Loewe nach Krise zurück


Vor einigen Jahren kam der traditionsreiche TV-Gerätehersteller Loewe in Schwierigkeiten, viele sahen schon das Ende für das Unternehmen kommen. Seit eineinhalb Jahren bemühen sich zwei Investoren nun um einen Neuanfang. Das Ziel ist es, Premiumprodukte als „erschwinglichen Luxus“ zu verkaufen.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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1. Neubeginn nächstes Jahr

In diesem Jahr war Loewe nicht bei der IFA, der Technik-Messe in Berlin, vertreten. Dies sei aber kein Zeichen für eine finanzielle Krise, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Mark Hüsgen. Vielmehr wolle man als mittelständisches Unternehmen die personellen Ressourcen bündel, um neue Produkte zu entwickeln und auf dem Markt zu bringen. Nächstes Jahr will Loewe wieder auf der IFA dabei sein.

Loewe ist sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung

Loewe ist sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung

Hüsgen übernahm 2013 mit seinem Geschäftspartner Boris Levin das Unternehmen. Damals war die Situation für Loewe äußerst bedrohlich. Im Herbst 2013 rutschte das Unternehmen die roten Zahlen, die Insolvenz wurde in Eigenverwaltung beantragt und ein bereits gewonnener Investor sprang wieder ab. Loewe ist seitdem nicht mehr an der Börse notiert, daher müssen auch keine aktuellen Geschäftszahlen veröffentlicht werden. Mark Hüsgen betont allerdings, dass es das Ziel sei, die Geschäftsjahre profitabel abzuschließen. Ob Loewe dieses Ziel erreicht, ist aber unklar.

Dennoch sagt Hüsgen, dass Loewe wieder auf dem richtigen Weg sei. Ihm ist es wichtig, Wachstum und Marktpräsenz zu sehen. Es gebe sicher noch das eine oder andere Hindernis zu bewältigen, aber man sei dort, wo man vor eineinhalb Jahren sein wollte. Dies betrifft Faktoren wie die Marktposition, die Wahrnehmung der Marke, das Produktangebot und die Qualität. Loewe stellt auch wieder neue Mitarbeiter ein, vor allem in den Aufgabenbereichen Software, Entwicklung und Design.

2. Zufrieden mit der Entwicklung

Themenicon KontaktNeben den beiden Gesellschaftern ist auch die IG Metall durchaus zufrieden mit der Entwicklung von Loewe. Jügen Apfel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Coburg, sagte, er höre derzeit nur gutes über Loewe. Die Situation sehe im Moment sehr stabil aus. Die IG Metall freut sich vor allem darüber, dass im September sogar wieder Auszubildende ihre Lehre bei Loewe beginnen konnten.

Im Zuge der Krise mussten einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Heute produziert man am heimischen Standort in Kronach mit 480 Mitarbeitern. Allerdings kommen zahlreiche Bauteile aus Asien. Von den Mitarbeiterentlassungen waren Kernbereiche wie die Entwicklung aber nicht betroffen. Dem Konzern ist es wichtig, das Wissen in Design und Entwicklung in Deutschland zu behalten. Die Produktion erfolgt zwar in einem globalen Verbund, eine Produktion wird jedoch weiter in Deutschland bleiben. Dies schließt Produktionen in anderen Ländern jedoch nicht aus.

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung sieht sich Hüsgen als Investor mit langfristigen Absichten. Sein Geschäftspartner und er sehen den Einstieg bei Loewe nach eigener Aussage eher als „Familienunternehmen denn als Investition“. Sein Engagement sei nicht mit einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft vergleichbar und die Firma stehe absolut im Mittelpunkt. Hüsgen und Levin investieren nicht in mehrere Firmen gleichzeitig, sondern konzentrieren sich auf eine Aufgabe.

3. Neue Produktpalette

Themenicon OptionsscheineNach der Krise hat Loewe nun ein vollkommen neues Sortiment aufgebaut, dass nun komplett ist. Hüsgen sagt sogar, man habe das beste Sortiment, dass das Unternehmen je hatte. Derzeit wächst in Deutschland vor allem der Markt für Ultra-HD-Geräte. Dort konnte Loewe Gewinne erzielen. Die neuen Geräte überzeugen mit einer viermal höheren Display-Auflösung und damit mit schärferen Bildern. Im Januar lag der Marktanteil bereits bei 2,8 Prozent, zum Ende des ersten Quartals 2015 sogar bei 8,2 Prozent.

Um einen Vorgeschmack auf die neue Produktpalette zu bekommen, stellte Loewe nun seinen neuen 4K-Fernseher vor. Zudem gehören zu den neuen Geräten auch Fernseher der Reference-Serie. Diese besitzen eine Diagonale von 75 und 85 Zoll und verfügen über eine Bildauflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Die Neuheiten sind kompatibel mit HDMI 2.0, HDCO 2.2 und dem HEVC-Dekoder 4K.

Auslöser für die Krise war seinerzeit der Wettbewerb mit der Konkurrenz aus Asien. Loewe verfolgte die Strategie, dass die Kunden teurere Geräte kaufen sollten. Allerdings ist das Traditionsunternehmen zu klein, um es mit den großen Produzenten aus Südkorea und China aufzunehmen.

Dennoch will Loewe seinen Anspruch, Premium-Produkte anzubieten, beibehalten. Allerdings soll das Sortiment nach unten ausgebaut werden und Geräte angeboten werden, die man als „erschwinglichen Luxus“ bezeichnen kann. Damit können die Kunden in Zukunft zwar günstigere Geräte kaufen, aber dennoch einen „echten Loewe“. Der Verkauf soll sich weiterhin auf Fachgeschäfte konzentrieren, aber der Onlinehandel wird auch für Loewe immer wichtiger.

Bildquelle: Pixabay.com


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