Erneuter Skandal bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank gerät immer wieder in den Fokus der Ermittler und sorgt für zahlreiche Schlagzeilen. Jüngst musste das Kreditinstitut über 2 Milliarden Dollar Strafe im Co2-Umsatzsteuer Skandal zahlen. Scheinbar hat der Konzern nicht gelernt und ist wieder in Machenschaften verwickelt. Die Skandale der Deutschen Bank nehmen einfach kein Ende. Trotz der negativen Meldungen in den letzten Jahren, gehört der Konzern immer noch zu den größten seiner Art und ist weltweit im Aktiengeschäft tätig. Milliarden Gewinne halten auch den Aktienkurs der Deutschen Bank auf einem stabilen Niveau. Die neueste Negativentwicklung der deutschen Bank, ist diesmal im Devisengeschäft anzusiedeln.

Unregelmäßigkeiten im Devisenmarkt der Deutschen Bank

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Laut aktuellen Angaben der brasilianischen Wettbewerbsbehörde, steht die Bank im Fokus der Ermittler. Von Manipulationen und Unregelmäßigkeiten im Devisenmarkt ist die Rede. Nicht nur die Deutsche Bank soll daran beteiligt sein. Fast mafiöse Strukturen von insgesamt 15 Kreditinstituten, sollen im Zeitraum von 2007-2013 organisierte Manipulationen vorgenommen haben. Der Kontakt untereinander soll dabei über den Chat Dienst Bloomberg abgelaufen sein. Interne Mitglieder sprachen von einem Kartell, so die jüngsten Aussagen der brasilianischen Behörde CADE. Derzeit stehen die Banken im Fokus der Ermittler. Genaue Daten, in welchem Umfang der Markt manipuliert worden ist, stehen im Moment noch nicht zur Verfügung.

Tatbestände und betroffene Banken

Derzeit wird gegen über 30 führende Manager der dem Kartell angehörigen Banken ermittelt. Verdachtsmomente bestehen gegen die folgenden Banken:

•    Deutsche Bank
•    Citigroup
•    Barclays
•    Standard Bank
•    Tokyo-Mitsubishi UFJ
•    Credit Suisse
•    Royal Bank of Scotland
•    JPMorgan
•    UBS
•    Royal Bank of Canada
•    Standard Chartered
•    Bank of Amerika Morgan Stanley
•    Nomura
•    HSBC

Es befinden sich viele hochrangige und etablierte Kreditinstitute in dem manipulativen Verbund, welcher einem Kartell schon sehr ähnelt. Bisher gibt es kaum Äußerungen und Stellungnahmen der betroffenen Übeltäter. Es wird sich noch zeigen, inwiefern im großen Stil der Devisenmarkt beeinflusst wurde und welche Banken dabei maßgeblich beteiligt sind. Ganz sicher werden mittelfristig einige Vorstandsvorsitzende ihren Hut nehmen müssen, wenn die Verdachtsmomente sich erhärten und der ganze Betrug ans Tageslicht gerät.

Chefwechsel bei der Deutschen Bank

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John Cryan ist seit dem 1. Juli 2015 Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank , Quelle: Deutsche Bank

Der neue Amtsinhaber wird direkt vor ein großes Problem gestellt. Einerseits ist der Ruf der Deutschen Bank recht ramponiert und die aktuellen Verdachtsmomente fordern den neuen Chef direkt kurz nach dem Amtsantritt. Der neue Deutsche Bank Chef John Cryan will den den Konzern neu ausrichten. Laut seinen Aussagen ist die Bank zu komplex und diversifiziert. Bis zum Herbst soll das Konzept stehen und sicher wird der Umschwung noch für Aufsehen sorgen. Bis spätestens Oktober, soll die Öffentlichkeit über die strategischen Veränderungen bis 2020 informiert werden. Nach dem Ende der Hauptversammlung im Mai 2016, will John Cryan den Konzern in Eigenregie führen. Er löst damit die scheidenden Jürgen Fritschen und Anshu Jain an der Konzernspitze ab. Es wird höchste Zeit neuen Schwung in die Betriebswirtschaft der Deutschen Bank zu bringen. Seine größte Aufgaben ist derzeit wohl, den ramponierten Ruf Deutschlands größter Bank wieder herzustellen.

Wichtigste Neuerungen der Deutschen Bank

Der anstrengendste Part wird wohl die Wiederherstellung des Rufs der Deutschen Bank. Crayn will die Beziehungen zu den Behörden verbessern und das Image aufpolieren. Ein Kundenrückgang ist derzeit zwar noch nicht zu verzeichnen, aber sollten noch mehr Skandale ans Tageslicht geraten, werden mittelfristig auch die Anleger und Geschäftskunden sich neue Partner suchen. Zuverlässige und belastbarere Prozesse in der internen Abwicklung, sollen eine Veränderung erwirken. Besonders die juristischen Altlasten lasten auf den Schultern der Konzernspitze. Es bleibt mit Spannung zu erwarten, wie der neue Deutsche Bank Chef den Ruf wesentlich verbessern will. Zudem der aktuelle Skandal ungeahnte Kreise ziehen kann und auch wird.

Auch im Privatkundengeschäft soll maßgeblich nachgebessert werden. Die Kunden sollen attraktive Finanzprodukte vorgestellt bekommen. Bislang ist das Angebot für Privatkunden nicht auf dem aktuellen Stand und wurde ziemlich vernachlässigt. Trotz massiver Umbrüche, sieht der Privatkunden-Chef Christian Sewing sein Kredithaus im Massengeschäft für die Zukunft gerüstet. Besonders die Kosteneffizienz benötigt Nachholbedarf in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten. Das Privatkundengeschäft ist nicht lukrativ genug. Wenn die Deutsche Bank den Kunden bessere und zeitgemäßere Produkte anbietet, wird auch dieses Segment wachsen und Profit bringen. So die Mutmaßungen der beteiligten Manager im Privatkunden-Segment.

Welchen Einfluss wird dieser Skandal auf die Zukunft der Bank haben?

Der jüngste Skandal wird sich noch erheblich auf die Zukunft der Deutschen Bank auswirken. Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Manipulationen im Devisenmarkt sind kein Kavaliersdelikt. Besonders nicht, wenn in Kartellartiger Form etwa 15 Banken daran beteiligt sein sollen. Der Wechsel an der Führungsspitze, kann den erhofften Wandel bringen. Cryan war zuletzt maßgeblich an der Umstrukturierung der Schweizer Großbank UBS beteiligt. Sicher werden seine Erfahrungen mit Krisen auch der Deutschen Bank helfen. Wenn es nicht zu spät ist, die Ermittler der brasilianischen Behörde sind noch längst nicht am Ende ihrer Prüfungen. Insgesamt gesehen, ist der Führungswechsel der Deutschen Bank ein erster guter Schritt, den skandalträchtigen Konzern zu einem neuen seriösen Ruf zu verhelfen und das Kreditinstitut für Privatkunden attraktiver zu machen. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Deutsche Bank Chef auch die aktuelle Devisenmarkt-Krise bewältigen kann.

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