Die Nummer 1 der Trading-Fehler

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Wir kümmern uns um die Gewinne, und verdrängen die Verluste

Während des Surfens im Internet bin auf eine wirkliche interessante Studie gestoßen. Die Studie stammt von David Rodriguez und der Titel heißt: WHAT IS THE NUMBER ONE MISTAKE FOREX TRADERS MAKE?

Es geht also um den schwersten Fehler den Forex-Trader unternehmen. Nun, Trader, die sich mit Währungen beschäftigen, sind erfahrungsgemäß keine Anfänger. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber die Mehrheit weiß schon was sie tut. Bei den Handelsentscheidungen wird von den meisten Tradern auf eine fundamentale Analyse der Währungspaare verzichtet. Das bedeutet, die Trader setzen in erster Linie auf die Technische Analyse.

Die Studie enthält 43 Millionen reale Trades mit 15 Währungspaaren in einem Zeitraum vom 01.03.2014 bis 31.03.2015. Umgesetzt wurden die Trades bei einem großen weltweit tätigen Broker (FXCM).

Eine bemerkenswerte Erkenntnis der Studie kann ich gleich vorwegnehmen. Die Trefferquote der Trader ist gut, denn sie liegt stets über 50%. Die Trader sind also in der Lage den Markt richtig einzuschätzen, und erkennen gute Einstiegspunkte für ihre Trades.

Verteilung der Trefferquoten bezogen auf Währungspaare

Bild: Verteilung der Trefferquoten bezogen auf Währungspaare

Quelle:https://www.dailyfx.com/forex/education/trading_tips/daily_trading_lesson/2011/12/08/What_is_the_Number_One_Mistake_Forex_Traders_Make.html

Leider sieht die Gesamtauswertung nicht mehr so rosig aus. Denn die meisten Konten liegen nicht im positiven Bereich! Eine Tatsache, die nach den guten Trefferquoten nicht sofort zu erwarten wäre. Es liegt als an der Payoff-Ratio. Die Payoff-Ratio errechnet sich aus den Durchschnittsgewinnen geteilt durch die Durchschnittsverluste.

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
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Mit den Zahlen wird das Hauptproblem sichtbar. Die Trader machen relativ häufige Gewinne. Der einzelne Gewinnbetrag ist jedoch viel zu klein. Und so macht die Höhe der Durchschnittsverluste das Trading zu einem unrentablen Geschäft.

Payoff-Ratio bezogen auf Währungspaare

Bild: Payoff-Ratio bezogen auf Währungspaare

Zur Info: Payoff-Ratio = Durchschnittsgewinn / Durchschnittsverlust

Das obere Bild zeigt für die unterschiedlichen Währungspaare ein ähnliches Bild. Bei keinem Währungspaar wurde eine Payoff-Ratio über 1 erzielt.

Nehmen wir ein konkretes Rechenbeispiel: Der EUR/USD-Handel hatte eine Trefferquote von knapp 62%. Die Payoff-Ratio lag bei 0,57. Daraus ergibt sich ein Profitfaktor von 0,93. Ein Handelssystem ist jedoch erst dann profitabel bei einem Wert von über 1. Es lässt sich auch ein Erwartungswert berechnen. Für jeden eingesetzten Euro verliert der Trader im Durchschnitt 2 Cent.

Die erhöhte Trefferquote reicht also nicht aus, um die überdurchschnittlichen Verluste auszugleichen.

Ursachen für die schlechten Handelsergebnisse

Fängt man an die Fehler zu analysieren, kommen wir auf das alte Thema der Trading-Psychologie zu sprechen. Wer sich mit dem Forex-Handel beschäftigt, der ist in der Regel kein Börsenneuling. Daher haben die meisten Trader schon einem etwas über die psychologische Beanspruchung während des Tradings gelesen.

Hierzu gibt es in der Regel nur wenig Kritik. Doch die Trading-Psychologie ist ein bisschen vergleichbar mit dem Umsetzen von Diäten. Es gibt so viele Diät-Programme. Gute Diäten sind logisch und effektiv. Und trotzdem schaffen es die meisten Menschen nicht schlank zu bleiben. Sie gehen mit Ehrgeiz an ihr Gewichtsproblem heran, und ziehen die Diät durch. Sie nehmen deshalb ab, doch später verfallen sie wieder in alte Lebensgewohnheiten. Infolgedessen kommen die Kilos wieder zurück. „Eingemeißelte“ Angewohnheiten lassen sich eben nicht so einfach vermeiden.

So ähnlich ist das auch beim Trading. Mit großen Enthusiasmus versuchen viele Trader das ganz große Geld zu verdienen. Dabei vergessen sie aber, dass der Börsenhandel eines der psychologisch anspruchsvollsten Vorhaben ist. Unser Hirn und unsere westliche Erziehung sind nicht auf erfolgreichen Börsenhandel abgestimmt.

Disziplin ist eine menschliche Schwäche

Es fängt damit an, dass wir immer Recht haben wollen. Daher lieben wir es, beim Trading eine hohe Trefferquote zu haben. Dabei ist die Trefferquote nur ein Kriterium des Börsenhandels. Weil wir unbedingt Recht haben wollen, neigen wir zu Indisziplin. Das Resultat zeigt sich zum Beispiel im Verschieben von Stopp-Orders oder sogar dem kompletten Streichen der Stopps. Aus Daytrading-Positionen werden leicht Swing-Trades oder noch schlimmer Investments. Das wäre fast noch akzeptabel, wenn wir vom Ausdehnen der Buchgewinne sprechen würden. Ein Trader würde dann seine Gewinne laufen lassen und damit sein Gewinn-Potenzial vergrößern. Das ist aber so gut wie nie der Fall. Es sind fast immer die Verlust-Trades, die zu lange gehalten werden. So wird aus dem kleinen Verlust, ein Großer. Genau dieses Problem lässt sich aus den oben genannten Untersuchungsergebnissen herauslesen.

Psychologische Fallen kann man austricksen

Das Gehirn ist nicht auf die psychologischen Fallstricke ausgerichtet. Die Fallen lassen sich aber mit einigen Tricks umgehen:

  • Notieren Sie alle Trades, und schreiben Sie auf, warum ein Trade nicht funktioniert hat.
  • Planen Sie den Trade, in dem Sie die wahrscheinlichste Kursrichtung bestimmen. Hierzu benötigen Sie einen mathematischen Vorteil (Edge). Anschließend setzen Sie zwei Stopps. Der eine Stopp ist der Stop-Loss und der zweite ist der Profit-Stop.
  • Sobald ein Trade umgesetzt ist, fassen Sie den Trade nicht mehr an. Lassen Sie dem Schicksal seinen Lauf.

Diese drei genannten Punkte sind die Eckpfeiler meines persönlichen Tradings. Bevor ich eine Position eröffnete, plane ich den Trade komplett durch. Was könnte passieren, wenn der Kurs aufwärts verläuft, oder was passiert wenn er abwärts läuft? Wo liegen die Widerstände und Unterstützungen? Wie stark könnten sie sein? Gibt es einen Trend, wenn ja, wie stark ist er? An welcher Stelle des Charts steige ich ein, und wann liege ich falsch. Ein guter Ausstiegspunkt liegt an der Stelle, wenn die Wahrscheinlichkeiten nicht mehr für mich sprechen.

Sobald der Trade durchgeplant ist, weiß ich ziemlich genau wie groß das Risiko ist, und wie viel ich gewinnen kann. Solche Überlegungen sind nicht außergewöhnlich, doch sie erfordern Disziplin.

Denken Sie daran

Verluste sind Teil des Börsenhandels. Es gibt gute und schlechte Verluste. Gute Verluste entstehen bei einer soliden Vorbereitung. Bedenken Sie: Wenn die Position im Markt ist, kann alles Mögliche passieren. Sollte der Trade gegen Sie laufen, dann ist das Schicksal. Beim nächsten Mal haben Sie mehr Glück. Das Schlimmste, was Sie tun können, sind häufige Eingriffe in laufende Trades. Sie zerstören damit die eigenen Planung, und werden irgendwann ein nervliches Wrack.

 

Trading mit GDL

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