Trading mit dem MACD

Trading mit dem MACD

Verbessern Sie Ihr Trading mit dem MACD

Der MACD ist einer der gängigsten Momentum-Indikatoren. Der MACD steht für „Moving Average Convergence Divergence“ und ist eine Erfindung von Gerald Appel.

Der Indikator enthält zwei Moving Averages, die sich ständig einander nähern (konvergieren) oder sich voneinander entfernen (divergieren). Während dessen pendelt der MACD um eine Nulllinie. Befindet sich der Indikator oberhalb der Nulllinie, dann ist der Markt in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Unterhalb der Nulllinie wird ein Abwärtstrend angenommen. Der MACD ist kein lupenreiner Trendindikator. Üblicherweise wird er aber von Tradern mit Trendfolgeansatz verwendet, obwohl er um seine Nulllinie oszilliert. Mit einer Gewichtung von vielleicht 80% Trendfunktion darf man ihn als Zwitter bezeichnen.

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
Christian Lukas

Übliche Handhabung des MACD

Themenicon TippsIn der Literatur der Technischen Analyse wird empfohlen, dass bullishe MACD-Signale oberhalb der Nulllinie am stärksten sind. Tatsächlich ist die Richtlinie nur in sehr starken Trends hilfreich, und die gibt es seltener. Die typische Marktstruktur wird durch kleine und mittlere Trends geprägt. In der Praxis bedeuten die kleinen und mittleren Trendbewegungen, dass der MACD im Falle eines Aufwärtstrends deutlich oberhalb der Nulllinie liegt, und dann scheinbar bei den besten Signalen mit Kursschwäche zusammenbricht. Das kann unangenehm werden.

B1-MACD mit Standardeinstellung

Bild 1: Die Standardeinstellung des MACD (12-26-9) nach Gerald Appel

Die Einstellung des MACD

Themenicon HandelsplattformMit den Standardeinstellungen von Indikatoren wird man als Trader nie ganz zufrieden sein. Märkte verändern sich ständig, in dem sie den Rhythmus wechseln. Das hat zur Folge, dass auch der MACD bei der Signalgebung manchmal zu schnell oder meistens zu langsam ist.

Persönlich bin ich kein intensiver Nutzer des MACDs. Trotzdem beobachte ich ihn, weil er von vielen Tradern genutzt wird. Meiner Meinung nach, gibt es bei einem MACD-Signal einen Mini-Impuls, weil die Signal-Candlestick oft einen überdurchschnittlich großen Candlestick-Body besitzt.

Genauso wie bei anderen Crossover-Systemen mit Gleitenden Durchschnitten erscheinen Handelssignale in der Regel verzögert. Das ist mathematisch unvermeidlich, sonst wäre es kein Gleitender Durchschnitt. Mit ein paar kleinen Tricks kann man die Signalpräzision etwas verbessern. So wäre ein MACD-Signal zuverlässiger, wenn zugleich ein Trendlinienbruch möglich ist. In Bild 1 sind zwei eingezeichnet. Beide erhöhen die Qualität des MACD-Signals.

Es gibt zwei Standardeinstellungen

Gerald Appel verwendet gerne eine zweite, schnellere Einstellung. Hierbei benutzt er den MACD mit 8-17-9. Die dahinterstehende Logik ist überzeugend. Ein Aktienmarkt bewegt sich aufwärts und abwärts mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Dabei verweilt der Markt in der Aufwärtsbewegung etwas länger und gleichzeitig reduziert sich die Kursgeschwindigkeit. Geht es abwärts, dann beschleunigt sich die Bewegung merkbar. Im Extremfall kann es bis zur Panik führen.

B2-MACD mit schneller Einstellung

Bild 2: Der MACD mit einer zweiten Einstellung nach Gerald Appel. Die untere Standardeinstellung mit 8-17-9 sollte bevorzugt für Long-Positionen genutzt werden.

Um die Besonderheit zu berücksichtigen, empfiehlt Gerald Appel für den Long-Einstieg die schnellere MACD-Einstellung. Konsequenterweise bevorzugt er die bekannte Standardeinstellung 12-26-9 eher als Verkaufssignal.

Das Histogramm zeigt die Konvergenzen und Divergenzen

Vielleicht die beste Eigenschaft erhält der MACD in Form eines Histogramms. Hierbei wirkt der MACD als Momentum-Indikator. In Bild 3 ist es die schraffierte Fläche, die sich um die Nulllinie bewegt. Das Histogramm entsteht durch die mathematische Differenz der MACD-Signallinien. Je größer der Abstand der Linien ist, desto größer ist die schraffierte Fläche und damit auch das Momentum.

B3-MACD mit Divergenzen

Bild 3: Die schraffierte Fläche zeigt das MACD-Momentum. In dieser Histogramm-Darstellung sind die Divergenzen und Konvergenzen besonders deutlich.

Vergleicht man die Ausprägungen der Kurse mit den Indikatorhochs (Histogramm), dann ergibt sich daraus entweder eine Konvergenz oder Divergenz. Im umgedrehten Fall gilt das natürlich auch für die Tiefs. In Bild 3 sind zur Veranschaulichung Trendlinien auf die Hochs bzw. Tiefs gelegt worden.

MACD als Trendfilter mit einem schnellen Signalgeber (RSI)

Bisher wurde der MACD als eigenständiger Signalgeber genutzt. Die Vielseitigkeit lässt sich deutlich erhöhen, wenn er als Trendfilter benutzt, und mit einem schnellen Signalgeber kombiniert wird. Im nachfolgenden Beispiel wurde dafür ein kurzfristiger RSI (3) gewählt. Alternativ könnte man auch die Stochastik oder andere kurzfristige Oszillatoren einsetzen.

B4-MACD mit Filtersystem

Bild 4: Der MACD als Trendfilter kombiniert mit einem schnellen RSI

In Bild 4 ist eine Handelsidee umgesetzt worden, die den ungenauen Einstiegspunkt des MACD kompensiert. Dazu ist es notwendig, den MACD nur als Filter für Einstiege in Trendrichtung zu benutzen. Das Ausstiegssignal darf anschließend trendkonform vom MACD ausgehen.

Einstiegsregeln:

  • Den MACD mit langfristiger Einstellung (15-33-10) nutzen, um damit eine Trendbewegung optimal zu finden.
  • Im Aufwärtstrend befindet sich das Histogramm des MACD über der Nulllinie.
  • Der RSI (3) muss eine kurzfristige Gegenbewegung vollziehen, bei der er im Fall eines Long-Trades, die Grenzlinie 30 von oben nach unten kreuzt. Bei einem Short-Trade ist es genau umgekehrt. Der MACD ist kleiner als Null und der RSI kreuzt 70.

Handelsergebnis für den DAX im Zeitraum von 01.01.2000 bis 31.12.2015

Insgesamt entstanden 200 Trades mit der vorgegebenen Einstellung.

Trefferquote: 37,0 %
Payoff-Ratio: 2,38 (Durchschnittsgewinn / Durchschnittsverlust)
Profitfaktor: 1,50 (Gewinnsumme / Verlustsumme)

Zum Vergleich: Hätte man den MACD in seiner Standardeinstellung benutzt, und sein typisches Crossover-System eingesetzt, dann wäre folgendes Ergebnis entstanden:

Trefferquote: 38,79 %
Payoff-Ratio: 1,71 (Durchschnittsgewinn / Durchschnittsverlust)
Profitfaktor: 1,09 (Gewinnsumme / Verlustsumme)

Der Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass der MACD in seiner Grundeinstellung keine perfekte Handelsmaschine ist. Die Grundidee des MACD ist jedoch nicht schlecht, daher sollte der MACD möglichst flexibel eingesetzt werden. Eine gute Möglichkeit wäre zum Beispiel ihn als Trendfilter einzusetzen. Die aufgezeigten Handelsergebnisse sind vielversprechend.

Tipps zur Anwendung des MACD

  • Zeichnen Sie Trendlinien in den MACD, und optimieren Sie damit die Handelssignale. Trendlinienbrüche in der Nähe der Nulllinie haben eine große Wirkung.
  • Überlegen Sie, ob der MACD unbedingt ein Signalgeber sein muss. Oft können Handelssysteme optimiert werden, wenn der MACD nur als Richtungsfilter dient. Das eigentliche Ein- und Ausstiegssignal kommt dann von einem schnelleren Indikator oder von einem Kursmuster.
  • Ein Ausbruch über ein markantes Hoch bzw. Tief bekommt eine besondere Dynamik, wenn der MACD nahezu gleichzeitig ein Crossover fabriziert.
  • Innerhalb der Technischen Analyse sollte der Fokus auf Divergenzen und Konvergenzen zum Kursverlauf liegen. Hier zeigt der MACD seine wahre Stärke.


Rücksetzer nach Kursbewegungen

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