Besonderheiten des Rohstoffhandels: Das müssen Trader wissen

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Was sind die Besonderheiten des Rohstoffhandels? Diese Frage sollten sich Anleger stellen, die an einer Investition in die Anlageklasse Rohstoffe interessiert sind. Gerade im Vergleich zum Aktienhandel sind nämlich einige Unterschiede festzustellen, die dem Handel mit Rohstoffen eine Sonderstellung einräumen. Wo genau diese liegen, erklärt dieser Ratgeber im Nachfolgenden. Dabei gehen wir aber nicht nur auf die Unterschiede zum Handel mit Aktien und anderen Anlageklassen ein. Erklärt werden darüber hinaus auch zentrale Begriffe des Rohstoffhandels, wie etwa Rollover, Backwardation und Contango.

Außerdem zeigen wir nicht nur, in welcher Form Rohstoffe gehandelt werden. Wir bieten auch eine Kurzübersicht über die wichtigsten Handelsplätze und erklären, wie diese sich von anderen Börsen unterscheiden. Mit Hilfe dieses Ratgebers sollen sich insbesondere Anfänger über die Besonderheiten des Rohstoff Handels informieren können. Doch er ist nicht allen für diese gedacht. Auch erfahrene Trader können diesen als Hilfestellung beim täglichen Trading mit Rohstoffen nutzen.

In diese Teilbereiche lässt sich der Rohstoffmarkt gliedern

Wichtige Trading-TippsAn der Börse gehandelte Rohstoffe werden auch Commodities genannt. Der dem Englischen entlehnte Begriff ist auf das lateinische Wort „commoditas“ zurückzuführen, was Bequemlichkeit bedeutet. Auf den modernen Rohstoffhandel übertragen bedeutet dies, dass der Käufer eines Rohstoffes eine stets gleichbleibende Qualität und Quantität erwarten kann. Dies ist auf die Standardisierung des Rohstoffmarktes zurückzuführen, die bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts an der Chicago Board of Trade etabliert wurde. Dadurch können Anleger das Finanzinstrument an Börsen handeln und Handelsstrategien anwenden.

Innerhalb der Anlageklasse „Rohstoffe“ existieren mehrere Untergruppen, zu denen die einzelnen Basiswerte zugeordnet werden können. Diese lauten wie folgt:

  • Industriemetalle
  • Agrarmetalle
  • Energierohstoffe
  • Agrarrohstoffe

Daneben existiert eine Unterteilung der Rohstoffe in „Soft Commodities“ und „Hard Commodities“. Zu den Soft Commodities werden in der Regel alle Rohstoffe gezählt, die angebaut und geerntet werden. Womit meist die gesamte Gruppe der Agrarrohstoffe gemeint ist. Zu beachten ist jedoch, dass sowohl in der Literatur als auch bei einigen Brokern nur ausgewählte Agrarrohstoffe zu den Soft Commodities gezählt werden. Eine allgemeingültige Definition existiert nicht, was durchaus eine Besonderheit des Rohstoffhandels darstellt.

Alle Rohstoffe, die aus der Erde gefördert  oder abgebaut werden müssen, werden hingegen den „Hard Commodities“ zugeordnet. Prominente Beispiele aus dieser Gruppe sind Öl und Kohle (Energierohstoffe), Gold und Silber (Edelmetalle) oder Blei und Kupfer (Industriemetalle).

Gut zu wissen

Eine weitere Besonderheit des Rohstoffmarkts stellt die Tatsache dar, dass es von einigen Produkten mehrere Sorten gibt. Ein gutes Beispiel stellt Rohöl dar. Hier gelten die Sorten West Texas Intermediate (WTI) und Brent Crude Oil als wichtigste Sorten. Gleichzeitig sind sie Referenzsorten, an deren Preis sich viele andere Rohölsorten orientieren.

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So können Anleger in Rohstoffe investieren

Die beste Trading-StrategieWie können Anleger in Rohstoffe investieren? Auch hier ist eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Finanzprodukten festzustellen. Als Gegenbeispiel soll in unserem Fall der Aktienhandel dienen. Wer in ein Unternehmen investieren möchte, hat die Möglichkeit am Markt dessen Aktien zu kaufen. Steigt der Aktienkurs, können die Anteile wieder mit Gewinn verkauft werden. Fällt der Kurs, tritt Gegenteiliges ein. Die Aktie geht dabei tatsächlich in den Besitz des Käufers über, mit allen Rechten und Pflichten, die damit verbunden sind.

Bei einer Investition in Rohstoffe stellt sich dieser Fall jedoch anders dar. Wer hier in Öl investiert, erwirbt nicht tatsächlich ein Barrel der Nordseesorte Brent Crude Oil. Für Privatanleger wäre diese Vorgehensweise auch mehr als ungeeignet, schließlich würden zu den Handelskosten auch die Kosten für Transport und Lagerung hinzukommen. Aus diesem Grund haben sich im Laufe der Jahre mehrere Handelsformen herausgebildet, über die sowohl direkte als auch indirekte Investitionen in Rohstoffe möglich sind. Hierzu gehören:

  • Rohstoff Futures
  • CFDs auf Rohstoffe
  • ETCs auf Rohstoffe
  • ETFs auf Rohstoffe

So entbindet beispielsweise ein Futures Kontrakt auf Rohstoffe den Käufer von der Verpflichtung, den Basiswert umgehend entgegennehmen zu müssen. Käufer- und Verkäuferseite schließen stattdessen ein in der Zukunft liegendes Geschäft ab und verpflichten sich, die Lieferung (Verkäufer) und Abnahme (Verkäufer) auch tatsächlich durchzuführen. In einem Futures Kontrakt ist daher genau geregelt, worum es sich bei dem Vertragsgegenstand handelt, welche Menge und Qualität geliefert wird, wann der Erfüllungszeitpunkt ist und zu welchem Preis der Handel durchgeführt wird.

Es kann direkt oder indirekt in Rohstoffe investiert werden

Der Handel mit Rohstoffen findet an speziellen Rohstoffbörsen statt

Stopp Loss TradingDer Futureshandel mit Rohstoffen findet an Warenterminbörsen statt. Diese unterscheiden sich von anderen Wertpapierbörsen in der Hinsicht, dass hier ausschließlich Rohstoffe, oftmals sogar nur einzelne Rohstoffe gehandelt werden. Zu einer der wichtigsten Börsen gehört die New York Mercantile Exchange (NYMEX), die in der US-amerikanischen Ostküstenmetropole beheimatet ist. Sie entstand in den 1990er Jahren aus einem Zusammenschluss der New York Mercantile Exchange und der New York Commodities Exchange (COMEX) und gilt heute als größte Warenterminbörse.

Diese Rohstoffbörse in New York stellt allerdings nur eine von weltweit vielen dar. Ebenfalls in den USA ist beispielsweise die Chicago Board of Trade (CBOT) beheimatet. In derselben Stadt ist außerdem die Chicago Mercantile Exchange (CME) beheimatet. Alle in diesem Abschnitt genannten Börsen gehören zur CME Group, was diese zur weltgrößten Options- und Terminbörse macht. Bekannte Beispiele aus Europa sind die European Exchange (Eurex), die aus einem Zusammenschluss der Deutschen Terminbörse (DTB) mit Swiss Options entstand. Die London Metal Exchange (LME) ist die größte aller in der britischen Hauptstadt ansässigen Rohstoffbörsen.

Trotz einiger Unterschiede verbindet alle Terminbörsen eine Gemeinsamkeit: sie treten bei Transaktionen von Rohstoff Futures als Gegenpartei auf. Dadurch können sich sowohl Verkäufer als auch Käufer sicher sein, dass es zur Erfüllung der Ansprüche kommt. Eine Überprüfung der Gegenseite durch den Käufer oder Verkäufer kann so entfallen.

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Später bezahlen: Darum findet der Handel nicht am Spotmarkt statt

Kosten des TradingsDer Spot- oder Kassamarkt ist für Privatanleger, die in Rohstoffe investieren möchten, mehr als ungeeignet. Schließlich muss es hier innerhalb weniger Tage zu einer Erfüllung des Handels kommen. Wie zuvor bereits dargelegt, wäre ein Handel dort aufgrund der hohen Lager- und Transportkosten sowie der Verderblichkeit der Lebensmittel nicht wirtschaftlich. Zwar findet auch am Spotmarkt Rohstoffhandel statt, hier bestehen die Marktteilnehmer jedoch zum größten Teil aus Produzenten und Verbrauchern.

Aus diesem Grund hat sich neben dem Spotmarkt der Futuresmarkt etabliert. Der Handel mit Futures findet – der Name lässt es bereits vermuten – nicht sofort, sondern in der Zukunft statt. Dadurch entfallen zahlreiche Probleme, die der Handel am Spotmarkt mit sich bringen würde. Gleichzeitig ergeben sich aber auch neue. Diese resultieren aus der Eigenschaft, dass Futureskontrakte eine begrenzte Laufzeit besitzen. Am Fälligkeitstag ist der Käufer zur Abnahme des Rohstoffs verpflichtet, der Verkäufer gleichzeitig zur Lieferung.

Dieses Problem kann durch die Glattstellung einer Position umgangen werden. Dabei gehen Anleger wie folgt vor:

  1. Bei Einnahme einer Longposition: Um als Käufer nicht tatsächlich mit dem Rohstoff beliefert zu werden, muss der Rohstofffuture rechtzeitig vor dem Fälligkeitsdatum verkauft werden.
  2. Bei Einnahme einer Shortposition: Um als Verkäufer nicht zur Lieferung verpflichtet zu sein, muss die Position rechtzeitig glattgestellt werden, indem derselbe Kontrakt gekauft wird.

Dies ist die übliche Vorgehensweise am Futuresmarkt. Privatanleger sind hauptsächlich daran interessiert, eine Rendite durch den Kauf und Verkauf zu erzielen. Der tatsächliche, physikalische Verkauf des Rohstoffs ist in der Regel nicht interessant.

Gut zu wissen

Keine Regel ohne Ausnahmen. Denn nicht alle Rohstoffe werden von Privatanlegern ausschließlich am Futuresmarkt gehandelt. Davon ausgenommen sind Edelmetalle. Wer in Gold oder Silber als Krisenwährung investieren will, kann dies ebenfalls über den Spotmarkt. Edelmetalle sind auch in kleinen Mengen wertvoll und in Form von Barren, Münzen oder Medaillen leicht in einem Tresor lagerfähig.

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Wie ist eine langfristige Investition in Rohstoffe möglich?

Im letzten Abschnitt wurde bereits auf die Eigenschaft der Fälligkeit bei Futureskontrakten hingewiesen. Daraus resultiert, dass Positionen rechtzeitig vor Ablauf des Kontrakts glattgestellt werden müssen, damit es nicht tatsächlich zur Auslieferung kommt. Da die Laufzeit von Kontrakten meist auf mehrere Wochen oder Monate begrenzt ist, ergibt sich wiederum ein Problem für Anleger, die über Jahre hinweg in ein und denselben Rohstoff investieren möchten.

Dies ist über ein „Rollen“ seines Investments möglich. Das Rollen von Futureskontrakten beinhaltet zunächst das Glattstellen der Position wie zuvor beschrieben. Anschließend nimmt der Anleger dann erneut eine Position mit längerer Laufzeit im entsprechenden Future ein. Zur Positionseröffnung kann also der Erlös verwendet werden, der durch die vorherige Glattstellung erzielt wurde. Auf diese Art und Weise ist es möglich, eine Investition in einen Rohstoff auch über Jahre hinweg aufrecht zu erhalten. Zur Erfüllung eines Futureskontrakts und der daraus resultierenden Lieferung kommt es also nicht.

In der Regel werden Positionen kurz vor Fälligkeit glattgestellt. Das führt dazu, dass die Liquidität von Futureskontrakten mit kurzer Restlaufzeit deutlich höher ist als die Liquidität von langlaufenden Kontrakten. So haben Anleger meist problemlos die Möglichkeit, ihren auslaufenden Vertrag in den nächstfälligen Kontrakt zu rollen. Gleichzeitig ist es oftmals jedoch nicht möglich, langlaufende Kontrakte zu einem guten Preis glattzustellen, da die entsprechenden Gegenangebote fehlen.

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Backwardation und Contango: Was ist hierunter zu verstehen?

Optionsscheine handelnIn der Einleitung dieses Ratgebers wurde gesagt, dass zur Erklärung der Rohstoff Besonderheiten auch wichtige Begriffe definiert werden. Hierzu gehört unter anderem der Rollvorgang, der eben bereits näher beschrieben wurde. Gebräuchlich ist ebenfalls der englische Begriff „Rollovers“. Rollvorgänge finden stets statt, um von einem auslaufenden Future in den nächsten wechseln zu können. Eine Strategie ist dabei, Kontrakte mit möglichst geringer Laufzeit zu wählen, da deren Markt am liquidesten ist.

Bei diesem Vorgang können jedoch zwei Situationen eintreten, die mit Contango und Backwardation beschrieben werden. Es folgt nun eine Erläuterung dieser beiden Begriffe, die in Zusammenhang mit jedem Rollvorgang stehen.

  1. Contango: Bei einem Rollvorgang kann der Fall eintreten, dass der neue Kontrakt mit einem höheren Preis notiert als der auslaufende. Um weiter in den Rohstoff Future investieren zu können, muss also ein Preisaufschlag entrichtet werden. Dieser bildet sich aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis. Diese Situation wird „Contango“ genannt.
  2. Backwardation: Im umgekehrten Fall wird von einer Backwardation gesprochen. Hierfür muss der Preis des neuen Futures unter dem Verkaufspreis des alten notieren. Die Differenz zwischen beiden Kursen hat einen Gewinn für den Anleger zur Folge.

Aus diesen Situationen können Erkenntnisse in Bezug auf die Terminmarktkurve abgeleitet werden. Eine steigende Terminmarktkurve ist die Folge eine Contango Situation, eine fallende entsprechend die Folge einer Backwardation Situation.

Gut zu wissen

Wer erfolgreich in Rohstoffe investieren möchte, muss sich der Bedeutung der beiden Begriffe „Contango“ und „Backwardation“ unbedingt bewusst sein. Es ist natürlich nicht möglich, durch dauerhaftes Rollen eines Futures ein Rohstoffinvestment zum gleichen Preis aufrecht zu erhalten. Durch die beiden beschriebenen Vorgänge kann es zu Rollverlusten und Rollgewinnen kommen, die Rohstoff Trader berücksichtigen müssen.

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Fazit: Die Besonderheiten des Rohstoffhandels sind vielfältig

Wer sich für eine Investition in Rohstoffe interessiert, muss sich zunächst der Tatsache bewusst machen, dass für diesen Markt andere Regeln gelten als beispielsweise für den Aktienmarkt. Der Handel am Spotmarkt gilt als äußerst komplex und ist für Privatanleger nicht empfehlenswert. Aufgrund hoher Transport- und Lagerkosten ist ein solches direktes Investment nicht wirtschaftlich. Bei Lebensmitteln kommt hierzu außerdem das Problem der schnellen Verderblichkeit. Aus diesem Grund wurden für Privatanleger andere Wege geschaffen, die ihnen eine Investition am Rohstoff Markt ermöglichen. Sowohl auf dem direkten als auch auf dem indirekten Weg. Dadurch können Trader mittlerweile beispielsweise über Futures, ETFs, ETCs oder CFDs in Edelmetalle, Industriemetalle, Energieprodukte oder Agrarrohstoffe investieren.

Dies sind längst aber nicht die einzigen Besonderheiten des Rohstoffhandels. Vor allem beim weitverbreiteten Futureshandel von Rohstoffen sind ebenfalls einige Dinge zu beachten. So findet der Handel nicht umgehend statt, sondern erst in der Zukunft. In einem Futureskontrakt ist zu diesem Zweck neben vielen Details auch der Fälligkeitstag geregelt. Bei Abschluss eines Kontrakts verpflichten sich beide Seiten, das Produkt zu liefern oder entgegenzunehmen. Um dies zu verhindern kann eine Position zuvor glattgestellt werden, woraus ein Gewinn oder Verlust für den Anleger resultiert. Langfristige Investitionen sind über Rollovers möglich. Hierzu wird im Anschluss an die Glattstellung ein weiterer Future im gleichen Rohstoff gekauft.

Ist hierbei ein Preisaufschlag zu entrichten, so nennt sich der Vorgang Contango – es entsteht also ein Rollverlust. Im umgekehrten Fall wird von Backwardation gesprochen, es entsteht ein Rollgewinn durch den niedrigeren Preis des neuen Futures. Festzuhalten bleibt abschließend, dass der Rohstoff Markt sehr komplex ist und viele Besonderheiten aufweist. Unser Ratgeber soll Einsteigern daher die Möglichkeit geben, diese kennenzulernen und beim Handel mit Rohstoffen zu berücksichtigen.

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