In 6 Schritten erfolgreich Börsenhandel betreiben


Das eine Rezept, um langfristig erfolgreich online Börsenhandel zu betreiben, gibt es nicht. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich allerdings einige Techniken und Strategien entwickelt, die eher zum Erfolg führen als andere. Besonders auf die Erstellung des persönlichen Anleger-Profils und die Spezialisierung sollten Trader großen Wert legen.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Erfolgreicher Online Börsenhandel im Überblick

  • Es gibt kein einheitliches Erfolgsrezept
  • Wichtige Aspekte wie Spezialisierung und Diversifikation sind aber Grundbaustein, um überhaupt Erfolg haben zu können
  • Erfolgreicher Börsenhandel beginnt schon bei der Depoteröffnung
  • Entwicklung der persönlichen Anlagestrategie essenziell für den Erfolg
  • Analyse und Reflexion des eigenen Handelns führt zum Erfolg

1. Schritt 1: Broker finden und Depot eröffnen

Themenicon TippsSo banal es klingen mag, dass Trader vor der ersten Odererstellung zunächst einen geeigneten Broker finden müssen, so wichtig ist diese Entscheidung. Mit dem Broker steht und fällt der erfolgreiche Börsenhandel. Anleger sollten bei der Auswahl des Brokers sowohl auf harte als auch auf weiche Faktoren achten.

Harte Faktoren:

  • Kosten beim Broker: Die Rendite von Aktiengeschäften zu steigern, ist kompliziert. Sie zu senken ist hingegen einfach. Sind die Kosten bei Broker A um einen Prozentpunkt höher als bei Broker B, ist die Rendite bei Broker A direkt um einen Prozentpunkt geringer. Trader sollten immer darauf achten, nur die Kosten für die bevorzugt gehandelten Finanzprodukte miteinander zu vergleichen. Ein Broker, der günstige Währungsgeschäfte anbietet, nützt einem auf Aktien spezialisiertem Trader nicht viel.

 

  • Produktangebot: Der Broker sollte möglichst viele Finanzprodukte anbieten, mit denen der jeweilige Trader handelt. Ein grundsätzlich vielfältiges Produktangebot ist zwar vorteilhaft, aber explizit kein Muss.
  • Firmensitz und Regulierung: Seriosität ist das A und O eines guten Brokers. Das Unternehmen sollte von einer gewissenhaft arbeitenden Regulierungsbehörde überwacht werden. Zudem entscheiden landesspezifische Gesetze über die Höhe der Einlagensicherung.

 Weiche Faktoren:

  • Eingesetzte Software: Jeder Trader hat unterschiedliche Vorlieben bezüglich der Handelssoftware. Je nach Broker sind Design, Funktionsumfang und Anpassbarkeit unterschiedlich ausgeprägt. Die Software sollte nach Möglichkeit in einem Demokonto getestet werden, sofern sie nicht bereits bekannt ist.
  • Servicequalität: Guter Service beginnt bereits bei der Aufmachung der Website. Sind die wichtigsten Punkte gut erreichbar und etwa die Kosten transparent dargestellt, spricht das für den Broker. Empfehlenswert ist es immer, den Support vor der Eröffnung eines Kontos mit einer relativ spezifischen Frage zu kontaktieren. So kann die Geschwindigkeit und das Fachwissen der Mitarbeiter überprüft werden.
  • Bewertungen: Über den Broker sollten im Netz eine kurze Recherche durchgeführt werden. Bewertungsportale und Fachmagazine geben einen Aufschluss darüber, wie ein Broker arbeitet und sich beispielsweise in Krisensituationen verhält.

An dieser Stelle erfolgt explizit keine Einordnung der Faktoren nach Wichtigkeit. Jeder Trader muss individuell entscheiden, welche Aspekte wichtig sind und wo eventuell kleinere Defizite zu verkraften sind.

2. Schritt 2: Persönliches Anleger-Profil erstellen

Damit der Börsenhandel erfolgreich sein kann, müssen sich Trader selbst analysieren. Dazu teilen Banken ihre Kunden beispielsweise in verschiedene Klassen ein, die nach Risikofreudigkeit aufgeteilt sind. Anleger sollten bei der Selbsteinschätzung immer folgende Fragen beantworten:

  • Welche Erfahrungen habe ich mit dem Börsenhandel?
  • Was ist mein Ziel?
  • Welchen zeitlichen Horizont habe ich?
  • Wie wichtig ist es mir, dass mein Kapital zu 100 Prozent erhalten bleibt?
  • Bin ich bereit, für mehr Rendite auch mehr Risiko in Kauf zu nehmen?
  • Kann ich Verluste beim Börsenhandel verkraften?

Themenicon OptionsscheineAn der Börse gilt immer die Faustregel, je höher das Risiko, desto höher auch die Rendite. Je nach persönlicher Risikobereitschaft werden dann unterschiedliche Finanzprodukte erworben. Ruhige Anleger können beispielsweise eher auf Geldmarktfonds oder Staatsanleihen setzen. Hoch spekulative Trader, die bereits über viel Erfahrung verfügen, investieren hingegen eher in Optionsscheine, Zertifikate oder sehr spekulative Anleihen.

Alle folgenden Schritte sollten immer vor dem Hintergrund des persönlichen Anleger-Profils durchgeführt werden. Dieses weist den Weg, in welche Finanzprodukte investiert wird und wann diese ge- oder verkauft werden sollten.

3. Schritt 3: Informationen finden und verstehen

Die Informationsflut an den Börsen ist immens. Trader können in hektischen Situationen schnell den Überblick verlieren. Trotzdem ist es beim Online-Börsenhandel unerlässlich, sich eine persönliche Marktmeinung zu bilden. Folgende Informationsquellen eignen sich dazu grundsätzlich:

  • Branchennews:Oft entwickeln sich Kurse von Unternehmen wenig individuell. Von Krisen, neuen Gesetzen oder anderen Schocks sind meist komplette Branchen betroffen. Informationen hierzu sind in allen Tageszeitungen und Online-Portalen zu finden.

  • Fachmagazine nutzen:Trader sollten sich nur auf Informationen aus einschlägig bekannten und renommierten Portalen verlassen. Gute Adressen sind etwa die Website der Frankfurter Börse, Bloomberg, das Handelsblatt oder die FAZ.
  • Bilanzen lesen:Werden Aktien oder Derivate eines spezifisches Unternehmens erworben, sollten dessen Bilanzen zunächst studiert werden. Besonders interessant für Anleger ist die Gewinn- und Verlustrechnung. Zudem zeigt der Cashflow an, wie viel ein Unternehmen im operativen Geschäft an cash verdient hat.
  • Von Tradern lernen:Um sich selbst eine Meinung zu bilden kann es hilfreich sein, mit anderen Anlegern in Kontakt zu treten. Einige Broker bieten mittlerweile das sogenannte Social-Trading an. Dabei können die Trades von anderen Anlegern beobachtet oder sogar kopiert werden. Der jeweilige Trader kann zudem bewertet werden, so dass vom Fachwissen von erfahrenen Tradern profitiert werden kann. Diese Informationsquelle ist vor allem für Anfänger von unschätzbarem Wert sein.
  • Theoretisches Fachwissen:Es muss nicht gleich ein ganzes Wirtschaftsstudium sein, das als Informationsgrundlage für das Trading dient. Wer sich aber ein hohes Maß an theoretischem Wissen aneignet, kann davon in der täglichen Praxis stark profitieren.

Die Informationseinholung erfolgt sowohl tagesaktuell als auch langfristig. Fachmagazine, Branchennews und Informations-Portale bieten die Grundlage für das operative Geschäft. Theoretisches Fachwissen und das Know-how von anderen Tradern kann genutzt werden, um langfristig erfolgreiche Strategien zu entwickeln.

 4. Schritt 4: Spezialisierung im Online Börsenhandel

Wer erfolgreichen Börsenhandel betreiben möchte, der muss sich zwangsweise auf bestimmte Finanzprodukte spezialisieren. Trader sollten sich daher zunächst auf bestimmte Anlageformen konzentrieren, die zum persönlichen Anleger-Profil passen. Grundsätzlich stehen folgende Formen zur Verfügung:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Derivate
  • Fonds
  • Rohstoffe
  • Sachwerte

Innerhalb der jeweiligen Anlageform ist es dann ratsam, sich auf ein oder zwei Branchen zu spezialisieren. Börsenprofis raten vor allem Anfängern dazu, nicht mehr als drei bis fünf Werte zu handeln.

5. Schritt 5: Diversifizierung des Portfolios

Themenicon HandelsplattformAuf den ersten Blick mag die Diversifikation des Portfolios der Spezialisierung widersprechen. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar, dass beide Aspekte miteinander kombinierbar und unerlässlich für den erfolgreichen Börsenhandel sind.

Grundsätzlich bemisst sich die Diversifikation anhand der Kennzahl der Korrelation. Die Korrelation von zwei verschiedenen Finanzprodukten kann zwischen minus und plus Eins liegen. Sind die Werte negativ miteinander korreliert bedeutet das, dass Kurssteigerungen von Finanzprodukt A tendenziell mit Kursverlusten von Finanzprodukt B einhergehen. Sind die Produkte hingegen positiv miteinander korreliert, so entwickeln sie sich tendenziell immer in dieselbe Richtung.

In der Praxis ist die Korrelation von Finanzprodukten aus ähnlichen Branchen relativ hoch. Die Korrelation zwischen einzelnen Branchen ist vergleichsweise stabil. Die Korrelation zwischen Finanzprodukten aus unterschiedlichen Ländern ist hingegen sehr instabil und durch die Globalisierung fast vollständig aufgeweicht.

Diese Erkenntnisse können sich Trader zu Nutze machen. Um das Portfolio zu diversifizieren sollten also vor allem Finanzprodukte aus unterschiedlichen Branchen erworben werden. Auch die individuelle Risikostruktur der Finanzprodukte im Portfolio sollte nicht einheitlich sein. Risikoreichere Anlagen sollten – natürlich immer vor dem Hintergrund des persönlichen Anleger-Profils – nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Portfolios ausmachen. Relativ sichere und konstante Werte bilden hingegen die Basis vieler Portfolios.

Diversifikation schützt also davor, dass Kurseinbrüche bestimmter Finanzprodukte oder Branchen nicht gleich das komplette Portfolio ins Minus stürzen.

6. Schritt 6: Bewährte Anlagestrategien verwenden

Alle Anlageentscheidungen müssen strategisch und auf Grundlage von Fakten getroffen. In der Praxis haben sich folgende Anlagestrategien bewährt, die miteinander kombiniert werden können:

  • Die 3:1-Regel: Im Mittelpunkt dieser Strategie steht die Überlegung, wie viel Geld ein Anleger maximal bereits ist, zu verlieren. Danach wird die Chance der Aktie genau analysiert. Nur wenn der mögliche Kursgewinn mindestens dreimal so hoch ist, wie der maximal tragbare Verlust, sollte die Aktie nach dieser Regel erworben werden.
  • Depotstruktur: Für den passenden Mix des Portfolios aus Aktien und anderen Anlageformen kann eine Faustregel verwendet werden: Aktienquote = 100 minus Lebensalter. Je jünger der Anleger, desto langfristiger kann er sich orientieren und desto besser können auch mittelfristige Talfahrten überstanden werden.
  • Schwergewichtsstrategie: Große Unternehmen verfügen häufig über Marktmacht, sind profitabel und generieren hohe Umsätze. Auch Krisen können von großen Konzernen meist besser bewältigt werden, als von kleineren Firmen. Die Schwergewichtsstrategie setzt daher darauf, bevorzugt Anteile von großen Unternehmen zu erwerben.
  • Die 90:10-Strategie: Bei dieser Strategie investieren Anleger 90 Prozent ihres Kapitals in festverzinsliche Anleihen, die einen sicheren Ertrag generieren. Der Rest wird komplett in spekulative Finanzprodukte wie Derivate investiert.
  • Saisonal investieren: Im Sommer durchlebt die Börse tendenziell längere Durststrecken. Statistische Untersuchungen belegen diese Weisheit mittlerweile. Im Herbst startet der Handel dann wieder richtig durch. Dieses Wissen sollten sich Anleger zu Nutze machen.

Keine dieser Strategien garantiert den Erfolg. Vielmehr gilt es, mehrere Strategien miteinander zu kombinieren und ein individuelles Vorgehen zu erarbeiten.

7.Fazit

Themenicon ErfahrungsberichtAnleger müssen ihr Vorgehen an den Börsen strukturiert planen. Schon die Auswahl des Brokers kann darüber entscheiden, ob der Börsenhandel erfolgreich sein wird. Eine umfassende Informationseinholung, die Spezialisierung auf bestimmte Finanzprodukte und die Diversifizierung des Portfolios bilden dann die Grundbausteine des Erfolgs. In einem letzten Schritt müssen Anleger dann eine eigene Strategie entwickeln, die das operative Geschäft prägt. Selbstverständlich muss die Strategie ständig analysiert, weiterentwickelt und sich verändernden Marktsituationen angepasst werden.

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