Nokia kehrt ins Handygeschäft zurück

Der einstige Handypionier Nokia spielt im Smartphone-Zeitalter kaum noch eine Rolle. Doch das soll sich jetzt ändern. Der finnische Konzern kehrt auf den Markt zurück und will wieder Mobiltelefone herstellen. Nokia war zu Beginn des Handyzeitalters einer der Marktführer, hat aber den Übergang ins Smartphone-Zeitalter verschlafen.

Nun will Nokia Ende 2016 ins Mobiltelefon-Geschäft zurückkehren, wie das Unternehmen bekannt gab. Nokia wird jedoch die Geräte zunächst nur entwerfen, die Produktion, die Vermarktung und der Kundenservice wird von einem Partnerunternehmen übernommen. Nach den Vereinbarungen mit Microsoft, das die Handysparte von Nokia zwischenzeitlich übernommen hatte, kann allerdings frühestens im vierten Quartal des nächsten Jahres ein Handy unter dem Namen Nokia auf den Markt kommen.

Microsoft übernahm Handysparte

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Im April 2014 übernahm Microsoft die Handysparte von Nokia für rund 9,5 Milliarden Dollar. Damals waren die Nokia-Handys die einzigen Geräte mit Windows-Betriebssystem. Jedoch hatte dies Wettbewerbsnachteile und Nokia plante, auf Android umzusteigen. Das Ziel des Softwareriesen Microsoft war es dagegen, Apple und Samsung anzugreifen und Soft- und Hardware aus einer Handy anzubieten. Jedoch brauchte dies für Microsoft nicht den erhofften Erfolg und der Konzern musste in der vergangenen Woche 7,6 Milliarden Dollar für den Nokia-Deal abschreiben. Zudem verlieren 7800 Mitarbeiter der Nokia-Handysparte ihren Job. Schon 2014 verloren insgesamt 18000 Mitarbeiter aufgrund der Sparmaßnahmen von Microsoft ihren Arbeitsplatz. 12.500 Stellen gingen damals allein bei Nokia verloren. Zudem legte Microsoft im Juni sein Windows-Geschäft mit dem Handygeschäft zusammen und Stephen Elop, der 2010 von Microsoft an die Nokia-Spitze wechselte, verlies das Unternehmen.

Nokia konnte sich schon immer neu erfinden

Nokia konnte sich schon immer neu erfinden , Quelle:„Nokia 6280 phone“ von Thomas Steiner

Microsoft vertreibt seine Handys nicht mehr unter dem Namen Nokia, verwendet aber den Namen der Smartphone-Untermarke Lumia. Kürzlich erklärte Microsoft-Chef Nadella, dass man sich im Smartphone-Geschäft stärker fokussieren möchte. Derzeit liegt der Marktanteil von Handys mit Windows-Betriebssystem bei lediglich drei Prozent. Die Folge wird eine engere Modellpalette sein. Vermutlich wird es in Zukunft nur noch drei Modelle geben: ein Einsteigermodell, ein Gerät für Geschäftsanwender sowie ein Highend-Gerät. Damit wurde ein Schlussstrich unter das Gerätegeschäft von Nokia gesetzt.

Nokia als Handy-Pionier

Nokia konnte sich schon immer neu erfinden. Vor den Handys stellte man in Finnland Gummistiefel und Reifen her. Zu Beginn des Jahrtausends war fast jedes zweite verkaufte Handy auf der Welt ein Nokia-Gerät. Jedoch konnte man mit dem Aufkommen der Smartphones nicht mit der Konkurrenz mithalten. Immer mehr zogen iOS- und Android-Smartphones an ihnen vorbei. Und nach dem Verkauf der Handysparte konzentrierte man sich auf seine Aufgaben als Netzwerk-Ausrüster. Übrigens gibt es bereits seit einigen Monaten Spekulationen darüber, dass Nokia an seine erfolgreichen Zeiten als Handy-Hersteller anknüpfen will. Darauf deutete auch das Tablet Nokia N1 hin, dass mit dem Betriebssystem Android von Google ausgestattet ist. Das Tablet ist derzeit jedoch nur in wenigen Ländern erhältlich.

Die Aktie von Nokia ist bei vielen Anlegern durchaus beliebt. Eine Erholungsrally in den letzten drei Jahren ist die Ursache dafür. Lag die Aktie 2012 noch auf einem Rekordtief von 1,39 Dollar, hat sich ihr Wert zeitweise sogar versechsfacht. Doch gerade erleidet dieser Aufwärtstrend einen Bruch und die Beliebtheit der Nokia-Aktie lässt nach.

Doch davon lässt sich die Nokia-Aktie nicht unterkriegen und kämpft gegen den Negativtrend an. Auch die Analysten sind eher positiv gestimmt und sehen die Nokia-Aktie auf eine gute Zukunft zusteuern. Zur positiven Stimmung an der Börse trägt auch die geplante Übernahme von Alcatel-Lucent bei. Im Juni gab die US-Wettbewerbsbehörde grünes Licht zur Übernahme von Alcatel-Lucent. Zuvor stimmten bereits die zuständigen Behörden in Brasilien und Serbien der Übernahme zu. Dies kann zu einem Wachstum bei Umsatz und Gewinn sowie einer höheren Dividende für die Aktionäre führen.

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