So setzen Sie den Trendhandel um

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Die zwei Einstiegsvarianten im Trend

Viele Trader versuchen Trends zu handeln. Das klingt sinnvoll, doch einfach ist es selten. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, ein Trend zu handeln.

  1. Nach einem Ausbruch
  2. Nach einem Kursrücksetzer

Die beiden Varianten werden von den Tradern unterschiedlich umgesetzt. Die erste Variante wird gern von privaten Tradern mit wenig Kapital gewählt. Vermutlich liegt das am leichten Erkennen der Einstiegspunkte (Long, wenn ein neues Hoch erreicht wird).

Profis wählen meistens die zweite Variante, da sie nach einem Ausbruch schlechte Einstiegskurse erzielen würden. Wegen ihres hohen Trading-Kapitals, versuchen sie ich vor dem Ausbruch zu positionieren.

Trend erkennen

Kursrücksetzer (Pullback) sind der wirkungsvollste Weg, um in einen laufenden Trend einzusteigen. Die erste Aufgabe muss deshalb sein, einen Trend zu finden. Logischerweise geht es beim Trading darum, etwas zu kaufen und teurer zu verkaufen.

In einen Trend einzusteigen, bedeutet nicht, dass man blind kauft, nur weil sich der Markt in eine Richtung bewegt. Jeder Trend benötigt seine Erholphasen. Es sind kleine Korrekturen, die sich entgegen die Trendrichtung entwickeln. Der große Vorteil beim Einstieg in der Korrektur liegt darin, dass das Risiko-Chance-Verhältnis besonders gut ist. Niemand weiß, was an der Börse passiert. Daher kann eine Korrektur auch das Ende eines Trends sein.

B1-Korrektur im Trend

Bild 1: Typisches Trading im Trend mit Einstieg innerhalb der Korrektur. Ein Trailing-Stop schützt aufgelaufene Gewinne.

 

Pullback-Trading

Wie im Bild 1 dargestellt, bietet der Einstieg in der Korrektur eines Aufwärtstrends eine gute Gewinnchance. Selten trifft man den tiefsten Punkt der Korrektur. Da sich jedoch eine Korrektur niemals sehr weit vom relativen Hoch entfernt, ist der potenzielle Verlust bei einem Trade klein. Ein schützendes Verkaufs-Limit (Stop-Loss-Limit) sollte man nach jedem Einstieg sofort setzen.

Der erforderliche Trend

Ohne Trend ist das Pullback-Trading meist unprofitabel. Die Suche nach einem Trend gestaltet sich manchmal schwierig. Trends können viele unterschiedliche Muster zeigen. Insgesamt läuft zwar der Markt in eine Richtung, aber dazwischen gibt es viele knifflige Situationen, die immer wieder Zweifel am Trend hervorbringen. Trends identifiziert man mit typischen Trendindikatoren. Zu nennen wären: Gleitende Durchschnitte, Kurslücken (Gaps), Trendkanäle oder mit typischen Trendindikatoren, wie zum Beispiel ADX, DMI, R2, Aroon usw.

Die Korrektur analysieren

Die besten Aktien in einem Aufwärtstrend konsolidieren nicht besonders lange, bis sie ihre ursprüngliche Richtung wieder aufnehmen. Manche Trend-Trader haben sich deshalb fixe Regeln zusammengestellt, Eine davon wäre zum Beispiel die 8-Tage-Regel: Wenn eine Aktie länger als acht Tage konsolidiert, dann verliert sie an Attraktivität, und wird nicht gehandelt.

B2-Korrekturform

Bild 2: Breite und Tiefe der Korrektur lässt Rückschlüsse auf den Trend zu

Die Tiefe einer Korrektur hängt grundsätzlich mit der Volatilität der Aktie zusammen. Die Volatilität wird vom Marktumfeld und dem Marktsektor bestimmt. So können volatile Aktien stark korrigieren, und trotzdem noch im Trend sein. Hingegen sind die Kursrücksetzer in sehr stabilen Aufwärtstrends oft kurz und schwach. Die Tiefe und Breite der Korrektur sollte miteinander harmonieren. Ist die Tiefe klein, darf die Breite größer (länger) sein. Korrigiert der Markt tiefer, dann sollte die Breite eher gering sein.

Der Einstieg

Grundsätzlich wird der geduldige Trader reich belohnt. Das Warten auf einen geeigneten Einstieg kann jedoch die Nerven des Traders belasten. Der erfahrene und disziplinierte Profi wird allerdings lieber auf einen Einstieg verzichten, als ein ungeduldiger Mitläufer zu sein.

Die erfolgreichsten Einstiege gelingen, wenn die Aktie sich bereits in die erhoffte Richtung bewegen. Siehe Bild 3.

B3-Korrektur-Einstieg

Bild 3: Einstieg, wenn die Aktie sich in Richtung zum Hoch bewegt. Der Stop-Loss sollte etwas weiter entfernt liegen, damit eine zufällige Bewegung nicht zum Ausstoppen führt.

Stopp-Loss setzen

Nach dem Einstieg, sollte immer ein Stop-Loss gesetzt werden. Profis sprechen von einem „Initial-Stop“. Dieses Verkauf-Limits sollten so gesetzt werden, dass sie eigentlich nicht erreicht werden. Sie dienen in erster Linie als Versicherung.

Das Setzen eines guten Stopps ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt keine gesetzmäßigen Regeln für das Setzen. Grundsätzlich führt ein enger Stopp dazu, die Verlusthöhe zu minimieren. Gleichzeitig erhöht sich aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Stopp ausgelöst wird. Im Gegensatz dazu vermindern weite Stopps das Risiko, zufällig ausgestoppt zu werden. Tritt die erwünschte Marktbewegung nicht ein, ist der Verlust höher als beim engen Stopp.

Lehrbuchmäßige Stopps werden oft abgefischt

Übrigens Stopps, die lehrbuchmäßig in die Nähe eines Tiefs gesetzt werden, können von Profis erahnt werden. Oft werden diese kurzfristig abgefischt. So dass nach dem Auslösen des Stopps der Markt dreht und die Bewegung dann doch noch in die vermutete Trendrichtung verläuft. Bei Börsenneulingen sorgt das regelmäßig für hohe Frustration. Wenn man Pech hat, dann geschieht das so häufig, dass man darüber nachdenkt, zukünftig keine Stopps mehr zu setzen. Diese Art von Undiszipliniertheit wird dann irgendwann doppelt so hart bestraft.

Der Ausstieg

Für das Trading mit Trends gibt es eine unumstößliche Regel. Der durchschnittliche Gewinn muss deutlich höher sein als der durchschnittliche Verlust. Das Wesen eines echten Trends ist die Unvorhersehbarkeit der Trenddauer. Sie können so unglaublich lange laufen, dass sie alles überrollen und fast utopische Kursgipfel erreichen. Das wäre dann eine Kursblase.

So eine Kursblase ist immer das Ergebnis eines psychologisch angetriebenen Marktes. Es werden regelmäßig Kurshöhen erreicht, die niemand zu Beginn für möglich gehalten hat. Die Gierigen werden immer gieriger. Erstaunlich ist dabei, dass die Kurshöhen immer fundamental erklärt und gerechtfertigt werden können. Es wird immer jemanden geben, den Preis für günstig hält, obwohl er tatsächlich völlig überteuert ist. Von 10 Argumenten können 9 bearish sein. Wenn das einzige bullishe Argument extrem übergewichtet wird, treten die neun bearishen in den Schatten.

Stopp nachziehen

Entwickelt sich der Markt wie erwartet, sollte der Stopp nachgezogen werden. Wenn widererwartend der Trend am Ende wäre, dann wird mit einem nachgezogenen Stopp die Gewinnhöhe verbessert. Beim Trend-Trading hat sich in der Praxis der Trailing-Stop durchgesetzt. Hierbei wird in Abhängigkeit vom Hoch oder Tief eine fixe Punktzahl nachgezogen.

Tipp:

Viele Profis verändern die Punktzahl des Trailing-Stops je nach Volatilität. Läuft ein starker Markt in die gewünschte Richtung, benutzen sie einen weiten Trailing-Stop, um dem Markt Platz für die Kursentfaltung zu geben. Kann der Markt nach dem Einstieg nur unwillig fortschreiten, vermindern sie den Trailing-Stop.

 

 

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