Profite mit Elders Force-Index-Strategie

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Der Force-Index zeigt die Marktkräfte

Einer der Top-Börsenautoren ist Dr. Alexander Elder. Er ist nicht nur ein Autor, sondern auch ein Praktiker, der vieles selbst ausprobiert, und gerne von seinen Erfahrungen berichtet.

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
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Einer seiner wichtigsten Indikatoren ist der „Force-Index“. Der Indikator verknüpft den Kurs und das Handelsvolumen miteinander. Ziel ist es, die Kräfte der Bullen und Bären zu diagnostizieren.

Force-Index = VolumenHeute x (SchlusskursHeute – SchlusskursVortag)

Der Force-Index zeigt die Kraft einer Kursbewegung. Grundsätzlich ist das Kreuzen der Nulllinie innerhalb des Indikators ein direktes Kauf-oder Verkaufssignal. Elder vergleicht den Kurs mit den Gedanken der Marktteilnehmer und das Volumen mit den dazugehörigen Gefühlen. So soll der Force-Index zeigen, ob Herz und Kopf des Marktes im Einklang sind.

Elder ist der Überzeugung, dass man den Force-Index ungeglättet verwenden kann. Doch bei seinen eigenen Handelssystemen verwendet er eine geglättete Variante. Seine Haupteinstellung sind 2 und 13 Perioden.

Fast-Force-Index= EMA(Force-Index,2)

Slow-Force-Index=EMA(Force-Index,13)

EMA = Exponential Moving Average

Divergenzen innerhalb des langsamen Force-Index zeigen Schwächen in der Kursbewegung

Die Bewegungsmuster des Force-Index zeigen Kräfteverhältnisse an. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Divergenzen. Macht der Kursverlauf ein neues Kurshoch, sollte der langsame Force-Index ebenfalls ein neues Hoch markieren. Wenn er dies nicht tut, dann lässt dies auf eine Schwäche in der Bewegung schließen. Eine Umkehr kündigt sich an.

Und so sehen die Divergenzen des Force-Index im Chart aus:

B1-Force-Index

 

Bild 1: Tages-Chart des FDAX mit Force-Index(13) mit Divergenzen

Der Force-Index ist ein Oszillator

Grundsätzlich pendelt jeder Force-Index um seine Nulllinie. Dementsprechend ist der Markt bullish, wenn der Force-Index über der Nulllinie ist, und bearish unter der Nulllinie. Der langsame Force-Index (13) ist auch ein Taktgeber für ein Handelssystem. Kann sich der Force-Index (13) mehrere Tage über bzw. unter der Nulllinie halten, dann ist von einer starken Kurswelle, oder sogar im Idealfall von einem Trend auszugehen. Wie stark die Bewegung ist, lässt sich am Abstand zur Nulllinie erkennen. Je größer der Abstand ist, desto dynamischer ist die Bewegung.

Der schnelle Force-Index als Signalgeber

Mit dem langsamen Force-Index lassen sich gut charttechnische Analysen umsetzen. Fügt man noch einen schnellen Force-Index (2) hinzu, dann kann das ein komplettes Handelssystem ergeben. Der 2-Tage Force-Index ist ein sehr schneller Oszillator, der als alleiniges Instrument wenig Nutzen bringt. Seine Wirkung kommt, wenn man ihn im Trend benutzt, zur Geltung.

B2-Force-Index

Bild 2: Der schnelle und der langsame Force-Index als Indikator vereint.

Der schnelle Force-Index pendelt wild im oberen Bild um seine Nulllinie. Auf den ersten Blick bringt er keine Klarheit in das Chart-Bild. Die wahre Wirkung kommt im Trend.

Im Trend einen guten Einstiegspunkt zu finden, ist oftmals schwierig. Entweder kauft man zu teuer, oder der Trend ist kurzfristig erschöpft, und der Markt kehrt für eine größere Marktbewegung um. Selten trifft man den Einstieg optimal. Ideal wäre in einem Aufwärtstrend eine überverkaufte Situationen. Das untere Bild macht es deutlicher.

OBOS-im-trend

Bild 3: Im unteren Bereich des Trendkanals gibt es einen überverkauften Bereich

 

Eine Lösung bietet der kurzfristige Force-Index. Wenn der langsame Force-Index (13) sich in einem bullishen Bereich dauerhaft über der Nulllinie bewegen kann, dann sollte man den schnellen Force-Index (2) als Kontra-Indikator nutzen. Immer dann, wenn sich der schnelle Force-Index(2) in einem Aufwärtstrend von oben nach unten bewegt, und dabei die Nulllinie durchschreitet, entsteht ein Kaufsignal. Das ist eine exzellente Long-Chance, weil man die überverkaufte Situation im Aufwärtstrend erwischt.

Hat man einen Abwärtstrend vor sich, dann muss man als Trader umgekehrt vorgehen. Der langsame Force-Index (13) bewegt sich in diesem Fall unterhalb der Nulllinie, und wenn der schnelle Force-Index (2) die Nulllinie von unten nach oben kreuzt, ergibt sich die Short-Chance.

B3-Force-Index

Bild 4: Elders-Force-Strategie in der Praxis

Order-Handling beim Eröffnen einer kurzfristigen Long-Position.

Elder empfiehlt bei der Anwendung des schnellen Force-Index (2), mit einer Buy-Stop- bzw. einer Sell-Stop-Order zur arbeiten. Im Fall eines Long-Trades würde also der langsame Force-Index (13) über der Nulllinie sein, der schnelle Force-Index (2) kreuzt von oben nach unten die Nulllinie. Danach setzt Elder ein Buy-Stop am Hoch der Signal-Candlestick. Kehrt der Markt wie gewünscht um, dann wird man auf der Long-Seite eingestoppt. Fällt der Markt weiter, setzt Elder den Buy-Stop zum nächsten Hoch einer Candlestick.

Greift der Buy-Stop und die Long-Position ist eröffnet, geht Elder davon aus, dass genügend Schwung vorhanden ist, um die Kurse in die gewünschte Richtung weiter zu führen. Sofort setzt er dann einen Stop-Loss am Tief der Einstiegs-Candlestick.

Beim kurzfristigen Trading schließt Elder gerne seine Long-Position, wenn der schnelle Force-Index (2) wieder über der Nulllinie liegt. Nur wenn er von einer längeren Halteperiode ausgeht, setzt er auf andere Ausstiegstechniken.

Ein alternativer Ausstieg bei der Elder-Force-Strategie

Die Elder-Force-Strategie kann auch automatisch umgesetzt werden. In diesem Fall führt das Kreuzen der Nulllinie zu einem sofortigen Einstieg in Trendrichtung. Dadurch entstehen sehr viele Trades. Sogar so viele, dass öfter ein neues Signal in der gleichen Kursrichtung entsteht, obwohl die vorherige Position noch nicht geschlossen wurde.

Wenn man grundsätzlich mit einer fixen Kurseinstellung herangeht, und zum Beispiel ATR(14)-Stopps setzt, dann entsteht ein hochprofitabler Handel.

ATR (14) = Average True Range mit 14 Perioden

Profit-Stop -> 0,7 x ATR(14)

Stop-Loss -> 1,3 x ATR (14)

 

Beim DAX wären in der Testzeit vom 1.1.2010 – 29.07.2015 insgesamt 209 Trades entstanden.

Trefferquote 80,38 %

Payoff-Ratio = 0,6

Profit-Faktor = 2,44

Bei dem Backtest wurde mit dem DAX-Future gearbeitet. Das System hätte eine jährliche Rendite von 25% erzielt. Je Trade wurden 4 Euro Handelskosten angesetzt und pro Trade mit nur einem Kontrakt gehandelt. Das Ergebnis zeigt, dass es eine hochprofitable Handelsstrategie ist mit vergleichsweise geringem Risiko.

 

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    Begemann

    Guten Tag Herr Lukas
    mit Interesse habe ich Ihren gut erklärenden Artikel gelesen. Den genannten Profit des alternativen Systems mit ATR(14) basierten Stopps kann ich jedoch systemisch nicht nachvollziehen. Ist es möglich, dass Sie mir die Handelsregeln und vor allem einen Ausschnitt aus dem Chart zukommen lassen, in dem einige Orders umgesetzt sind?
    Danke

    Gruß

    Begemann

      Christian Lukas

      Hallo Herr Begemann,
      der Ausstieg mit Hilfe des ATR ist sehr einfach. Die ATR(14) ist die typische Handelsspanne der letzten 14 Perioden (z.B. Tage). Die Handelsspanne wird anschließend ausgehend vom Schlusskurs des Handelsobjektes nach oben (Profit) und nach unten verschoben (Stopp).
      Beispiel bezogen auf die Handelsstrategie: Ist der Schlusskurs 10 Euro und die Handelsspanne beträgt (3 Euro), dann wäre der Stop-Kurs 10 Euro – (1,3x 3 Euro) und der Zielkurs 10 Euro + (0,7 x 3 Euro).
      Beste Grüße
      Christian Lukas

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