Sie brauchen ein Trading Journal

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So werden Sie zu Ihrem besten Lehrer

Wenn Sie wissen wollen, was Börsen-Verlierer gar nicht mögen, dann gebe ich Ihnen einen Tipp: Sie führen keine Trading Journal. Das Trading Journal ist das Tagebuch des Profi-Traders.

Die Ursache dafür ist leicht zu erklären. Geld zu verlieren, nagt am Selbstbewusstsein. Wenn der Trader jetzt noch zusätzlich ein Tagebuch schreibt, dann dokumentiert er damit seinen gefühlten Verliererstatus.

Trial and Error

Das wichtigste Prinzip jeder Wissenschaft ist „Versuch und Irrtum“. Nur so lernt der Doktor im Labor oder das kleine Kind beim Spiel. Es ist das ursprünglichste Lernsystem der menschlichen Natur.

Übrigens: Es gibt keinen erfolgreichen Trader, der seine Trades nicht dokumentiert. Denn nur die Dokumentation erhöht den Lerneffekt. Das menschliche Hirn ist kein untrüglicher und unbestechlicher Datenspeicher. Unser Hirn ist nicht nur vergesslich, sondern es ist auch kreativ. Es ist immer auf der Suche nach Zusammenhängen. Gibt es eine Lücke, dann wird die Lücke gerne mit Phantasie aufgefüllt. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass unsere Erinnerung uns trügt, und sich unsere Trades im Rückblick als deutliche brillanter darstellen, als sie es in Wirklichkeit waren. Andersherum wird sogar mancher Börsenzufall als brillante Strategie wahrgenommen. Am schlimmsten es jedoch, wenn eine exzellente Strategie, wegen ein paar Verlust-Trades verworfen wird.

Die Kerndaten eines Trading-Tagebuchs aus:

  • Was wurde zu welchem Preis gekauft?
  • Wo lagen die Stopps, und wie hoch war das Risiko und die Rendite?

Diese Informationen sind jedoch zu wenig, um einen maximalen Lernerfolg zu erzielen. Es geht nämlich auch um die mentale Gesundheit des Traders.

Sie werden ein besserer Trader, wenn Sie vor und nach dem Trade aufschreiben, was Ihnen durch den Kopf ging. Warum Sie es so, und nicht anders gemacht haben.

Tipp:

Es gibt Zeiten an der Börse, da passiert sehr wenig. Trotzdem zu Traden, ist wenig produktiv. Warum studieren Sie sich nicht Ihre alten Trades? Nutzen Sie die Zeit, um in Ihren alten Aufzeichnungen zu blättern.

Alles was Sie für ein Journal benötigen, haben Sie wahrscheinlich schon auf Ihrem Rechner, zum Beispiel: Microsofts Powerpoint, Word, Excel oder auch OpenOffice.

Wenn Sie Fotos von Ihren Charts oder Ausschnitte machen wollen, dann kann ich Ihnen die Software „FastStone Capture“ empfehlen. Die Software ist Freeware, und über das Internet zu downloaden.

Sie brauchen ein Trading Journal

Bild 1: Beispiel für einen Journal mit Powerpoint.
Je Blatt kann ein Trade mit Ein- und Ausstieg dokumentiert werden. Dieses Journal ist ideal für Swing-Trader, die ihre Position über Wochen halten. Die Vorlage ist in Powerpoint enthalten.

Excel als Journal

Bild 2: Beispiel für ein Journal mit Excel
Die Tabellenform des Journals eignet sich besonders für kurzfristige Trader, die mit einer hohen Handelsfrequenz arbeiten.

 

Diese oberen Programme geben Ihnen die Möglichkeit, der Gestaltung und der Anpassung, je nach Ihren Bedürfnissen.

Die Bestandteile eines idealen Trading-Journals:

  1. Überschrift:
    Was wurde gekauft? Long oder Short?
  2. Datum mit Zeiteinheit
    (5-min-Chart oder Tages-Chart usw.)
  3. Allgemeine technische Ausgangssituation beim Einstieg:
    Machen Sie ein Chart-Bild beim Einstieg. Wie war der Trend? Welche Candle-Formationen gab es vor dem Einstieg? Wie war die Lage der Indikatoren? Wie schwankungsfreudig war der Kurs?
  4. Einstieg:
    Welche Strategie wird benutzt? Warum ist der Einstiegspunkt günstig? Unter welchen Bedingungen sollte die Position geschlossen werden?
  5. Stop-Loss
    Wo wird der erste Stop-Loss gesetzt? Wie hoch wäre der maximale Verlust? Wie lässt sich die Position im weiteren Verlauf absichern? (zum Beispiel: Trailing-Stop, Volatilitäts-Stopp, Stopps am letzten Hoch oder Tief?)
  6. Ausstieg:‘
    Warum wurde die Position geschlossen? Welche Kursziele wurden erreicht? Wie war die Stimmung beim Ausstieg?
  7. Ergebnis:
    Wie viele Punkte oder Prozent wurden gewonnen oder verloren? Vermeiden Sie absolute Euro-Beträge, denn diese beeinflussen die Psyche stärker. Es geht nur um das Handwerk des Tradings. Der Gewinn ist nur ein Nebenprodukt des guten Handwerks.
  8. Bewertung:
    Der wichtigste Teil des Trading-Journals ist die Bewertung. Was haben Sie gut und richtig gemacht? Welche Umstände haben Sie beachtet? Was kann man beim nächsten Trade verbessern?
  9. Allgemeine technische Ausgangssituation beim Ausstieg:
    Machen Sie ein Chart-Bild beim Ausstieg. Markieren Sie Ein- und Ausstieg und Ihre Stopps bzw. Kursziele. Tragen Sie alles in das Chart-Bild ein, was Sie während des Trades für wichtig hielten.

Machen Sie es nebenher

Achten Sie darauf, dass das Trading Journal keine Arbeitslast wird. Es sollten ausreichend viele Informationen enthalten sein. Und zwar nach dem Motto: So viele Informationen wie nötig, und so wenige wie möglich.

Das Journal ist nur für Sie gedacht, und Sie müssen niemanden Rechenschaft abgeben. Ausgefeilte Formulierungen sind nett, aber nicht unbedingt erforderlich. Das Journal sollte bei jedem Trade „nebenher“ ausgefüllt werden können. Lassen Sie es nicht zu, dass das Journal zur Last wird.

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Ehrlichkeit währt am längsten

Ein Journal hat immer das Ziel, Sie zu einem besseren Trader zu machen. Versuchen Sie nicht, die Trades nachträglich zu rechtfertigen. Notieren Sie die Dinge, wie sie Sie zum Zeitpunkt sehen. Wenn Sie eine Position schließen, weil Zweifel oder Angst aufgekommen ist, dann schreiben Sie das auch so auf. Nur Ihre Ehrlichkeit kann Ihr Bewusstsein schärfen.

Verlust-Trades gehören dazu

Es gibt keine perfekten Trader oder Wundersysteme. Ein Verlust-Trade ist ein guter Trade, wenn zuvor die Wahrscheinlichkeiten auf Ihrer Seite standen. Schlecht ist ein Trade erst dann, wenn er aus dem Bauch heraus durchgeführt wurde. Bauch-Trades sind vom Markt gesteuert. Sie unterliegen einem massenpsychologischen Drang und sie sind daher Teil der Masse. Da die Masse langfristig verliert, begeben Sie sich mit Bauch-Trading auf die Verliererstraße. Verwechseln Sie aber nicht Bauch-Trading mit dem diskretionären Trader. Der diskretionäre Trader hat ein festes Regelsystem, das ihm allerdings sehr viele Freiheiten lässt. Er kann damit flexibel im Markt handeln. Viele Bauch-Trader behaupten diskretionäre Trader zu sein. Doch sie sind es nicht, weil ihnen Selbsterkenntnis und Erfahrung fehlt.

Nur wenn Sie Ihrer Stärken und Ihre Schwächen kennen, werden Sie ein echter Profi werden. Das Trading-Journal hilft Ihnen ein besserer Trader zu werden. Es ist das ultimative Tool damit Sie selbst Ihr bester Lehrer werden.

Fazit: Handel mit Trading Journal optimieren

Nicht nur eine sinnvolle Strategie für den Handel und die Zuhilfenahme von technischen Indikatoren und weiteren Hilfsmitteln können den Handel positiv unterstützen. Mit einem Trading Journal können interessierte Trader den Lerneffekt erhöhen, der aus einer Verlustposition gezogen werden kann. Dazu sind ausreichend viele Informationen festzuhalten. Dabei können Emotionen aufgezeigt werden, die womöglich die Ausführung einer effektiven Strategie durchkreuzt haben. Dazu gehören Zweifel und Angst, die mitunter dazu führen können, dass eine erfolgsversprechende Position zu früh verkauft wird. Auch wie eng oder tief ein Stopp vom Einstiegskurs entfernt liegt, hängt von der Risikobereitschaft eines Traders ab. Das Trading Journal ist eine aufschlussreiche Möglichkeit die Handelsentscheidungen richtig zu bewerten und für künftige Trades zu optimieren.

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