Newsrückblick 19. bis 26. November 2018

Brexit-Abkommen beschlossen

Am 25. November wurde in Brüssel das Ende einer britischen Mitgliedschaft in der europäischen Union nach 46 Jahren besiegelt. Die 27 EU-Staats- und Regierungschef kamen am Sonntag im „Europa“-Gebäude zusammen und stimmten dem Austrittsvertrag zu. Er umfasst insgesamt 585 Seiten mit einer 26 seitigen anhängigen Erklärung zur künftigen Gestaltung der Partnerschaft zwischen Großbritannien und der EU. Damit sind die Weichen für einen geordneten Austritt Großbritanniens am 30. März 2019 gestellt, was auf Zustimmung auch bei der deutschen Wirtschaft trifft.

Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, gibt sich zuversichtlich, dass der Brexit für die deutsche Wirtschaft weniger starke Auswirkungen als ein harter Brexit hätte. Mit der Einigung wurde ein wichtiger Schritt getan, allerdings steht die größte wurde – die Zustimmung im britischen Parlament – noch aus.

Das britische Parlament hat auf Basis des ausgehandelten Abkommens zwei Möglichkeiten: keinen Brexit oder gar keinen Deal. Nun bleibt es abzuwarten, wie das Parlament abstimmt und ob sich Premierministerin Theresa May durchsetzen kann. Positiv ist jedoch bis dato, dass die Austrittsstimmung der Briten keine Ansteckung auf andere EU-Mitgliedstaaten hatte. Das Bedürfnis nach Einigkeit scheint deutlich höher zu sein, als von vielen Kritikern heraufbeschworen.

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EU-Geldmarkt

Britische Aktien taumeln

Der Brexit hat trotz einer erzielten Vereinbarung zwischen Großbritannien und den EU-Mitgliedstaaten einen Einfluss auf die britischen Wertpapiere. Auf den DAX hatte diese Meldung keinen Einfluss, denn er konnte in zu Wochenbeginn per Saldo besser abschließen als der Leitindex Dow Jones. Bei den britischen Wertpapieren sieht es hingegen etwas anders aus. Während der Monate der Entscheidung streichelte das britische Pfund und bescherte damit dem FTSE 100 einen leichten Aufwind. Als jedoch in den darauffolgenden Monaten deutlich wurde, dass Großbritannien wirklich den Wechsel will, gab auch der FTSE 100 deutlich nach. Mittlerweile konnte sich der Index zwar wieder fangen und wird zwischen 6700 und 6900 Punkten ankommen, allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Kurs weiter fällt und wieder unter die 6000 Punkte-Marke zurückkehrt. Es hängt nun alles von der Entscheidung des britischen Parlaments ab. Sind sie für den harten und ungeordneten Austritt, wird es zum Schock für den Index kommen und er stürzt richtig ab. Gibt es allerdings, wie viele befürworten, ein zweites Referendum, kann dies auch für den FTS 100 einen neuen Push bedeuten.

Renault-Boss Carlos Ghosn bringt Börse in Paris in Aufruhr

die Ermittlungen gegen den Renault-Chef Carlos Ghosn in Japan sorgen für an der Pariser Börse für Aufruhr. Der Chef des Automobilkonzerns wird verdächtigt, Finanzmarktregeln missachtet und Geld veruntreut zu haben. Mit Bekanntgabe dieser Meldung raste die Renault-Aktie in die Tiefe und verlor innerhalb kürzester Zeit ca. zehn Prozent. Damit wurden nur mit dieser Meldung mehr als zwei Milliarden USD minus erzielt. Auswirkungen hatte diese Meldung auch weltweit, denn Ghosn ist auch Mitglied im Verwaltungsrat von Nissan und Mitsubishi. Die Nissan-Aktie musste auf der Handelsplattform Tradegate musste ebenfalls bis zu 16 Prozent nachgeben.

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Sanktionen für Italien in Milliardenhöhe

Italien hatte es bis zum Ende der Frist versäumt, seinen Staatshaushalt auf Drängen der EU anzupassen und nimmt damit billigend das Sanktionsverfahren und mögliche Strafen in Milliardenhöhe in Kauf. Bislang konnte die EU-Kommission kaum wirkliche Maßnahmen verhängen, aber dies kann sich nun ändern. Wird tatsächlich das Sanktionsverfahren eingeleitet, drohen Strafen, welche laut EU-Regeln bis zu 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung Italiens p. a. betragen können. Allein die Androhung dieser Sanktionen, setzt die Märkte in Bewegung. Die italienischen Staatsanleihen wiesen zuletzt deutlich stärkere Renditen auf. Das bedeutet, dass die italienische Regierung für seine Anleihen deutlich mehr Zinsen als beispielsweise die deutsche Regierung zahlen muss. Damit betragen die Zinsausgaben für neue imitierte Staatsanleihen in Italien deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt. Das bringt den Haushaltsplan in Rom noch mehr in Bedrängnis.

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EU-Geldpolitik

Rückschritt bei Regelung zu faulen Krediten in Bankenbilanzen

bislang waren die Regelungen für die Ausweisung von faulen Krediten in den Bankbilanzen streng; für viele Banken ein Punkt zur Sorge. Jetzt wurde die Regulierung aufgeweicht, sodass Banken künftig nicht bediente Darlehen ohne Rückstellung zwei Jahre oder mehr in der Bilanz stehen lassen können. Diese Regelung soll auch für die faulen Kredite Anwendung finden, welche keinerlei Sicherheit haben. Banken sollen künftig neun Jahre Zeit haben, um eine schrittweise Rückstellung für die faulen Kredite aufzubauen. Damit entspricht die EU der Forderung der EZB aus dem Jahr 2017.

Ursprünglich hatte die europäische Zentralbank gefordert, dass die Kreditinstitute innerhalb von zwei Jahren eine 100-prozentige Vorsorge für ungesicherte Kredite treffen müssen. Sieben Jahre Rückstellungszeitraum sollte es laut EZB für nicht bediente Darlehen geben. Allerdings machte das Europaparlament Druck, sodass die EZB mit ihrer Forderung zurückrudern musste. Vor allem der italienische Parlamentspräsident Antonio Tajani hatte sich beschwert und persönlich dafür eingesetzt, dass die neue Regulierung für die faulen Kredite getroffen wird.

EU-Wirtschaft

„Armee Europas“ zur Rüstungsindustrie gute Geschäfte bescheren

der französische Präsident Macron hat eine große Vision: die „Armee Europas“. Zwar ist dies bislang nur eine Idee, allerdings sind die europäischen Staaten aufgrund der zunehmenden politischen Spannungen weltweit gewillt, mehr Geld in die eigenen Militärs zu stecken. Spitzenreiter ist zwar noch immer global gesehen die USA mit Militärausgaben von bis zu 717 Milliarden USD (geplant für 2019). Doch auch der Verteidigungsetat in Deutschland soll 2019 bis auf 42,9 Milliarden Euro erhöht werden.

Der französische Präsident fordert von den europäischen Mitgliedstaaten mehr Engagement im militärischen Bereich, denn die USA strebt immer mehr danach, eine unabhängige Schutzmacht zu werden. Mit dem gegenwärtigen Präsidenten Donald Trump sind diese Entwicklungen für die Staats- und Regierungschefs besorgniserregend. Aufgrund dieser Ankündigungen und der Etaterhöhung in den EU-Staaten freut sich die Rüstungsindustrie bereits jetzt über steigende Auftragszahlen und ein kräftiges Umsatzplus. Für Investoren, welche in Wertpapiere von Rüstungsunternehmen investieren, kann diese Nachricht Gold wert sein.

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China-Gipfel: Europa und China nähern sich an

zum achten Mal wird der China-Gipfel abgehalten, diesmal in Hamburg. Da die Handelsbeziehungen vor allem zwischen den USA und China belastet sind, setzen die Chinesen große Hoffnungen auf Europa. Nach der Verhängung der Strafzölle gab es enorme Einbrüche bei den Exporten, was die kommunistische Volksrepublik nun mit den neuen Handelsbeziehungen zu Europa ausgleichen will. Man setzt in der Volksrepublik nun auf den Freihandel und die Marktwirtschaft.

Künftig soll es eine „neue Seidenstraße“ geben, welche den Handel zwischen Europa und China vorantreibt. China ist zu einem wichtigen Partner für zahlreiche Industrieprodukte Europas geworden, denn dafür liefert die Volksrepublik beispielsweise Vor- oder Zwischenprodukte.

Der Wirtschaftskrise aus Fernost weiß genau, dass Europa mittlerweile längst auf ihn angewiesen ist. Als Produktionsstandort ist China besonders wichtig, denn 28 Prozent aller Autos werden mittlerweile in China produziert. Bei den Handys und Computer ist der Anteil sogar noch höher: die Chinesen produzieren 90 Prozent der Mobiltelefone und 80 Prozent der weltweiten PCs. Die Bedeutung Chinas hat auch in Deutschland gewonnen. Die Volksrepublik gehört für Deutschland zu den größten Handelspartnern (Handelsvolumen 2017: 185 Milliarden Euro).

Angestrebt ist ein gemeinsames Investitionsabkommen, was durch den Handelskonflikt von China mit den USA weiter an Bedeutung gewinnt. Vor allem europäische Firmen, welche in der Volksrepublik investieren wollen, setzen auf dieses Investitionsabkommen, um Hindernisse bei den Investitionen im eigenen Land abzubauen. Wollten Autobauer beispielsweise bislang ein Fabrikat in China bauen, ging dies nur mit einer engen Kooperation mit einem örtlichen Partner. Dadurch wurden viele Unternehmen in ihrer Produktion enorm eingeschränkt. Doch durch die verhängten Sanktionen der USA ist China gezwungen, auf die EU zu zugehen und die Hindernisse bei den Investitionen zu lockern.

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US-Geldpolitik

Ölpreis sinkt aufgrund Trumps Forderungen

der US-Präsident Donald Trump hatte in den letzten Wochen immer wieder sinkende Benzinpreise gefordert und kritisierte sogar die OPEC wegen der stark steigenden Ölpreise.  Jetzt scheint es so, als habe Trump seinen Willen bekommen, denn die Preise für Öl sinken auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Und die Talfahrt von Brentöl geht aller Voraussicht nach weiter, so sind sich viele Experten einig. In den kommenden Tagen kann der Brent-Preis noch weiter unter 60 USD sinken, denn dafür gibt es viele Anzeichen.

Ein Grund für den starken Fall des Ölpreises ist das enorme Angebot. Die USA allein fördern eine enorme Menge Erdöl (im September 2018 11,1 Millionen Barrel täglich). Mit steigenden Fördermengen kann die USA im nächsten Jahr zum größten Erdölproduzenten weltweit aufsteigen. Damit setzt US-Präsident Trump sein Ziel um, über eine höhere Fördermenge den Benzinpreis senken zu wollen. Doch es gibt noch einen weiteren Faktor, der den Ölpreis-Verfall begünstigt: Wachstumssorgen.

Die Konjunkturdaten der großen Industrienationen, auch Deutschland, waren zuletzt wenig positiv. Die damit verbundene sinkende Nachfrage nach Rohstoffen (vor allem nach Erdöl) drückt die Preise weiter.

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