Asiatische Börsen belasten DAX

Die asiatischen Börsen brachen dramatisch ein. Nun zieht auch der DAX nach und lag zu Handelsbeginn unter der 10.000-Punkte-Marke. In China fielen die Börsen auf den tiefsten Stand seit Dezember 2014. Dies verstärkt die Sorge um die gesamte chinesische Wirtschaft. Die schlechten Nachrichten aus Asien ließen den DAX gleich zu Handelsbeginn in den Keller rauschen. Er sank erstmals seit Januar in den vierstelligen Bereich und verlor 3,24 Prozent auf 9.796,37 Punkte.

Einbruch in China

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Trotz massiver Eingriffe des Staates und der chinesischen Zentralbank ging es für die Aktien an den chinesischen Börsen seit Juni immer weiter nach unten. Am Wochenende erlaubte die Regierung, dass der chinesische Pensionsfonds im Aktienmarkt investieren darf. Der Shanghai Component Index und der Shenzhen Index fielen in den ersten 30 Minuten nach Handelsbeginn um mehr als sieben Prozent. Und der ChiNext-Index für Technologiewerte lag 7,67 Prozent tiefer.

China zieht auch seine Nachbarländer mit in den Strudel. In Hongkong verloren die Aktienkurse 4,64 Prozent und in Taipeh sogar 7,46 Prozent. Auch in Japan blickt man mit Sorge nach China. Dort viel der Nikkei zum erstem Mal seit fünf Monaten unter 19.000 Punkte.

Die chinesische Wirtschaft wächst derzeit so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr legte sie lediglich sieben Prozent zu. Die staatlichen Eingriffe scheinen den Anlegern nicht auszureichen. Sie hoffen auf eine Verringerung der Mindestanforderungen für die Kapitalreserven der Banken. Über diese Maßnahme scheint die Zentralbank nun auch nachzudenken. Dies werde wohl aber erst Ende August oder Anfang September erfolgen. Der Mindestreservesatz würde um einen halben Punkt gesenkt. Dies bedeutet, dass 678 Milliarden Yuan (93 Milliarden Euro) für Kredite frei werden.

Seit den überraschenden Yuan-Abwertungen Mitte August steht die Frage im Raum, ob die chinesische Wirtschaft schwächer ist, als man bislang dachte. Schließlich ist das Land die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Seit der Yuan-Abwertung mussten die börsennotierten Unternehmen einen Wertverlust von mehr als fünf Billionen Dollar verkraften.

Auswirkungen für die USA und Europa

Dax rauscht in die Tiefe

Dax rauscht in die Tiefe „RIMG0080“ von DesertEagle – mein Werk.

Doch nicht nur in Asien sorgt der Kursrutsch an der chinesischen Börse für Turbulenzen. An der Wall Street standen bereits am Freitag die Indizien stark unter Druck und der Dow Jones sowie der S&P-500 verloren beide mehr als drei Prozent. Die könnte in den USA zur Folge habe, dass die US-Notenbank Fed im September nicht die Zinsen erhöht.

In Deutschland verlor der DAX bereits am Freitag über 300 Punkte. Nun begann die neue Handelswoche mit Panikverkäufen. Und nicht nur der DAX fiel ab, auch der MDax und der TechDax verloren deutlich. China scheint regelrechte Schockwellen nach Europa und Amerika zu senden. Nun baut sich auch hier eine Panik auf. So lagen am Freitag die Umsätze an der Wall Street 60 Prozent über dem Durchschnitt. Dies wirft die Frage auf, ob nun der jahrelange Bullenmarkt ein Ende gefunden hat.

Die Situation in China verunsichert die Anleger rund um den Globus. Man reagierte enttäuscht, dass die Notenbank in Peking die Geldpolitik nicht bereits am Wochenende gelockert hat. Nun wartet man darauf, wie die chinesische Führung auf die Entwicklung reagieren wird.

Darüber hinaus bereitet den Anlegern der anhaltende Kursverfall an den Rohstoffmärkten Sorge. Das US-Öl WTI kostet nur noch 39 Dollar pro Fass – so wenig wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Und auch das Nordseeöl Brent ist so günstig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Kupferpreis fiel zuletzt um drei Prozent auf 4,903 Dollar pro Tonne. Für einige große DAX-Unternehmen – vor allem Autobauer und -zulieferer – sieht es zur Zeit schlecht aus. Daimler und BMW verloren über 4,5 Prozentt, Conti beinahe vier Prozent. Die aktuellen Turbulenzen sind aber gut für den Euro. Er ist auf Höhenflug und konnte aufgrund der Dollar-Schwäche bei 1,15 Dollar notieren. Dies ist der höchste Stand seit Anfang Februar.

Reaktionen der Anleger

In den USA wurde so viel verkauft, wie selten, in Deutschland stürzten sich die Anleger auf Bundesanleihen. Diese gelten von jeher als besonders sicher. Die Anleger verkaufen Aktien und Rohstoffen und flüchten regelrecht in die Rentenmärkte. Der Bund-Future erreichte in der Spitze über 154 Punkte und die Rendite fiel auf 0,541 Prozent, der niedrigste Stand seit drei Monaten. Die Verunsicherung ist groß. Günstige Konjunkturzahlen aus den USA könnten die Stimmung in den nächsten Tagen wieder etwas heben.

Bildquelle:Pixabay

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