sind die emotionalen Verstrickungen.

Das notwendige Kapital

Beim benötigten Kapital scheiden sich die Geister. Man liest gelegentlich Geschichten von einem 1000-Euro-Konto, das auf 100000 Euro hoch gehandelt werden konnte, doch es ist völlig irreal zu glauben, dass es wiederholbar wäre. So etwas ist die Ausnahme und nicht die Normalität. Trader, die so etwas geschafft haben, haben meistens zuvor ihre Depots zerlegt.

Um als Profitrader zu leben, benötigen Sie genügend Kapital, um mit den Trades bei einem kontrollierbaren Risiko den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Wenn Sie nur 10.000 Euro zum Trading zur Verfügung haben, dann benötigen Sie eine herausragende Jahresrendite, um davon zu leben. Schließlich müssen sie für ihren Lebensunterhalt immer wieder Kapital vom Konto entnehmen.

Selbst wenn Sie genügend Kapital besitzen, um ihre Trading-Strategie langfristig umzusetzen, benötigen Sie zusätzliche Reserven. Dürreperioden werden ganz sicher kommen. Sobald Sie anfangen, über ihr wirtschaftliches Überleben zu bangen, werden die negativen Emotionen sie aushöhlen. Es führt dazu, dass Sie emotional schwere Trades nicht mehr umsetzen können, und die Performance nachlässt.

Der Wettbewerbsvorteil

Wer viel an der Börse gewinnt, der erzeugt bei anderen Marktteilnehmern Verluste. Wenn Sie am Markt eine Position halten, dann muss jemand anderes die Gegenposition einnehmen. Sie werden einen Gewinn erzielen können, wenn der Handelspartner eine schlechtere Entscheidung trifft. Trading ist somit ein Wettbewerb, wo im Moment des Handelns die richtige Entscheidung zum Gewinn führt. Deshalb ist ein statistischer Vorteil lebensnotwendig. Ohne einen Vorteil gibt es dauerhaft keine Gewinne. Sie müssen daher genau wissen, was sie besser als andere können. Können Sie die Frage nicht beantworten, dann haben sie vermutlich auch keinen Vorteil.

Die Notwendigkeit des Vorteils ist der Grund, warum sich viele erfolgreiche Trader auf ein sehr enges Marktsegment spezialisieren. Sie beherrschen es in- und auswendig und jeder Marktteilnehmer, der es wagt, gegen die Spezialisten anzutreten, der hat die Statistik gegen sich. Profitrader arbeiten wie ein Spielcasino. Sie animieren andere zum Spielen, weil sie wissen, dass die Mathematik auf ihrer Seite ist.

Die Disziplin ist der stärkste Erfolgsfaktor

Ohne Disziplin ist dauerhafter Börsenerfolg unmöglich. Wer seine Strategie nicht umsetzen kann, der verschenkt seinen Wettbewerbsvorteil. Ein Glückstreffer an der Börse, der zum Reichtum führt, ist nett aber nicht professionell. Börsenprofis erleben das Trading eher wie einen Marathonlauf. Disziplin besteht aus dem Durchhaltevermögen, einer stabilen Psyche und dem Regelwerk des Börsensystems.

Suchen Sie Unterstützung im Umfeld

Trader führen oft ein einsames Dasein mit hohem Stress. Außenstehende können ihn meistens nicht nachvollziehen. Wenn Sie als Trader kein Umfeld haben, das sie unterstützt, dann multipliziert sich der Börsenstress. Nach einer Reihe von Fehlern, werden Sie sich unwohl fühlen. Wenn Ihnen dann auch noch ihr Partner Vorwürfe macht, werden die negativen Gefühle drastisch verstärkt. Infolgedessen treffen sie am Markt noch schlechtere Entscheidungen.

Fazit: Es ist vile Arbeit, doch es lohnt sich

Es ist möglich und es ist lohnend ein Börsenprofi zu sein. Es ist jedoch alles andere als leicht. Im Leben wird Ihnen nichts geschenkt – schon gar nicht an der Börse. Planen Sie den Börsenhandel, wie ein Unternehmen. Bereiten Sie alles vor, und schaffen Sie die Voraussetzungen zum Erfolg. Der Gewinn wird dann nicht lange auf sich warten lassen.

 

Trading mit GDL

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