Lage der Kreditinstitute Griechenlands

Die prekäre finanzielle Situation Griechenlands, ist immer wieder Thema der Öffentlichkeit und der Presse. Aufgrund der extrem hohen Staatsverschuldung, steht das Land kurz vor dem Kollaps und dem Verlust jeglicher Liquidität. Der europäische Rettungsfond unterstützt die Hellenen mit drastischen Hilfen in Milliardenhöhe. Allerdings sind die Zahlungen an diverse Bedingungen geknüpft. Eine neue Reformpolitik und natürlich Tilgung der Raten, sind die Voraussetzungen für weitere Hilfen. In einem Kraftakt, hat Griechenland die aktuelle Rate gedeckt. Es ist nicht ganz sicher, inwiefern die Sozialkassen des Staates und die finanzielle Rückendeckung der Kreditinstitute davon belastet wurden. Wie sieht die aktuelle Sachlage im Thema Griechenland aus? Besteht eine realistische Chance, dass sich das europäische Land langfristig von der desaströsen finanziellen Situation erholt und überhaupt wieder auf die Beine kommt? Ein kompletter Ruin hätte auch schwerwiegende Folgen für die gesamte europäische Union.

Lage der Kreditinstitute Griechenlands

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Die Lage griechischer Banken ist nicht so düster wie vermutet , Quelle: pixabay.com

Eine aktuell vorgelegte Studie der europäischen Bankaufsicht, unter SSM-Chefin Nouy, verheißt eine positive Trendwendung. Die Banken Griechenlands konnten sich erfolgreich auf die akute Situation einstellen. Die Kapitalisierung scheint gesichert und die Banken sind krisensicher. Entgegen geläufiger Meinungen, haben sich die Banken des Staates optimal der gegebenen Sachlage angepasst. Ein schwieriger Umstand und deshalb beachtenswert. Schließlich reagieren die Bürger des Staates Griechenland schon seit Monaten mit panikartigen Abhebungen. Sämtliche Ersparnisse und Löhne, werden direkt abgehoben und lieber im heimischen Tresor verwahrt als auf einem Konto der Banken Griechenlands. Man kann es den Bürger nicht verdenken, bei solch einer brenzligen finanziellen Situation, scheint Bargeld sicherer als Rücklagen auf dem Konto. Trotz diesen widrigen Umständen, konnten die Kreditinstitute eine starke kapitale Rückenhand bewahren und sichern das Land vor einem Totalausfall ab. Eine gute Nachricht, in Bezug auf die Hiobsbotschaften der letzten Monate. Aus Misstrauen gegenüber der finanziellen und politischen Situation, haben die Bankkunden seit Januar 2015 über 26 Milliarden Euro abgehoben. Das sind schon fast inflationäre Verhältnisse, wie zu früheren Jahrhunderten, zum Beispiel die große deutsche Inflation 1923.

Zukunftsprognosen

Leider springen immer wieder Investoren ab und dadurch bleibt die Lage gespannt. Kaum ein Geldgeber ist bereit in die Wirtschaft Griechenlands zu investieren. Genau bei diesem Thema bliebt der springende Punkt. Nur Vertrauen in das Land, lockt potentielle Investoren an. Es gibt noch reichlich Arbeit für den politischen Vorstand des Landes. Das Image Griechenlands ist stark gebeutelt. Auch die Eskapaden des Finanzministers und die Verzögerung von Reformen, tragen nicht unbedingt für ein sauberes Image des Landes bei. Es besteht die Gefahr, dass schmutzige Kredite mit überzogenen Zinsen den Kapitalmarkt überhäufen. Das wäre die schlechteste aller Varianten. Griechenland soll mittels zinsgünstiger Kredite wieder den Kopf über Wasser bekommen und die Krise bewältigen. Schwarze Schafe sehen natürlich die große Rendite und interessieren sich nicht für die Probleme des Landes. Die europäische Union ist gefragt, zusammen mit Griechenland eine vernünftige Lösung zu finden. Insgesamt gesehen, stehen die Banken nicht schlecht da. Es besteht immer noch Eigenkapital. Die größten Probleme sind die schlechte Steuermoral des Mittelstandes. Schärfere Kontrollen und bessere Reformen, sollen Griechenland den Weg aus der Krise zeigen. Die Umsetzung der Versprechungen, ist allerdings ein anderes Thema.

Reformierung der Staatsanleihen

Staatsanleihen sind ein schneller und günstiger Weg, um an genügend Liquidität zu gelangen. Natürlich versucht auch Griechenland, mit dieser Methode an finanzielle Mittel zu kommen. Ein riesiger Schuldenberg lastet auf den Schultern der Hellenen. Ein Vorschlag zur Änderung der Handhabung mit Staatsanleihen, stößt auf heftigen Widerstand. Nicht nur Griechenland setzt sich zur Wehr. Staatsanleihen, bedürfen im Moment keinerlei Eigenkapital. Jeder Bürger, welcher einen Kredit aufnehmen möchte, benötigt einen gewissen Prozentsatz an vorhandenen Eigenkapital. Bei Staatsanleihen ist dieser Aspekt nicht notwendig. Der Ausschuss für Systemrisiken, schlägt eine Änderung der Handhabung vor. Zukünftig sollen auch Landesbanken ein Maß an Eigenkapital mitbringen, um überhaupt mit Staatsanleihen handeln zu können. Die finanzielle Eigenverantwortung würde dann bei den Banken selber liegen und kann nicht mehr auf die europäische Union umverteilt werden. Einerseits wäre diese Reform sogar notwendig und von vielen Finanzmärkten gewünscht, andererseits wäre dieser Punkt nicht nur für Griechenland ein erheblicher finanzieller Mehraufwand. Das Land könnte das Eigenkapital für Staatsanleihen kaum aus eigener Kraft stemmen. Mit einer geschätzten Summe von 1,8 Milliarden Euro ( 9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes), stellt sich die Lage für Griechenland eher unrealistisch dar. Selbst Deutschland würde die Reform spürbar mitbekommen. Etwa 3,4 Milliarden jährliche Mehrbelastung, bringt auch den deutschen Steuerhaushalt in einen Engpass. Deutschland hätte keine finanziellen Probleme, allerdings müssten die Milliarden an anderer Stelle wieder eingespart werden.

Die Raten wurden bezahlt, aber der weitere Werdegang noch ungewiss

Das Thema Griechenland wird die Finanzwelt noch länger beschäftigen. Im Moment sind die Raten an die EU getilgt und die europäische Zentralbank hat das Volumen aufgestockt. Die Notfall-Hilfe liegt jetzt bei 81 Milliarden Euro, zusätzliche 2 Milliarden wurden kürzlich genehmigt. Griechenland brauch auch in Zukunft die finanzielle Unterstützung der europäischen Union. Es bleibt abzuwarten, ob wirkliche Reformen durchgesetzt werden und das Land sich langfristig wieder stabilisiert. Wünschenswert für die komplette EU-Gemeinschaft, wäre es auf jeden Fall.

Bildquelle: Pixabay

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