Wohin geht der Goldpreis?

Nachdem der Goldpreis im Dezember 2015 noch bei 1.050 US-$ je Feinunze lag, zog er bis zur Monatsmitte des Juli 206 kräftig an. Auch befeuert durch das Abstimmungsergebnis der Briten, die Europäische Gemeinschaft zu verlassen, sahen viele Anleger im guten alten Gold wieder einen sicheren Hafen. Erste Stimmen wähnte das Edelmetall zum Ende des Jahres schon bei 2.000 US-$.

Krisen nicht immer ein Grund für Preisanstiege

Man hätte denken können, dass es mit dem Goldpreis weiter nach oben geht. Der ominöse Putschversuch in der Türkei wäre eigentlich ein weiterer Auslöser für einen Anstieg sein können. Die Investoren zeigten sich von den Vorgängen am Bosporus aber wenig beeindruckt, der Kurs tendierte seitwärts und ist immer noch von seinem Höchststand entfernt. Für die einen stellt Gold den bereits erwähnten sicheren Hafen in unsicheren Zeiten dar. Für andere handelt es sich um eine Ware, die an den Börsen gehandelt wird, sei es als Termingeschäft, sei es als Basiswert für einen Differenzkontrakt. Wer Gold kauft und in den Safe legt, kann nur hoffen, dass der Preis steigen wird, andernfalls macht er ein Verlustgeschäft. Trader, die im Rahmen von CFDs, Differenzkontrakten, auf Gold setzen, haben hier den Vorteil, dass sie bei entsprechendem Deal auch von fallenden Preisen profitieren können. Die banalen, auf der Hand liegenden Gründe wie politische oder wirtschaftliche Unsicherheiten, sind jedoch nicht immer für die Kursentwicklung ausschlaggebend. Zu sehr werden die Preise für Rohstoffe, aber auch für Aktien, durch psychologische Momente bestimmt.

Experten lesen im Kaffeesatz

Betrachtet man die Aussagen der Goldexperten, lesen sich diese wie Horoskope. Nichts Genaues weiß man nicht, so könnte das Fazit lauten. Die Zinsentwicklung in den USA spielt ebenso eine Rolle, wie der Umstand, wie sich die chinesische Wirtschaft entwickeln wird. Die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien seien ebenso für das Verlassen des Tiefs verantwortlich, wie der angebliche nordkoreanische Wasserstoffbomben-Test. Das Jahr 2016 verzeichnete bislang mehrere Momente, welche Krisencharakter hatten. Möglicherweise wird die Wahl des nächsten US-Präsidenten oder der US-Präsidentin auch einen Ausschlag auf den Goldpreis haben. Dazu steht im Vorfeld noch nicht einmal fest, ob die Republikaner den Gewinner der Vorwahlen auch tatsächlich nominieren werden. Es zeichnet sich ein politisches Novum ab, welches auch wieder zu Unsicherheit führen könnte. Der Handel mit Rohstoffen und deren Preisentwicklung ist von irrationalen Unsicherheiten geprägt. Silber hat gegenüber Gold zumindest noch einen Vorteil: Es dient nicht nur vorwiegend der Geldanlage, rund 95 Prozent dieses Edelmetalls wandern in die industrielle Verwertung. Der Nachfragefaktor spielt hier eine größere Rolle als bei Gold, welches nur zu ca. fünf Prozent industriell benötigt wird.

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