Fonds ziehen geplante Bitcoin-Fonds zurück

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Aufgrund von Bedenken seitens der US-Börenaufsicht SEC (United States Securities and Exchange Commission) zogen zwei amerikanischen Fondsanbieter ihre geplanten Indexfonds auf Bitcoins zurück. Der Listungsantrag von fünf ETFs des Anbieters Direxion Asset lief zunächst weiter, wurde jedoch später ebenfalls zurückgezogen. Direxion Asset hatte die Listung von fünf ETFs an der New Yorker Sekundärbörse Arca Exchange beantragt.

Bitcoin-ETFs sind dennoch weiterhin im Gespräch. In diesem Zusammenhang gab es ein öffentliches Anhörungsverfahren der SEC zu den ETF-Vorschlägen der Optionsbörse CBOE )(Chicago Board Options Exchange). Falls diese Variante eine Erlaubnis erhält, könnten auch die Wall-Street-Anbieter ihre Vorschläge zu Indexfonds mit Bitcoin wieder aufgreifen.

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Einfaches Investment in ETFs

Die Unternehmen Rafferty Asset Management und Exchange Traded Concepts hatten die Hoffnung, dass Anleger mit ihrem Produkt so einfach in Bitcoins investieren könnten wie in Aktien. Einer der beiden Fonds sollte um das zweifache gehebelt sein und damit doppelt so stark steigen oder fallen, wie der Bitcoin-Kurs selbst. Mit einem passiven Indexfonds (ETF) können Anleger in die Kursentwicklung eines Basiswerts wie einer Währung oder einem Index investieren, ohne diesen direkt zu kaufen. Bislang ist der Handel mit Bitcoins noch recht kompliziert. ETFs würden es daher einer größeren Zielgruppe erlauben, mit Bitcoins zu handeln. Allerdings hat die SEC bisher alle Vorschläge zu bitcoinbezogenen ETFs abgelehnt.

In ganze Märkte investieren

Indexfonds bzw. ETFs sind in der Regel Anlageprodukte, die sich auf die Entwicklung eines Aktienindexes wie den DAX oder den Dow Jones beziehen. Sie sind bei bestimmten Anbietern erhältlich und haben den Vorteil, dass Anleger direkt in ganze Märkte investieren können, nicht nur in einzelne Aktien. Im Falle von Bitcoins könnten Anleger auf diesem Weg ohne die eigentliche Währung handeln. Eine Listung an amerikanischen Börsen wäre ein weiterer Schritt zur Etablierung der Kryptowährung auf den internationalen Finanzmärkten.

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Bedenken der SEC

Die SEC hatte in veröffentlichten Dokumenten Bedenken zu Bitcoin-ETFs deutlich gemacht. Die beiden Fondsanbieter Rafferty Asset Management und Exchange Traded Concepts hatten darauf hin ihre Pläne zu Bitcoin-ETFs aufgegeben. Dies geht aus Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Die SEC äußerte demnach Sorgen hinsichtlich der Liquidität und der Bewertung der Indexfonds.

Die Ablehnung der SEC ist ein weiterer Rückschlag für Bitcoin-ETFs. Schon im Frühjahr 2017 versuchten die Winklevoss-Zwilinge einen Bitcoin-Fonds zu etablierten. Dies hatte damals einen Kurssturz bei Bitcoin verursacht. Nun haben mit Direxion, Exchange Listed Funds, ProShares und VanEck gleich vier Antragsteller aufgegeben. Der Bitcoin-Kurs reagierte auf das jüngste Verbot der ETFs durch die SEC mit einem deutlichen Kursrückgang auf unter 14.000 Dollar.

SEC kontrolliert den US-Wertpapierhandel

Die United States Securities and Exchange Commission hat die Aufgabe, den Wertpapierhandel in den USA zu kontrollieren. Die Börsenaufsichtsbehörde mit Sitz in Washington, D.C. wurde 1934 als Reaktion auf den Börsencrash im Jahr 1929 gegründet. Sie sollte den bis dahin unkontrollierten Aktienhandel staatlich überwachen. Jedes Unternehmen, dass auf dem US-Kapitalmarkt aktiv werden möchte, muss bei der SEC registriert sein. Ohne die Zustimmung der Behörde darf kein Unternehmen an der NYSE gelistet sein.

Möglicherweise noch zu früh für Bitcoin-ETFs

Mit Indexfonds setzen Anleger nicht auf den Kurs des Bitcoin, sondern auf den Handelswert der Bitcoin-Futures, die bereits an den US-Börsen CBOE und CME angeboten werden. Diese orientieren sich am Bitcoin-Kurs. Mit den geplanten Bitcoin-ETFs würde es möglich, an der New Yorker Börse die Kurse doppelt zu hebeln. Damit wären Gewinne von bis zu 200 Prozent der Futures-Zuwächse möglich. Genau das bereitet Experten jedoch Sorge. Es sei möglicherweise noch zu früh eine solche Schichtung der Futures-Kontrakte. Auf dem noch jungen Bitcoin-Markt könnte es zu einer Entkopplung der ETFs vom zugrundeliegenden Bitcoin-Kurs kommen.

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SEC für ETFs zuständig

Im Gegensatz zu Futures ist bei Indexfonds nicht die sogenannte Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zuständig, sondern die SEC. Diese muss ihre Zustimmung geben. Die SEC widersprach mit ihren Bedenken also der Zulassung durch die CFTC. Ein derartiger Widerspruch zweier Börsenbehörden ist sehr selten.

Die Commodity Futures Trading Commission reguliert und beaufsichtigt die Futures- und Optionsmärkte in den USA. Die unabhängige Behörde hat ihren Sitz ebenfalls in Washington, D.C. und soll Handelspartner vor Manipulationen und Betrug schützen. Unter anderem ist die CFTC für die CBOE und die CME zuständig.

ETFs weiterer großer Schritt für Bitcoins

Ein an der Börse gehandelter Fonds mit Bitcoins wäre ein weiterer großer Schritt für Bitcoins in der Finanzwelt. Einige Anleger und Beobachter hatten bereits gehofft, dass nach dem Start von Bitcoin-Futures ETFs bald folgen würden. Experten sehen in Futures den ersten Schritt in Richtung eines Bitcoin-ETFs, dennoch wird es – wie auch die Reaktion der SEC zeigt – noch eine Weile dauern, bis dieser angeboten wird. Die Bedingungen für ETFs sind höher als für Futures. Dennoch könnten sich ETFs auf Bitcoins sich auch positiv auf den Futures-Handel auswirken, der sich sogar verdoppeln könnte. Die SEC sieht Bitcoin-ETFs allerdings weiterhin skeptisch. Zudem warnte die Börsenaufsicht kürzlich vor Kryptowährungen und rief Investoren zur Vorsicht auf, da ihrer Ansicht nach viele Investoren und Anbieter sich nicht an geltende Gesetze halten würde.

Für einige Experten kam es wohl nicht überraschend, dass die ETFs nicht von der SEC genehmigt wurden. Viele Experten und Beobachter sind sich weiterhin uneins, ob es sich bei Bitcoins um eine Anlageklasse, eine Währung oder ein reines Spekulationsobjekt handelt. Außerdem könnten ETFs noch mehr Volatilität in den Bitcoin-Markt bringen.

Fünf geplante ETFs von Direxion Asset Management

Direxion Asset Management wollte gleich fünf Bitcoin-ETFs auf den Markt bringen. Einer der geplanten Fonds soll eine direkte Korrelation mit der Kryptowährung Bitcoin selbst darstellen, die anderen vier sollen die Preisbewegungen von Bitcoin abdecken. Damit handelt es sich hierbei um sogenannte Leverage Funds. Derivate werden dazu genutzt, die Anlageziele zu erreichen. Das Unternehmen schlug die Namen „Direxion Daily Bitcoin Bear 1X Shares“, „Direxion Daily Bitcoin 1.25X Bull Shares“, „Direxion Daily Bitcoin 1.5 Bull Shares“, „Direxion Daily Bitcoin 2X Bull Shares“ und „Direxion Daily Bitcoin 2X Bear Shares“ vor. Diese Fonds wären nicht an den Bitcoin-Preis direkt, sondern an den Preis der Bitcoin-Futures an der CBOE und der CME gebunden.

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Bitcoin-Futures seit Dezember

Mitte Dezember kamen die ersten Bitcoin-Futures auf den Markt. Nie zuvor war Aufmerksamkeit um neues Produkt an der CBOE so groß. Bei Futures handelt es sich um einen sogenannten Terminkontrakt, bei dem man ein Finanzprodukt zu einem zuvor festgelegten Preis zu einem festgelegten Termin in der Zukunft kauft oder verkauft. Mit derartigen Terminkontrakten können sich Anleger gegen Preisschwankungen absichern. Futures sollen dabei helfen, dass der Handel ruhiger und planbarer wird. Futures gelten aber auch als sehr gutes Spekulationsinstrument. Aufgrund der Hebelwirkung sind hohe Gewinne, aber auch kräftige Verluste, erreichbar. Nach der CBOE und der CME planen auch die Investment Bank Cantor Fitzgerald aus New York sowie die NASDAQ für 2018 Futures auf Bitcoins. Damit besteht weiterhin die Chance, dass es Bitcoins in diesem Jahr an die Wall Street schaffen.

Bitcoin-Futures an der CBOE

Der Handel mit Bitcoin-Futures an der CBOE verlief jedoch bislang alles andere als ruhig. Der Kontrakt mit einer Laufzeit bis Mitte Januar ging bereits kurz nach der Markteinführung um etwa ein Viertel nach oben. Die CBOE musste den Handel sogar für einige Zeit unterbrechen. Zeitweise gab es sehr hohe Preisunterschiede auf einigen Bitcoin-Handelsplattformen.

Die Chicago Board Options Exchange ist eine der größten Optionsbörsen der Welt und wurde 1973 gegründet. Jedes Jahr werden hier mehr als eine Milliarde Kontrakte gehandelt. Unter anderem sind Optionen auf 22 Aktienindizes und 140 ETFs handelbar. Täglich wird der CBOE Volatility Index (VIX) veröffentlicht, die die Schwankungsbreite der im S&P 500 gelisteten Aktien darstellt. Die Börse wird von der SEC reguliert.

Bitcoin-Futures auch an der CME

Den Anfang bei Bitcoin-Futures machte die amerikanische Terminbörse CBOE. Kurz danach folgte der größte Börsenbetreiber der Welt, die CME. Möglicherweise werden weitere Börsen bald folgen. Neben der NASDAQ denkt wohl auch die Deutsche Börse über Handelsprodukte mit Bitcoins nach. Das Bitcoin-Future der CME basiert auf dem täglich ermittelten Referenzkurs der Börse, der sogenannten CME CF Bitcoin Reference Rate. Die Daten dafür kommen von bekannten Handelsplätzen für Bitcoins wie Bitstamp oder Kraken. Andere Anbieter wie Gemini setzen auf die Futures-Variante der CBOE.

Bitcoin-Handel an der größten Terminbörse der Welt

Hinter der CME steht die CME Group eine der größten Optionsbörsen der Welt und die größte Terminbörse der Welt. Die CME ging 2007 aus der Fusion der Chicagoer Board of Trade und der Chicago Mercantile Exchante hervor. Der Vorstandschef der CME, Terrence Duffy, sieht seine Börse als den logischen Ort für Bitcoin-Futures. Für ihn bietet das Bitcoin-Future der CME Transparenz, Preisfindung und Risikoübertragung für Investoren.

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Bitcoin-Handel für institutionelle Anleger

Futures machen Bitcoins auch für institutionelle Anleger attraktiv, die bislang kaum in Bitcoins investieren können, da ihnen entsprechende Handelsinstrumente fehlten. Unter anderem ist der Bitcoin Investment Trust für professionelle Anleger sehr teurer. Darüber hinaus ist es zahlreichen institutionelle Anbietern durch Vorschriften der Finanzaufsicht nicht erlaubt, Bitcoins zu kaufen. Über Derivate erhalten sie dennoch Zugang. Mit Future-Kontrakten können Anleger und auch Hedgefonds auch auf einen Wertverfall bei Bitcoin setzen.

Unterschiedliche Bitcoin-Kurse

Eine Problematik bei Handelsprodukten mit Bitcoins ist weiterhin, dass es verschiedene Bitcoin-Börsen gibt, die unterschiedliche Preise bzw. Kurse für die Kryptowährung nennen. Die bekannte New Yorker Handelsplattform Coinbase gilt als zuverlässig und wird daher oftmals als Richtwert anerkannt. Zudem weiß derzeit niemand, wie sich der Bitcoin-Kurs zukünftig entwickeln wird. In der Vergangenheit gab es teils sehr starke Schwankungen.

Auch die Laufzeit des Futures spielt bei den Bitcoin-Terminkontrakten eine Rolle. Wenn Futures mit einer längeren Laufzeit höher notieren, geht man davon aus, dass die Investoren der Ansicht sind, dass der Kurs steigt. Bei einer niedrigeren Notierung geht man von sinkenden Preisen aus. Daher muss man bei Bitcoin-Futures immer den Preis sowie das Verhältnis von längeren und kürzeren Laufzeiten im Blick behalten. Wer mit Futures in Bitcoins investieren möchte, solle im Idealfall bereits über Wissen und Erfahrung mit diesem Finanzprodukt verfügen und sich auch über die mit Futures verbundenen Risiken bewusst sei.

Andere Handelsprodukte mit Bitcoins

Neben Futures auf Bitcoins bieten einige Broker seit dem vergangenen Jahr auch CFDs auf Bitcoins an. Die Schweizer Bank Vontobel brachte sogenannte Short Mini-Futures auf den Markt, mit denen man auch auf einen fallenden Bitcoin-Kurs setzen kann.

Derzeit stellt sich die Frage, welche weiteren Bitcoin-Produkte folgen könnten. Die CBOE denkt darüber nach, weitere passende Finanzprodukte einzuführen. Laut dem Chef der CBOE, Ed Tilly, werden man in den nächsten Monaten Vertrauen schaffen und dann weitere Handelsprodukte einführen. Im Gespräch sind neben ETFs auch Optionen auf Future-Kontrakte. Auch weitere Kryptowährungen könnten einbezogen werden.

Risiken beim Futures-Handel mit Bitcoin

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel, eine der sogenannten „Wirtschaftsweisen“, warnte kürzlich mit Blick auf die Bitcoin-Futures vor systemischen Risiken und verwies darauf, dass die Entwicklung des Bitcoins an eine Blase erinnere. Falls es zu einem Crash kommt, würden die Investoren viel Kapital verlieren. Solange die Spekulationen jedoch mit Eigenkapital finanziert sind, ist eine „Ansteckungsgefahr“ aus ihrer Sicht allerdings begrenzt. Der Schweizer Notenbankchef Thomas Jordan sagte, dass sich Anleger über das Risiko bei Geldanlagen mit Bitcoins bewusst sein müssen.

Fazit

Die SEC äußerte große Bedenken gegenüber zwei geplanten Indexfonds auf Bitcoins. Die Antragsteller zogen daraufhin ihre Anträge zurück. Ein dritter Antragsteller folgte später. Nachdem seit Dezember 2017 an der CBOE und der CME Futures auf Bitcoins gehandelt werden können, wären ETFs eine weiterer großer Schritt in die etablierte Finanzwelt. Die amerikanische Börsenaufsicht zweifelt jedoch unter anderem an der Liquidität der Fonds. Zudem könnten ETFs noch mehr Volatilität in den noch jungen Markt bringen. Daher ist es möglicherweise noch zu früh für Bitcoin-ETFs. Dennoch planen derzeit unterschiedliche Anbieter, weitere Bitcoin-Produkte auf den Markt zu bringen.

 

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