Bitfinex im Visier der US-Regulierungsbehörde CFTC

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Bitfinex, eine der weltweit größten Handelsplattformen für Kryptowährungen, gerät in den Fokus der amerikanischen Behörden. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, US-Regulierungsbehörde CFTC habe eine Vorladung an Bitfinex geschickt. Auch die Kryptowährung Tether sei ins Visier der CFTC geraten.

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Meldung lässt Kurse sinken

Nachdem die Nachricht öffentlich wurde, sanken erneut die Kurse zahlreicher Kryptowährungen, die oftmals empfindlich auf negative Nachrichten reagieren. Bitcoin verlor am Dienstag bei Bitfinex zeitweise über zwölf Prozent und war teilweise weniger als 10.000 Dollar wert. Der Abwärtstrend übertrug sich auch auf andere Kryptobörsen wie Bitstamp. Es ist nicht unüblich, dass Kryptobörsen unterschiedliche Kurse nennen.

Vor allem Meldungen aus Asien sind derzeit sehr wichtig, vor allem, seit China oder Südkorea Verbote für Handelsplattformen aussprechen und strenge Gesetze auf den Weg bringen. In Europa fordern ebenfalls immer mehr Politiker und Notenbanken eine strenge Regulierung von Kryptowährungen.

Eine der größten Handelsplattformen für Bitcoin

Bitfinex ist seit 2014 eine der größten Handelsplattformen für Bitcoin, an der mehr als zehn Prozent des Handels abläuft. Die Kryptobörse gehörte der iFinex Inc., die die Kryptobörse auch verwaltet. Die Handelsplattform ist eng mit der Kryptowährung Tether verbunden. Bereits mehrfach war Bitfinex von Hackerangriffen betroffen. Im August 2016 wurden Bitcoins im Wert von 72 Millionen Dollar von Kundenkonten gestohlen. Danach fiel der Bitcoin-Kurs um 20 Prozent. In der Folge stoppte Bitfinex alle Transaktionen und den Handel. Der Angriff war zu der Zeit der zweitschwerste auf einer Bitcoin-Tauschbörse. Nach dem Angriff stellte Bitfinex BFX-Tokes her, mit denen die betroffenen Nutzer entschädigt wurden. Ein Token war einen Dollar Wert. Bitfinex wurde nach dem Hackerangriff vorgeworfen, nicht transparent genug über den Vorfall informiert zu haben.

Transaktionen in Dollar eingestellt

Im April 2017 verkündete Bitfinex, dass die Nutzer nicht mehr in Dollar überweisen können, nachdem Wells Fargo den elektronischen Zahlungsverkehr abgeschaltet hatte. Bitfinex und Tether klagten gegen die Entscheidung von Wells Fargo, verwarfen den Fall jedoch einige Tage später wieder. Als Folge wurden Bitcoins mehr als 100 Dollar höher gehandelt als an anderen Börsen, da die Nutzer begannen, Bitcoins zu kaufen, anstatt sie in andere Währungen zu tauschen.

Kurz nach der Abschaltung des Zahlungsverkehrs durch Wells Fargo wurden auch alle internationalen Überweisungen von Bitfinex‘ taiwanesischer Bank gestoppt. Seitdem bewegt sich Bitfinex zwischen einer Reihe von Banken in anderen Ländern, allerdings ohne seinen Kunden mitzuteilen, wo das Geld aufbewahrt wird.

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Kryptowährung Tether orientiert sich am Dollar

Die Kryptowährung Tether ist an den Dollar gebunden. Die unregulierte Kryptowährung basierte zunächst auf der Bitcoin-Blockchain, später auf der Litecoin-Blockchain. Einheiten der Währung werden vom Unternehmen Tether Limited aus Hongkong ausgegeben. Tether wurde 2015 gegründet.

Jede Tether-Einheit ist an einen US-Dollar gebunden, der als Reserve von Tether Limited gehalten wird und über die Tether-Plattform eingelöst werden kann. Das Hauptziel ist es, Transaktionen mit einem festen Kurs gegenüber dem US-Dollar zu vereinfachen. So sollen allerdings auch Interventionen einer Regierung und Regulierungen umgangen werden. Im Dezember 2017 war Tether mit einer Marktkapitalisierung von etwa einer Billion US-Dollar die Nummer 25 unter den Kryptowährungen. Tether ist sehr eng mit Bitfinex verbunden.

Bitfinex und Tether im Fokus der CFTC

Bitfinex und Tether stehen nun im Fokus der US-Regulierungsbehörde CFTC. Die Commodity Futures Trading Commission hat ihren Sitz in Washington D.C.. Als unabhängige Behörde der USA hat sie die Aufgabe, die Futures- und Optionsmärkte des Landes zu regulieren. Zudem soll sie Handelspartner vor Manipulationen, missbräuchlichen Praktiken und Betrug schützen.

Vorladung bereits im Dezember

Möglicherweise handelt es sich bei den Meldungen um Bitfinex um „aufgewärmte“ Informationen aus der Vergangenheit. Es wird berichtet, dass die CFTC Bitfinex bereits Anfang Dezember 2017 vorgeladen hat. Doch erst jetzt kam die Nachricht an die Öffentlichkeit und beunruhigte die Märkte. Bloomberg korrigierte zwischenzeitlich seine Meldung, in der die Nachrichtenagentur zunächst von „letzter Woche“  gesprochen hatte. Die Nachrichtenagentur bezog sich in ihrer ursprünglichen Meldung auf eine ungenannte Quelle.

In der Krypto-Community führte dies dazu, dass am Dienstagabend einige von Manipulationen am Markt sprachen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg wird vorgeworfen, bewusst falsch berichtet zu haben. Die kann jedoch nicht nachgeprüft werden. Dennoch zeigt der Fall erneut, welchen Einfluss derartige Nachrichten auf den Krypto-Markt haben. Viele Investoren reagieren sehr sensibel auf Negativschlagzeilen rund um Kryptowährungen und beginnen zum Teil in der Folge mit Panikverkäufen.

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Gerüchte um Bitfinex und Tether

Um Bitfinex und Tether gibt es schon länger Gerüchte. Kritiker sagen, dass der sogenannte Stablecoin Tether nicht mehr in einem 1-1-Verhältnis mit Reserven in Dollar abgesichert sind. Vor allem die schnelle Entwicklung hinsichtlich der Marktkapitalisierung wirft hier die Frage auf, ob sich tatsächlich der entsprechende Gegenwert in Dollar auf einem Bankkonto von Tether befindet.

Am 1. Januar 2017 lag die Marktkapitalisierung von Tether bei acht Millionen Euro. Knapp ein Jahr später lag sie dann bereits bei 618 Millionen Euro und hat sich seit Anfang Dezember 2017 sogar auf 1,8 Milliarden Euro erhöht. Damit müsste Tether derzeit 1,8 Milliarden Euro besitzen und seine Rücklagen im vergangenen Jahr entsprechend zur Marktkapitalisierung erhöht haben. Ob dies möglich war, ist nicht bekannt.

Tether stoppt Geschäftsbeziehung zu Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zudem kappte Tether vor einigen Tagen eine geschäftliche Beziehung zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Friedman LLC. Diese sollte einen Audit von Tether erarbeiten. Gemeinsam mit der Vorladung durch die CFTC sprechen Kritiker nun davon, dass dies ein weiterer Beweis für die fehlende Liquidität von Tether sei. Derweil bemüht man sich bei Tether um Transparenz. Kürzlich ging eine Webseite online, auf der man fast in Echtzeit die Bilanz des Unternehmens einsehen kann. Die Echtheit der Daten kann jedoch nur eine Wirtschaftsprüfung bestätigen.

Zusammenbruch von Tether befürchtet

Die Meldungen rund um Tether hatten in den vergangenen Tagen große Auswirkungen. Anleger befürchten, dass bei einem Zusammenbruch Tethers der ganze Krypto-Markt mit nach unten gezogen wird. Falls es zu einem drastischen Kurssturz kommt, könnte dies bei den Anlegern zu Panikverkäufen führen. Die meisten Handelsplattformen wären nicht in der Lage, ihre Gläubiger zu bezahlen.

Dies zeigt erneut, wie eng auch die einzelnen Kryptowährungen miteinander verbunden sind. Negativschlagzeilen einer einzelnen Währung können sich auf den gesamten Markt auswirken. Daher ist es für Anleger, die beispielsweise in Bitcoin oder Etherum investieren, sinnvoll, auch einen Blick auf kleinere und vermeidlich unbekannte Kryptowährungen zu haben sowie die Nachrichten rund um Kryptowährungen regelmäßig zu verfolgen.

Auf der anderen Seite gibt es auch Beobachter, die selbst in einem Zusammenbruch von Tether keine großen Auswirkungen auf den Krypto-Markt sehen. Der gesamte Markt würde lediglich 1,6 Milliarden Euro verlieren.

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Gerüchte um Bitcoin-Manipulationen

Darüber hinaus gibt es immer wieder das Gerücht, dass mit Tether, die künstlich gedruckt werden, der Bitcoin-Preis manipuliert wird. So könnte Bitfinex vor allem in schwachen Marktphasen den Preis künstlich nach oben treiben. Händler würden so dazu motiviert, erneut in den Handel einzusteigen. Bitfinex würde davon durch Transaktionskosten profitieren. Ob dieser Vorwurf lediglich ein Gerücht ist oder in der Tat der Wahrheit entspricht, ist unklar. Derzeit handelt es sich lediglich um Gerüchte, von den sich Anleger nicht in Panik versetzten lassen sollten.

Vorwürfe gegen Bitfinex und Tether

Doch auch die CFTC hat nun wohl Fragen zu Tether. Die Kryptowährung galt bisher bie vielen Anlegern als Alternative zu Bitcoin, da Anleger sich auch bei Kursschwankungen sicher fühlten. Sie mussten ihr Geld nicht vom Marktplatz abziehen und in traditionelle Währungen eintauschen. Friedman LLP sollte wohl sicherstellen, dass bei Tether in der Tat für jede Einheit ein Dollar als Reserve hinterlegt ist. Nach der Trennung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft brach Tether wohl mit der Anbindung an den Dollar und handelte einen Tether für 97 US-Cent.

Die Hauptvorwürfe der CFTC gegenüber Bitfinex und Tether könnten wohl die Gerüchte rund um Kursmanipulationen sein. Bislang nahmen beide Unternehmen keine Stellung zu den Vorwürfen. Laut dem Blogger Bitfinex‘ed, der Bitfinex via Twitter nachdrücklich beschuldigt, Manipulationen durchgeführt zu haben, begannen diese, als ein Bitcoin etwa 1.000 Dollar wert war. Bitfinex und Tether sagen, dass Strafverfolgungsbehörden immer wieder routinemäßig Untersuchungen gegen beide Unternehmen aufnehmen würden. Diese hat wohl auch den Grund, dass Jan Ludovicus van der Velde sowohl CEO von Tether wie auch von Bitfinex ist.

Tether galt als stabil

Tether hat dank der Anbindung an den Dollar mittlerweile einen fast stabilen Preis. Wenn sich die Gerüchte bestätigen und die Nachrichten weiterhin negativ bleiben, könnten sich dies jedoch bald ändern. Wenn Anleger, die bislang aufgrund der Stabilität von Tether Vertrauen in die Kryptowährung hatten, ihre Anlagen abziehen, könnte dies weitere Unruhe auf dem Markt mit sich bringen.

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Serie schlechter Nachrichten

Die Serie schlechter Nachrichten reist nicht ab und lässt die Kurse aller Kryptowährungen schwächeln. Die Gründe dafür sind vielfältig. In Südkorea soll nun die Anonymität der Bitcoin-Nutzer ein Ende haben. Jeder, der ein Konto für Kryptowährungen besitzt, muss seinen Namen angeben. So soll Geldwäsche und Steuerflucht begrenzt werden. Immer mehr staatliche Instituten haben auch Unternehmen am Krypto-Markt im Blick. In Südkorea ist dagegen ein komplettes Verbot von Kryptowährungen offenbar nicht mehr vorgesehen. Dort wird wohl eine Regulierung der Kryptobörsen angestrebt.

Unternehmen im Visier von SEC und BaFin

In den USA schaltet sich neben der CFTC auch die Börsenaufsicht SEC ein. Sie wendet sich gegen ICOs und sperrte Konten eines Unternehmens mit einem Vermögen von 600 Millionen Dollar in Kryptowährungen. Zudem wurde bei den betroffenen Unternehmen ein Zwangsverwalter eingesetzt. Der Arisebank wird Betrug im Zusammenhang mit einem ICO vorgeworfen.

In Deutschland ordnete die BaFin Anfang der Woche die Einstellung des Finanzkommissionsgeschäfts der Crypto.exchange GmbH in Berlin an. Das Unternehmen wirbt mit einem schnellen und direkten Tausch von Bitcoins in Euro. Das Unternehmen habe entgegen der Eigenwerbung keine Erlaubnis der BaFin.

Fazit

Bereits am 6. Dezember 2017 erhielten die Handelsplattform Bitfinex sowie die Kryptowährung Tether eine Vorladung der US-Regulierungsbehörde CFTC. Beide Unternehmen sind eng miteinander verbunden und werden vom gleichen CEO geleitet. Bereits seit einiger Zeit gibt es unter anderem Gerüchte um Bitcoin-Kursmanipulationen. Die Vorladung wurde erst jetzt bekannt und schickte die Kurse auf Talfahrt.

Ripple überholt Ethereum

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