Gewinn-Trades mit Allzeithochs umsetzen

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Die Mutter aller Ausbrüche

Der Ausbruch einer Aktie über den eigenen Widerstand ist ein wichtiges Muster für Kursgewinne. Nicht jeder Ausbruch enthält die gleichen Gewinnchancen. So kennt man zum Beispiel Ausbrüche aus Dreiecken oder Flaggen. Doch die Mutter aller Ausbrüche ist der „Freewheeler“.

Der Freewheeler ist ein unabhängiger Freigänger. Wenn eine Aktie über sein Allzeithoch ausbricht, dann gibt es darüber keinen Widerstand und sie läuft frei. Widerstände entstehen in der Regel, durch investierte Anleger, die durch eine Verlustphase gelaufen sind. Sobald die Aktie einen Kurs erreicht, bei dem der Anleger seinen Verlust aufgeholt hat, neigt er dazu, sich von der Aktie zu trennen. Zu schmerzlich war die Zeit, als die Aktie im Buchverlust stand. Deshalb stößt er die Aktie zu seinem Einstandskurs ab. Wenn die Aktie allerdings Allzeithöchststände erzielt, dann kann es niemanden geben, der im Verlust wäre. Es besteht demnach nur wenig Neigung, die Aktie zu verkaufen.

Deshalb ist der Freewheeler etwas Besonderes

Ein Freewheeler entsteht, wenn es eine fundamentale Änderung in der Aktienbewertung gibt. Oft gibt es sogar eine sprunghafte Veränderung bei der die Nachfrage das Angebot heftig übersteigt.

Gut für den Trader, denn er kann den Freewheeler mit dem geringsten Zeitaufwand handeln. Es genügt, wenn man seine Aufmerksamkeit auf den täglichen Schlusskurs legt. Und wenn der Freewheeler richtig läuft, dann kann es Monate oder Jahre dauern bis es Zeit zum Verkaufen ist. Sogar eine hauptberufliche Tätigkeit ist neben dem Trading denkbar.

Der Einstieg in den Freewheeler

Suchen Sie zunächst Aktien, die ein neues Allzeithoch erzeugt haben. Anschließend sehen Sie sich das Muster des Allzeithochs an. Stellen Sie fest, wie häufig der Ausbruchsversuch zuvor probiert wurde. Die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbruch steigen, wenn der Widerstand bereits zwei Mal berührt wurde. Beim dritten Mal klappt es oft.

Bei einem zweimaligen Versuch entsteht ein Doppel-Top, was im Prinzip ein bearishes Signal wäre. Doch wenn es nicht zu eine erkennbaren Marktumkehr führt, dann braut sich etwas zusammen. Die Bullen werden stärker, weil es nur weniger Bären gibt.

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Bild 1: Anzahl der Ausbruchsversuche bei einem Widerstand. Der Dritte Versuch ist besonders erfolgversprechend.

Für eine Chartanalyse ist auch der Zeitabstand der Ausbruchsversuche beutend. Je länger die Abstände bei einem Ausbruchsversuch sind, desto erfolgreicher sind sie oft. Eine Konsolidierungsphase die in der Nähe des Allzeithoch verläuft und sich Zeit lässt, erzeugt ein Energiepotenzial, das explosiv werden könnte. Einige Analysten sehen auch eine positive Kombination darin, wenn das Allzeithoch verknüpft wird mit einem 52-Wochenhoch (oder länger). Es zeigt, dass die Konsolidierungsphase ausreichend lang war.

Üblicherweise ist ein guter Zeitpunkt gegeben, wenn die Aktienmärkte nach einer Abschwungphase neue Hochs markieren. Die ersten Aktien, die ein Allzeithoch markieren können, sind meistens gute Freewheeler.

Freewheeler-Brenntag

 

Bild 2: Wochen-Chart von Brenntag

Das Bild 2 zeigt einen typischen Ablauf für einen Durchbruch. Das Top in 2013 bei 44 Euro erwies sich als ein hartnäckiger Widerstand. Erst Anfang 2014 wurde ein zweiter Versuch zur Überwindung vorgenommen. Doch die Neigung des Kursverlaufes lässt erahnen, dass die Marktteilnehmer noch zögerlich waren. Mehrere Monate pendelte der Kurs an der Stelle B um die 44 Euro Kursmarke. Erst der dritte Versuch brachte die notwendige Kraft zu höheren Kursen. Man kann sogar davon ausgehen, dass Brenntag auf dem aktuellen Niveau von 50 Euro einen attraktiven Einstiegskurs bietet, und den Aufwärtstrend bald fortsetzt. Ab 60 Euro ist Brenntag wieder ein Freewheeler.

Freewheeler-Boss

Bild 3: Monats-Chart von Hugo Boss

Das Bild 3 zeigt die Aktie von Hogo Boss in einem langfristigen Chart. Im Jahr 2010 wurde die Aktie mit einem neuen Allzeithoch zu einem Freewheeler. Bereits der erste Versuch neue Höchststände zu erzielen, war erfolgreich. Die Erklärung ist relativ einfach. In den meisten Fällen benötigt eine Aktie, um ein Freewheeler zu werden, eine circa 52 wöchige Ruhepause. Bei Hugo Boss baute sich die Energie aber über drei Jahre auf. Das genügte, um den Widerstand bei 40 Euro zu knacken.

Wie findet man Aktien mit Allzeithochs?

Idealerweise haben Sie eine Software, die ganze Märkte danach absuchen kann. Übrigens Aktien mit Allzeithochs sind oft kleine und mittlere Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial. Sie können leichter größere Sprünge bei den Gewinnen verzeichnen. Wenn ein kleines Unternehmen einen Großauftrag ergattern kann, dann führt das zu fundamentalen Veränderungen. Für einen Bigplayer wie zum Beispiel Siemens ist das nicht mehr ohne weiteres möglich.

Über diese Internetseiten lassen sich gute Chancen finden:

Die aufgeführten Seiten dienen als Beispiel für die nach Freewheeler. Sicherlich gibt es noch viele andere Seiten, die ebenso erfolgversprechend wären.

 

Für die Suche nach deutschen Aktien:

http://aktien.finanztreff.de/aktien_suche.htn?sektion=erweitert

 

Hier gibt es viele Möglichkeiten zum Scannen der Märkte. Leider ist kein Allzeithochfilter dabei. Trotzdem lassen sich über die Indikatorenfilter gute Aktien entdecken.

http://www.tradesignalonline.com/scanner/default.aspx

 

Für die Suche nach US-Aktien mit Allzeithoch

http://www.barchart.com/stocks/athigh.php

 

Für die Suche nach US-Aktien mit 52-Wochen-Hoch

http://www.moneycontrol.com/stocks/marketstats/nsehigh/

 

Legen Sie am besten eine OCO-Order in den Markt

Es gibt viele gute Handelssysteme: Was sie alle miteinander vereint ist gutes Money-Management. Ein Freewheeler ist der erste Schritt – und er bringt das Gewinnpotenzial. Wenn dann noch zusätzliche Regeln zur Risikobegrenzung hinzugefügt werden, dann sollte das der Schlüssel zum Erfolg werden.

Investieren Sie nicht mehr als 10% Ihres Kapitals in eine Aktie. Dabei sollte der maximal mögliche Verlust unter 3% liegen. Wenn die Aktie erfolgreich ausbricht, ziehen Sie den Stop-Loss nach.

Besonders beim Freewheeler bieten sich OCO-Orders an. (One-Cancel-the-Others). In diesem Fall wird beim Eingehen einer Long-Position eine Order-Kombination gelegt. Dabei wird ein ambitionierter Profit-Stop gesetzt, der zum Beispiel über Fibonacci-Relationen berechnet werden kann. Viele Trader arbeiten auch mit Teilverkäufen sobald die Fibonacci-Kursziele erreicht werden. So sichern sie sich Teilgewinne. Gleichzeitig werden mögliche Kursverluste mit einem Stop-Loss-Kurs begrenzt. Wird dann der Stop-Loss oder der Profit-Stop ausgelöst, löscht der Broker automatisch die andere offene Order.

 

 

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