Teil 4: Wie Anfänger erfolgreich Aktien handeln können

Trading Ratgeber mit Christian Lukas

Teil 4: Aktien-Strategie für Anfänger

Sie sind Anfänger und haben von Aktien keinen blassen Schimmer? Dann können Sie sich das Leben auch einfach machen, und Ihr Anlagekapital in fremde Hände geben. Sogenannte Experten werden die Aktienauswahl vornehmen, und Ihnen einmal jährlich einen Kontoauszug zusenden. Mit dieser Lösung geben Sie nicht nur die Verantwortung für Ihr Kapital ab, sondern Sie sind auch faul und feige. Habe ich Sie jetzt beleidigt? Sorry, für die harten Worte, aber es geht hier um die richtige Einstellung zur Börse – und zum eigenverantwortlichen Handeln. Wenn Sie ein guter Trader werden wollen, dann müssen Sie Ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Wichtige Entscheidungen müssen Sie immer selbst treffen.

So können Sie an der Börse erfolgreich sein, obwohl Sie ein absoluter Anfänger sind.

Um langfristig erfolgreich an der Börse zu spekulieren, benötigen Sie Wissen und Erfahrung. Um aber an der Börse zu starten, ist das tiefe Börsenwissen nicht zwingend notwendig. Alles was Sie benötigen ist ein geschickter Handelsansatz. Wie Sie Ihren ersten Börsenerfolg starten können, steht in der folgenden Anleitung.

Eine einfache Aktien-Strategie für Neulinge:

  1. Das wichtigste ist die Aktienauswahl
    Da Sie keine Vorkenntnisse besitzen, ist der einfachste Weg sich eines der großen Börsenmagazine zu kaufen Ein Börsenmagazin funktioniert wie eine Promotion-Tour der Aktie. Meist werden im Börsenmagazin mehrere Aktien empfohlen. Es wird Sie überraschen, aber es ist nicht wichtig, welche Aktie Sie auswählen.
    Nur die Auflage der Zeitung ist sehr wichtig. Denn der Handelsansatz funktioniert am besten, wenn das Magazin eine große Leserschaft hat.
  2. Die Aktie muss im Muster-Depot des Magazins sein
    Vermutlich können Sie die Aktie nicht ständig beobachten oder fundamental durchleuchten. Es ist deshalb von großem Vorteil, wenn die Aktie zum Muster-Depot des Magazins gehört. So wird die Aktie vom Magazin ständig beobachtet und bewertet. Sie erfahren auch zeitnah, sobald Neuigkeiten oder Besonderheiten für die Aktie anstehen.
  3. Vorsicht vor kleinen Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung
    Oft erfährt eine Aktie schon kurzfristigen Auftrieb, wenn sie in das Muster-Depot des Magazins aufgenommen wurde.
    Achtung! In der Vergangenheit wurden Chefredakteure rechtskräftig verurteilt, weil sie auf diese Weise, den Kurs von Aktien manipulierten. In den jeweiligen Fällen wurden kleine Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung empfohlen.
    Der Betrug bestand darin, dass vor Erscheinen des Magazins ein Einstieg durch Mittelsmänner in die empfohlene Aktie erfolgte. Die Geschädigten waren Leser des Magazins, die nach der Empfehlung den Einstieg wagten, und den Aktienkurs beträchtlich Auftrieb gaben, aber damit auch zu teuer kauften.
    Aus diesem Grund, sollten Sie sich bei der Auswahl für Aktien entscheiden, die in einem bekannten Index gelistet sind (zum Beispiel DAX, TecDAX oder Nasdaq100).
  4. Der Ein- und Ausstieg aus der Aktie
    Damit Sie nicht zu teuer kaufen, empfiehlt es sich, den Einstieg durchdacht zu planen. Grundsätzlich ist ein Aufwärtstrend der Aktie von Vorteil.
    Den Einstieg können Sie zum Beispiel mit einem technischen Indikator sehr gut umsetzen. Ich empfehle Ihnen dazu den MACD (Moving-Average-Convergenz-Divergenz). Diesen einfachen Indikator finden Sie in jedem Börsen-Chartprogramm. Auch im Internet gibt es viele Möglichkeiten den Indikator zu studieren. Der MACD ist in erster Linie ein Trendindikator, und ermöglicht Ihnen das Timing von Ein- und Ausstieg.
    (konkrete Handelsanweisung siehe unten)
  5. Riskieren Sie nicht zu viel
    Falls Sie eine Fehlentscheidung treffen, ist das nicht dramatisch, wenn Sie Ihr Verlustrisiko klein halten. Ein potenzieller Verlustbetrag sollte so klein sein, dass er im normalen Rahmen der Möglichkeiten wieder aufgeholt werden kann. Gut kalkuliert ist es, wenn Sie im Falle eines Verlustes zwischen 0,5 und 3% Ihres Kapitals verlieren. Wenn Sie also 10000 Euro an Kapital haben, dann sollte im schlimmsten Fall bei einem Trade 300 Euro Verlust anfallen.

MACD-System

Bild: Tages-Chart des TecDAX in 2014 mit einem langfristigen MACD-Indikator

Handelsanweisung zum MACD:

  • Wählen Sie eine Aktie aus einem Depot eines Börsenmagazins aus.
  • Nehmen Sie sich ein Chartprogramm (zum Beispiel tradesignalonline.com oder prorealtime.com). Stellen Sie den MACD-Indikator in eine langsame Einstellung (13-89-8) ein. Damit erreichen Sie, dass Sie lange in einer Trendbewegung bleiben.
  • Beobachten Sie die Aktie bis der MACD ein Long-Signal gibt. Im oberen Chart kreuzt die dicke schwarze Linie die schmale rote von unten nach oben. Die Nulllinie unterscheidet den Aufwärts- oder Abwärtstrend. Gehen Sie Long, wenn der MACD über der Nulllinie liegt (= Aufwärtstrend). In der Praxis ist auch ein leichtes Unterschreiten des MACD tolerierbar.
  • Verkaufen Sie Ihre Position, wenn die Signallinie des MACD (rot) von oben nach unten gekreuzt wird.

Backtest-Ergebnis mit den 30 Aktien des TecDAX nur Long-Trades

Wenn Sie jede Aktie mit dem MACD (13-89-8) gekauft hätten, dann entsteht folgendes Handelsergebnis:

Anzahl der Trades von 01.01.2013 bis 04.11.2014238 Stück
Trefferquote42,44%
Durchschnittl. Gewinn/Verlust-Ratio2,91
Profitfaktor2,15
maximaler Drawdown-7,86%
Durchschnittsverlust beim Fehltrade3,05%
Kapitalrendite bei 20000 Euro Startkapital und 2500 Euro je Position56,50%
Kapitalendstand31.300 Euro

 

Bemerkungen:
Ein Handelssystem ist profitabel, wenn der Profitfaktor größer als 1 ist.
Profitfaktor = Summe der Gewinne / Summe der Verluste
Drawdown = max. prozentualer Verlust als Verlustserie

Dieser obere Backtest zeigt, wie der MACD-Indikator funktioniert. Es kommt nicht auf die Trefferquote an, sondern auf den hohen Durchschnittsgewinn. Bei diesem System verliert der Trader öfter kleine Beträge. Jedoch kann er bei einem Gewinn-Trade die Summe der kleinen Verluste deutlich übertreffen.

Bedenken Sie : Die Zahlen des Backtests enthalten nicht die positive Wirkung der Selektion durch das Börsenmagazin. Somit sollte die Propaganda des Magazins nochmals die Trefferquote erhöhen.

Börse ist einfach und schwer zu gleich:

Diese simple Handelsstrategie eignet sich sehr gut für Börsenanfänger. Sie müssen jedoch Disziplin zeigen. Gewinne werden sich einstellen, wenn Sie die Strategie mindestens über ein ganzes Jahr durchziehen. Einen enormen Gewinnschub gibt es, wenn die Aktienmärkte in einem bullishen Modus sind. Vorsicht müssen Sie nur in Bärenmärkten sein. Manchmal fallen die besten Aktien, wenn Angst und Panik regieren. Halten Sie sich am MACD fest. Sobald ein Abwärtstrend entsteht, wird er sie vor großen Verlusten schützen.

Weiter zu Teil 5: Fundamentale Methoden der Aktienauswahl »

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
Christian Lukas

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