Die verschiedenen Order-Typen erklärt

Ordertypen erklärt

Nicht alle Broker bieten dieselben Order-Typen

Viele Börsenneulinge spielen mit dem Gedanken sich mit Aktien, CFDs oder Zertifikate ein Vermögen aufzubauen. Es ist egal für welche Handelsinstrumente sich ein Trader entscheidet. Jeder gute Trader kennt die verschiedenen Order-Typen seines Brokers. Die Ordertypen sind wichtige Werkzeuge für die Umsetzung des Money-Managements bzw. des Risiko-Managements.

Leider ist es nicht so, dass alle Broker die gleichen Order-Typen anbieten. Der normale Weg einer Order wäre: Der Trader gibt von seinem PC eine Order auf. Anschließend leitet der Broker die Order weiter zur Börse. Und die Börse stellt diese entsprechend in den Markt. Das gilt aber nicht für CFDs und jedem anderen außerbörslichen Handel. Beim außerbörslichen Handel übernimmt der Broker die Gegenposition oder er verknüpft sie intern mit anderen Kunden. Der Handelsablauf ist vollautomatisiert, und die interne Software übernimmt den Handelsablauf.

Die regulären Handelsbörsen bieten nur wenige Ordertypen an. Es reicht meist nicht, den Bedarf der Trader zu decken. Deshalb übernimmt die Software des Brokers das vollständige Order-Management. Da nicht alle Broker die gleiche Software benutzen, variieren auch die möglichen Ordertypen. Bei der Auswahl eines Brokers ist es deshalb zwingend notwendig, das eigene Handelssystem mit den vorhandenen Order-Typen abzustimmen.

Market-Order

Diese Orderform gilt als die einfachste Form des Handels. Als „market“ bezeichnet man einen Kauf- bzw. Verkaufsauftrag, der zum nächstmöglichen Zeitpunkt „bestens“ ausgeführt werden soll. Die Order beinhaltet keine Bedingungen. Der Vorteil der Market-Order ist die Schnelligkeit der Ausführung. Da jedoch weder Volatilität noch Liquidität berücksichtigt werden, gibt es oft unangenehme Abweichungen beim Abrechnungskurs. Nicht selten erhält der der Trader einen Kurs, den er als ungerecht empfindet.

Limit-Order

Um einen nicht-marktgerechten Kurs zu vermeiden, kann der Trader einen Limit-Kurs bei der Order aufgeben. Beispiel: Der Kauf einer Aktie soll höchsten 20 Euro betragen. Wenn nun die Aktie bei einem Kurs von 21 Euro steht, kann die Order nicht umgesetzt werden. Erst wenn der Kurs auf 20 Euro zurückfällt, gibt es eine Orderausführung. Die Umsetzung von Limit-Orders ist unkompliziert und ermöglicht die gesicherte Ausführung. Limit-Orders gibt es in der Praxis oft bei Widerstands und Unterstützungszonen. Ist die Liquidität nicht hoch genug, kann es jedoch zu Teilausführungen kommen.

Stop-Order

Eine der am häufigsten genutzten Orderformen ist die Stop-Order. Bei der Stop-Order hält der Trader bereits eine offene Position. Mit der Stop-Order regelt er anschließend die Art und Weise, wie er seine Position glattstellt wird. Dabei geht es in erster Linie um den „Stop-Loss“ und dem „Profit-Stop“. Beim Stop-Loss gibt der Trader den Kurs vor, der seine Verluste begrenzen soll. Im umgekehrten Fall setzt der Trader beim „Profit-Stop“ einen Kurs fest, bei dem er seinen Gewinn mitnimmt.

Stop-Limit-Order

Die Stop-Limit-Order ist eine typische Einstiegs-Order. Auch wenn der Begriff „Stop“ irreführend ist, gibt es beim „Stop-Buy“ (Long-Position) und beim „Stop-Sell“ (Short-Position) eine Positionseröffnung zu einem festgelegten Kursniveau.
Beispiel: Der Trader sieht eine Konsolidierungsphase, und möchte eine Long-Position eingehen, wenn der Kurs anzieht und ein bestimmtes Kursniveau überschreitet. Der Kurs pendelt zwischen 18 und 20 Euro in einer Kurszone. Der Trader setzt nun bei 20,50 Euro eine Stop-Buy-Order, weil er bis 20 Euro einen Widerstand vermutet. In diesem Fall wird die Order im System nicht ausgeführt, bis der Kurs 20,50 Euro erreicht wird. Erst dann wird die Order aktiv, und es kommt bei Order-Ausführung eine Long-Position zustande.

Trailing-Stop

Der Trailing-Stop ist eine besondere Ausstiegsvariante. Es handelt sich hierbei, um einen automatisch nachgezogenen Stopp-Kurs. Der Trailing-Stop ist eine typische Anwendung von Trend-Tradern. Ziel ist immer, die Gewinne laufen zu lassen, und Verluste zu begrenzen. Ein Trailing-Stop kann beim Long-Trade nur nach oben nachgezogen werden. Beim Short-Trade  ausschließlich nach unten.

Beispiel: Der Trader hat eine Aktie, die um 20 Euro gehandelt wird. Er rechnet damit, dass sich der Aufwärtstrend der Aktie fortsetzen wird. Damit die Aktie genügend Spielraum hat, setzt er nun einen Trailing-Stop in den Markt. Er möchte, dass der Stop-Kurs bei 16 Euro beginnt, und dann in 0,50 Euro-Schritten nach oben verändert wird. Liegt die Order beim Broker, dann wird sich folgendes Reaktionsmuster ergeben: Sollte der Kurs sofort fallen, dann wird bei 16 Euro die Position verkauft. Steigt der Kurs jedoch auf 20,50 Euro, dann wird sich der Stop-Loss-Kurs auf 16,50 erhöhen. Und immer so weiter in 0,50 Euro-Schritten. Dieses Schema kann sich theoretisch unendlich weit fortsetzen. Der Trailing-Stop verschiebt sich weiter nach oben, bis der Markt seinen Aufwärtstrend beendet und umkehrt. In der Zwischenzeit sollte sich der Trailing-Stop soweit nach oben geschraubt haben, dass ein Gewinn erzielt wurde.

If-Done-Order (Wenn-Dann-Aufträge)

Trader mit einem Handelssystem bevorzugen gerne Order-Varianten, die Ihnen das Leben erleichtern. Eine If-Done-Order funktioniert als Order-Kombination. Wenn eine Order ausgeführt wird, wird eine zweite Order automatisch in den Markt gestellt.

Beispiel: Eine Aktie steht bei 20 Euro und der Trader erwartet den Ausbruch aus der Handelsspanne. Er setzt nun einen „Stop-Buy“ bei 21 Euro in den Markt. Diese Order verknüpft er nun mit einer zweiten Order. Die zweite Order ist ein Stop-Loss bei 16 Euro.

Der Trader gibt praktisch zwei oder mehr Orders in das Broker-System ein. Dabei behandelt das Broker-System im If-Done-Modus die zwei Orders als eine einzige.

One Cancels the Others (OCO)

Die OCO-Order ist eine besondere If-Done-Order. Manche Broker bezeichnen sie auch als Bracket-Order, weil sie wie eine Klammer mehrere Einzel-Orders umschließt. Eine OCO-Order weist den Broker an, alle anderen Orders zu streichen, wenn eine Teil-Order ausgeführt wurde. Typisch ist die Streichung der Stop-Loss-Order, wenn der Profit-Stop erreicht wurde – oder der umgedrehte Fall.

Beispiel: Der Trader gibt eine Market-Order auf. Der Kaufkurs liegt bei 20 Euro. Der Trader rechnet damit, dass die Aktie ein Kurspotenzial von 25 Euro hat. Deshalb setzt er einen Profit-Stop bei 25 Euro. Der Trader muss jedoch auch damit rechnen, dass er sich irrt. Deshalb sichert er seine Position mit einem Stop-Loss von 18 Euro. Damit ist der Trade nach allen Seiten definiert. Wenn nun der Profitstop von 25 Euro erreicht wird, dann wird automatisch der Stop-Loss von 18 Euro gelöscht. Die automatische Löschung funktioniert nur, wenn das Broker-System, die drei Order-Teile als OCO definiert bekommen hat.

Beispiel für eine OCO-Order

Bild: Beispiel für eine OCO-Order. Die Market-Order zum Kauf, der Profit-Stop bei Gewinnmitnahme und der Stopp-Loss im Verlustfall werden als eine zusammengehörige Order im System des Brokers geführt. Alle Orderteile werden gestrichen, wenn der Profit-Stop oder der Stop-Loss ausgelöst werden. 

Arbeiten Sie mit Ordertypen

Die vorgestellten Order-Typen lassen sich einfach und schnell in das Trading integrieren. Sie stellen ein wertvolles Instrument für jeden Trader dar. Insbesondere aktive Trader, die mit gehebelten Handelsinstrumenten am Markt sind, können mit den Order-Typen ihre Strategien perfektionieren. Insbesondere wenn man als Trader nicht konstant den Markt beobachten möchte, sind die If-Done-Orders überlebenswichtig.

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