Gewinne laufen lassen! – So gehen Sie beim Trend vor

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Gute Trends gibt es nicht oft

Gewinne laufen zu lassen gehört zu den wichtigsten Trading-Techniken. Diese Weisheit wird in jeden Trading-Buch oder Trading-Seminar vorgetragen. Das klingt sehr einfach, und doch hat das Thema einen Haken.

Die Marktrealität ist viel zu komplex, um den Ratschlag umsetzen zu können. Um Gewinne laufen zu lassen, müssen wir den passenden Handelsmarkt vorher definieren. Gewinne laufen lassen funktioniert nämlich nur im Trend. Das bedeutet: Jeder Markt, der viele zyklische Bewegungen zeigt, wird für den Trendhandel schwierig. Was die Situation noch schwieriger macht, ist die Tatsache, dass ein Aktienindex, wie zum Beispiel der DAX zu circa 60% seiner Handelszeit in einem Seitwärtsmarkt verläuft. Sie werden also beim Trendhandel eine erhöhte Fehlerquote erzeugen.
DAX mit Unterscheidung der Trendphasen
Bild: Tages-Chart des DAX mit Unterscheidung der Trendphasen

Im oberen Beispiel wurde der DAX mit Hilfe der Trendindikatoren ADX und DMI in Trend- und Nichttrendphasen unterteilt. Das Ergebnis ist erstaunlich. In den vergangenen fünf Jahren befand sich der DAX nur zu 42% der Zeit in einem Trend. Das historische Mittel lag bei 38%.

Die Indikatoren wurden dabei tolerant eingestellt, so dass der Trendanteil maximal ausgeschöpft wird. Ergo: Bei strengeren Tests kann der Trendanteil durchaus 10% niedriger sein.

Immer in Richtung des übergeordneten Trends handeln

Die einschlägige Trading-Literatur enthält sehr oft den Tipp, Gewinne laufen zu lassen. Es werden dann Vorschläge unterbreitet, wie zum Beispiel Stopps im Chart setzen, mathematische Trailingstops anwenden oder die Anwendung technischer Indikatoren. Wer das beherzigt wird schnell an seine Grenzen stoßen, denn die Umsetzung ist mehr als schwierig.

Damit ein Trader erfolgreich seine Gewinne laufen lassen kann, muss er eine Vorauswahl treffen. Die Vorauswahl bezieht sich auf Handelsobjekte, die sich in einem stabilen Trend befinden. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht um einem kurzfristigen Trend handelt, sondern um einen mittel- bis langfristigen Trend.

Besonders mittel- und langfristige Trends haben eine hohe Dominanz. So werden kurzfristige Marktbewegungen, die sich dem Trend entgegenstellen, früher oder später zum mittel- und langfristigen Trend zurück gezwungen.

Der Ausstieg entscheidet über die Rendite

Wer sich mit dem Trendhandel beschäftigt, der sollte seine Aufmerksamkeit zu 90 % auf den Ausstieg legen. Das widerspricht der normalen Praxis, denn die Mehrzahl der Trader ist in erster Linie auf gute Einstiegspunkte konzentriert. Eine mögliche Ursache liegt in dem Glauben, dass ein Gewinn-Trade in einem direkten Zusammenhang mit einer präzisen Analyse stehen würde. Das ist jedoch eine verzerrte Wahrnehmung. Besonders gute Trendwerte bieten oft sehr schlechte Einstiegspunkte. Es gibt dabei weder ausgeprägte Konsolidierungen noch klare Ausbrüche aus Seitwärtsbewegungen. Sie laufen einfach.
Eine gute Trendaktie bewegt sich kontinuierlich und ohne emotionale Richtungswechsel. Daher kann man schon fast zu beliebigen Zeitpunkten in das Wertpapier einsteigen. Man wird kaum einen Vorteil erzielen können, wenn man nach technisch sauberen Einstiegspunkten sucht. Damit wird aber auch klar, dass die eigentliche Arbeit nach dem Einstieg kommt. Die Königsdisziplin des Trendhandels ist die Analyse des Trends.

Trendaktie mit starker Trendphase

Bild: Beispiel für eine Trendaktie mit starker Trendphase

Das obere Bild zeigt eine sehr starke Trendbewegung (Pfeil) der Aktie. Der Kursverlauf bietet nur schwache Konsolidierungsmuster. Einen perfekten Einstiegspunkt in diese lange Welle kann man kaum finden. Einem zögerlichen Trader wird die Aktie wahrscheinlich weglaufen.

Trendhandel ist emotional anstrengend

In Konsequenz zur laufenden Trendanalyse muss der Trader seine psychologischen Fähigkeiten aufbauen. Sobald die Position eröffnet wurde, sind alle Trader emotional mit der Position verbunden. Die Auf- und Abwärtsbewegungen eine Aktie führen automatisch zu Stimmungsschwankungen. Es gibt zwar professionelle Trader, die kaum Emotionen zulassen, trotzdem kann sich niemand davon völlig befreien. Läuft die Aktie nach oben, fühlen wir uns gut, fällt sie, dann fühlen wir uns schlecht. Nehmen wir an eine Aktie steigt raketenartig an, also mit zunehmender Steigung, dann haben wir auch die Befürchtung, dass ein Teil der Buchgewinne durch einen plötzlichen Rückschlag wieder verloren gehen könnte. Es geht also nicht nur darum, Verlust-Trades zu schließen, sondern auch um Gewinnpositionen maximal auszuschöpfen.

Negative Emotionen lassen sich nicht zu 100% unterbinden. Gute Trader haben sich deshalb ein festes Regelwerk aufgebaut, mit dem sie laufende Trades steuern. Hierzu gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Jeder Trend-Trader muss sein eigenes Regelwerk aufbauen.

Übliche Techniken aus der Technischen Analyse wären zum Beispiel:

  • Trailingsstops über Markttechnik-Prinzipien. Hierbei werden Stopps nachgezogen, die sich an den realen Marktbewegungen orientieren.
  • Relativ neu im Handwerkskasten der technischen Analyse ist der „Supertrendindikator“. Der Indikator orientiert sich an der Volatilität (ATR) und einer definierten Grenze, die Aufwärts- und Abwärtsbewegung unterscheidet.
  • Der SAR (Stop-And-Reverse) von Welles Wilder funktioniert ähnlich wie der Supertrendindikator.
  • Mit Channel-Systemen, wie zum Keltner-Channel, Envelopes, Standard-Error-Bands, lassen sich alle Marktbewegungen einordnen. Bewegt sich der Markt im Trend, wird das Channel-System die Position so lange unterstützen, bis der Trend bricht.
  • Unverzichtbar ist die Definition von Widerstands- und Unterstützungszonen. Wer diese markanten Bereiche gut identifizieren kann, der ist in der Lage Risiken besser einzuschätzen.

Zu „Gewinne laufen lassen“ gehört die perfekte Anwendung des Trading-Handwerks. Es steht in keinem Handbuch, und man kann es auch nicht, in eine simple Formel packen. Top-Trader analysieren den Markt, und beobachten, wie der Markt auf News reagiert. Sie definieren sich Punkte auf, an denen der Markt kippt. Sie wissen allerdings auch sehr schnell, wenn sie sich geirrt haben, und ob sie wieder einsteigen sollten.

Es geht um Fragen, wie zum Beispiel:

  • Wo setze ich einen Stopp-Kurs, ohne dass er „weggefischt“ wird?
  • Bewegt sich der Markt eher trendig oder zyklisch? Wie hoch ist die Verteilung?
  • Welche Gegenbewegung ist erlaubt, ohne dass die Position in Gefahr kommt?
  • Ist der Markt in seinem aktuellen Zustand fähig, einen Widerstand oder eine Unterstützung zu durchbrechen?
  • Wo liegt der Weg des geringsten Widerstandes? In welche Richtung kann sich der Mark am leichtesten bewegen?
  • Wie denken institutionelle Marktteilnehmer über den Markt? Welche Marktrichtung wird bevorzugt, und gibt es Bestrebungen zur Manipulationen?
  • Wie leicht geht der Markt in Trendbewegungen über?

Bauen Sie sich ihr eigenes Trading-Handwerk auf

Wertvolles Wissen fängt direkt beim Marktverhalten an. Wenn der Trader den Markt kennt, ihn lesen kann, wie er sich verhält, dann entsteht daraus ein Vorteil. Der DAX startet zum Beispiel gerne am Dienstag und am Donnerstag Trendbewegungen aus. Das passiert natürlich nicht immer, aber es ist messbar. Ebenso hilfreich ist es, zu wissen, wer die anderen Marktteilnehmer sind. Nehmen wir zum Beispiel den deutschen Bund-Future. Das ist kein Handelsobjekt mit dem sich viele private Marktteilnehmer beschäftigen. Der Bund-Future ist ein Instrument der Big Boys. Banken und institutionelle Marktteilnehmer treiben den Kurs in Abhängigkeit von ihren eigenen Interessen voran.

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