Umsatzrückgang: McDonald’s führt Tischservice ein

Um dem Umsatzverlust entgegenzuwirken und sich dem wachsenden Wettbewerb zu stellen, führt McDonald’s in Deutschland den Tischservice ein. In den letzten zwei Jahren kämpfte die Burgerkette mit Umsatzrückgängen und dem Verlust von Gästen. Die ersten beiden Monate des Jahres lassen den Konzern aber positiv in die Zukunft blicken.

Der Vorstandsvorsitzender der deutschen Tochtergesellschaft Holger Beeck bestätigt, dass die Zahlen positiver ausgefallen sind. Er führt diese auf die ersten Maßnahmen zurück, die eine Wende einleiten sollen. Auch die zu Jahresbeginn angelaufene Werbekampagne zeige erste Wirkung. Zuvor hatte man die Werbeagentur gewechselt.

Konkurrenz macht das Leben schwer

Zwar ist der Konzern mit einem Marktanteil von etwa 70 % noch immer Marktführer unter den Schnellrestaurant-Ketten, aber unter anderem nehmen Bäckereien dem Unternehmen Kunden weg. Dazu kommen immer mehr Anbieter von Premium-Burgern. Einzelrestaurants, Schnellimbisse und regionale Ketten werden immer bekannter und beliebter. Burger sind aktuell sehr beliebt, daher haben viele Restaurants entsprechende Angebote auf der Speisekarte. Die Kunden trauen den kleineren Läden bessere Qualität zu, als dem Weltunternehmen. Zudem steht McDonald’s für eine bestimmte Zielgruppe, neue Burgerläden entwickeln sich dagegen immer mehr zu Gourmetrestaurants für Burger.

Zu allem Überfluss muss sich McDonald’s gerade auch noch mit der Werbekampagne von Taco Bell, dem schärfsten Konkurrenten in den USA, auseinandersetzen. Taco Bell ist für sein Tex-Mex-Essen vor allem in den USA bekannt. Das Unternehmen veröffentlichte kürzlich einen bizarren Kurzfilm, in dem McDonald’s als Diktator des schlechten Geschmacks dargestellt wird. Dazu kommen Klischees aus dem Kalten Krieg. Damit nimmt in den USA der Kampf um Marktanteil immer skurrilere Formen an.

Grundlegende Veränderungen

Grundlegende Veränderungen in den McDonald´s Restaurants

Grundlegende Veränderungen in den McDonald´s Restaurants , Quelle:: https://www.mcdonalds.de/web/presse/uber-uns/mediathek

Derzeit sucht McDonald’s weltweit nach Lösungen für seine Probleme. Die Koordination erfolgt aus der Konzernzentrale in Oak Brook im amerikanischen Illinois. Deutschland ist hinter den USA, Japan und Frankreich die viertgrößte Landesgesellschaft und besitzt damit einen hohen Stellenwert. Bereits seit 2013 steht die Kette unter Druck. Bei den Konsumenten ist das Bewusstsein für gesundes Essen gewachsen und die Ansprüche der Kunden steigen.

Darunter leiden die Zahlen. Nach erfolgreichen Jahren ging es 2013 spürbar nach unten. McDonald’s Deutschland hat seit zwei Jahren – wohl aus gutem Grund – keine Zahlen mehr veröffentlicht. Schätzungen zufolge soll der Umsatz allerdings um fünf Prozent auf weniger als 3.1 Milliarden zurückgegangen sein. 2014 lag das Minus bei drei Prozent.

Doch nun wird sich bei McDonald’s einiges ändern: Die Optik der Restaurants wird erneuert, das Produktangebot verkleinert und übersichtlicher, die Qualität verbessert und der Service schneller und effizienter. Damit soll auch Platz für Neues und individuelle Angebote geschaffen werden. In einer neuen Preisstruktur wird es mehr Raum für Premiumprodukte geben. Und: an den wichtigsten Standorten wird es bald einen Tischservice geben. Damit ändert das Selbstbedienungsrestaurant sein Erscheinungsbild radikal.

2016 sollen sich an allen 1400 Standorten in Deutschland, von denen 240 von Franchisenehmern geführt werden, alle Arbeits- und Verkaufsabläufe ändern. Dazu wurde ein gemeinsamer Fahrplan für die nächsten drei bis fünf Jahre erstellt. Das Ziel von McDonald’s ist es, moderner zu werden.

Auch das Thema Digitalisierung spielt eine Rolle im neuen Konzept. McDonald’s wird nicht an Smartphones, Tablets und dem allgegenwärtigen Lieferservice-Trend vorbeikommen. Dazu wird es vermehrt Automaten, sogenannte Kioske, geben. Dabei handelt es sich um Bestellstationen, an denen die Kunden ohne Tresen und Mitarbeiter ihr Essen kaufen können. Sie sollen dabei helfen, Abläufe zu beschleunigen und lange Wartezeiten zu vermeiden. Außerdem will man familienfreundlicher werden.

Auf der Produktebene wird es ebenfalls Veränderungen geben. Man will sich mehr am Trend zu vegetarischem Essen orientieren und auch für Gäste, die auf Fleisch verzichten, attraktiver werden. In diesem Jahr werden vermehrt Burger mit Hähnchenbrust oder ganz ohne Fleisch ins Angebot aufgenommen. McDonald’s will von nun an individueller auf die Wünsche der Gäste eingehen und flexibler werden.

Restaurant der Superlative in Frankfurt

Erste Neuerungen gibt es seit diesem Montag. Holger Beeck weihte dazu im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens das mit 660 Plätzen größte Restaurant der Kette in Deutschland ein. Neben zahlreichen Prominenten reiste auch der neue Konzernchef Steve Easterbrook an. In diesem Jahr sollen acht weitere Restaurants mit neuem Auftritt eröffnet werden. Das neue Restaurant am Frankfurter Flughafen ist ein Restaurant der Superlative: 2.300 Quadratmetern, 100 Sitzplätze auf 400 Quadratmetern und das größte McCafé Europas. Ab heute ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.

Jeder Gast wird am Welcome Desk persönlich begrüßt, in einen bestimmten Bereich gibt es einen Tischservice, bei dem der Gast am Front Counter, einem Easy Order Terminal oder direkt beim Mitarbeiter sein Essen bestellt. Auf Wunsch kommt das Essen dann direkt an den Tisch. Alle Produkte werden erst nach der Bestellung zubereitet. Dafür wurden eignes neue IT-Verfahren sowie ein neues Küchen- und Bestellsystem entwickelt.


Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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