Zwei Manager in Frankreich festgenommen: Die Zukunft von Uber

In Frankreich wurden der Europachef des Taxikonkurrenten Uber sowie den der Chef des Frankreich-Geschäfts festgenommen. Damit erhöht die französische Justiz den Druck auf den Fahrdienst. Zuvor war es landesweit zu teils gewaltsamen Demonstrationen gekommen. Auch in der Schweiz kam es zu Protesten gegen Uber. Zudem wurde Uber bereits in Paris und einigen anderen Städten verboten.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Die beiden Uber-Manager Pierre-Dimitri Gore-Coty und Thibaud SimphalThibaud Simphal wurden in Paris verhaftet und von einer Abteilung der Polizei verhört, die für Sicherheit im Straßenverkehr zuständig ist. Ihnen wird „illegale Beschäftigung“ vorgeworfen. Im Kern geht es um den Dienst Uber Pop, der den französischen Behörden ein Dorn im Auge ist. Mit der Uber-App kommen Leute günstig von einem Ort zum anderen. Die Fahrer nutzen dafür ihre Privatwagen, ähnlich wie bei Mitfahrangeboten. Allerdings wird Uber zunehmende zur Konkurrenz für Taxifahrer.

Geringere Steuern und Sozialabgaben

Uber arbeitet damit zwar ähnlich wie ein Taxiunternehmen, muss in Frankreich aber weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen. Zudem ist das Unternehmen bei jeder Fahrt an den Einnahmen des Fahrers beteiligt. In Frankreich fühlen sich die Taxifahrer zunehmend von Uber bedroht. Auch in Frankreich benötigt man für solche Dienstleistungen eine Lizenz, die die Uber-Fahrer in der Vergangenheit oft nicht vorweisen konnten. In Deutschland hat das Unternehmen seinen Fahrern schon den Taxischein bezahlt.

Uber will an seinem Angebot festhalten, zumindest bis eine höchstrichterliche Entscheidung fällt. Diese wird jedoch noch einige Zeit auf sich warten lassen. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve bezeichnete diese Einstellung kürzlich als „zynisch und arrogant".

Aufgeheizte Stimmung in Paris

Am vergangenen Donnerstag hatten die französischen Taxifahrer zu Protesten gegen Uber aufgerufen. Diese blieben jedoch nicht friedlich: Zwei Uber-Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt, an den beiden Flughäfen der Hauptstadt durchbrachen Autos Barrieren und verletzten dabei Demonstranten. Im ganzen Land demonstrierten fast 3.000 Taxifahrer gegen Uber. Sie blockierten landesweit Flughäfen und Bahnhöfe und sorgten damit für Verkehrsbehinderungen.

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Danach äußerte sich sogar Frankreichs Staatschef François Hollande über Uber. Seine Worte waren deutlich. Er sagte, dass das US-Unternehmen aufgelöst werden müsse und warf Uber einen Bruch mit sozialen und steuerrechtlichen Regeln vor. Allerdings seinen weitere Gerichtsentscheidungen notwendig, um gegen Uber vorgehen zu können.

Bereits seit November wird in Frankreich gegen Uber ermittelt. Vor kurzem folgte dann ein Verbot in einigen Städten. Das Innenministerium kündigte zudem an, dass man Autos beschlagnahmen werde, wenn diese für Uber fahren würden. Zudem kündigte Innenminister Cazeneuve an, dass er mit den Uber-Managern sprechen wolle.

Für Uber ist das französische Taxisystem altmodisch und die Taxifahrer wollten jeglichen Wettbewerb unterdrücken. Diese Argumentation verfolgte Uber bereits in Deutschland. Anfang Juni stellte Uber seinen Dienst Uber Pop ein. Nun fährt der Fahrdienst mit dem teureren Angebot Uber X durch Deutschland und Frankreich. Bei Uber X haben alle Fahrer eine Taxilizenz.

Uber kauft Kartendienst von Microsoft

Ungeachtet der Proteste und dem juristischen Vorgehen der französischen Behörden geht Uber seinen Weg weiter. Und es gibt in der Tat auch positive Nachrichten über das US-Unternehmen. Microsoft verkauft seine Datensammlung eigener digitaler Karten an Uber. Damit erhält das Unternehmen eine ausgewählte Technologie, ein Rechenzentrum, Kameras und einige Patente.

Die Karten für Bing Maps kommen in Zukunft von Partnerunternehmen und werden dann bei Microsoft zu fertigen Produkten weiterverarbeitet. Uber benötigt ein Kartensystem zur Abrechnung der Fahrer über Smartphones. Zuvor gab es bereits Gerüchte über ein Interesse am Kartendienst von Nokia. Zudem forscht Uber an selbstfahrenden Fahrzeugen und benötigt auch dafür ein Kartensystem.

Die Zukunft von Uber

Wie geht es nach dem Verbot von Uber Pop mit dem Fahrdienst weiter? Derzeit kann Uber nur jeden zweiten Kunden in Deutschland befördern, es sind zu wenig Autos unterwegs. Dennoch glaubt das Unternehmen weiter an seinen Erfolg. Zudem ist Uber weiterhin der Überzeugung, dass Uber Pop ein legales Angebot war. Dennoch ist man nun auf Uber X umgestiegen.

Uber hofft, dass sein Angebot sich langfristig etablieren wird. Aber die aktuellen Preise sind nur wenig günstiger, als ein Taxi. Ein klarer Vorteil ist jedoch das einfache Bestellen eines Wagens per Smartphone-App. Zudem können die Kunden bargeldlos bezahlen. Allerdings sind die Auflagen in Deutschland ein Hindernis für Uber. Alle Fahrer benötigen eine Genehmigung, Uber muss sich an zahlreiche Auflagen halten. So dürfen die Fahrer beispielsweise ihre Fahrten nur in der eigenen Betriebsstätte annehmen. Dennoch fahren laut Unternehmensangaben derzeit in München 60 Fahrer für Uber, die oft mehr als eine Fahrt pro Stunde haben. Zudem kamen laut Firmenangaben in den vergangenen Wochen 10.000 neue Anmeldungen von Kunden hinzu.

Bildquelle: Pixabay

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