Financial Times gehört nun den Japanern

Die Financial Times gilt als eine der größten unabhängigen und neutralen Wirtschaftsmagazine überhaupt. Fest etabliert und renommiert, werden klare Fakten zum Thema Wirtschaft und Politik geschaffen. Besonders die Mischung aus einer unabhängigen Berichterstattung und das politische Flair, heben die FT von der Konkurrenz ab. Der britische Verlag profitiert nicht nur von den zahlreichen Lesern der Print-Ausgaben, auch die digitalen Exemplare gehen über den virtuellen Ladentisch wie warme Semmeln. Eine steigende Anzahl von Abonnenten werten die FT wesentlich auf. Es ist kein Geheimnis, dass die Zukunft den digitalen Medien gehört. Mittlerweile konkurriert die Financial Times mit Nachrichtenagenturen wie Bloomberg und Reuters. Die über hundertjährige Geschichte der Zeitung aus England mit dem markanten rosafarbenen Touch, trägt dazu bei. Zahlreiche Stammkunden verzichten nur ungern auf die aktuellen Ausgaben der FT. Eine Marke, welche nicht mehr aus den Wirtschaftsnews wegzudenken ist. Jetzt der Paukenschlag : die FT wechselt den Besitzer.

Verkauf der FT – Gründe

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Financial Times Paper

60.000 Exemplare wurden noch vor ein paar Jahren gedruckt , Quelle:Screenshot Webseite

Der Verlag, welcher die FT aufgebaut hat und davon profitiert, trennt sich von seinem Premium-Wirtschaftsmagazin. Pearson lässt bieten, einige Investoren haben sich um den Kauf beworben und die Verhandlungen sind abgeschlossen. Die Gründe sind unklar, schließlich hat Pearson mit der FT eine renommierte Wirtschaftszeitung in der Hinterhand, welche im digitalen Geschäft reißenden Absatz findet. Laut internen Angaben, will sich Pearson hauptsächlich um das Geschäft mit Schulbüchern kümmern und das E-Learning Portfolio erweitern. Das „Nischenprojekt“ Financial Times soll abgestoßen werden. Als die Meldung bekannt wurde, dauert es nicht lange bis die ersten Investoren Schlange standen. Ganz sicher wird der Verkauf viele Millionen an Devisen in die Kassen des Verlags spülen. Sicher spielen auch die rückläufigen Verkaufszahlen im Bereich Printmedien eine Rolle. Vor fünf Jahren druckten die Engländer noch über 60000 Exemplare pro Ausgabe. Dieser Wert ist auf fast die Hälfte gesunken. Eine klare und richtungsweisende Trendwende ist zu erkennen. Der Übergang von Printmedien in digitale Medien. Die FT hat einen beträchtlichen Wert auf dem Markt. Die deutsche Ausgabe, wurde übrigens schon 2012 eingestellt. Erste Mutmaßungen über einen Verkauf der FT kamen im selben Jahr auf, als sich ein Wechsel an der Spitze anstand. Nun ist es soweit. Das Warten hat ein Ende. Die bekannte Wirtschaftszeitschrift Financial Times, wurde heute verkauft. Lediglich einige Formalitäten mit diversen Aufsichtsbehörden sind noch zu erledigen. In wenigen Wochen sollte der Übergang komplett erledigt sein.

Financial Times von japanischen Medienkonzern gekauft

Das Ringen um die FT war zäh und hart. Ein bekannter deutscher Bieter war der Axel Springer Verlag. Der Konzern vertreibt zahlreiche Blätter, besonders bekannt ist die „Bild-Zeitung“ und Ableger wie die „Bild am Sonntag“ und „Welt am Sonntag“. Der Vorstand war mehr als nur interessiert an der FT. Nicht nur das hervorragend laufende Geschäft mit den Abos der Digitalausgabe, war ein Grund für das große Interesse des Axel Springer Verlags. Den Zuschlag bekam letztendlich ein japanischer Konzern. Fast 1,2 Milliarden Euro wechseln nun den Besitzer. Die Nikkai-Gruppe ist laut eigenen Angaben der größte Medienkonzern in der asiatischen Welt. Über reichlich Know-How verfügt Nikkai. Ein eigenes Wirtschaftsmagazin, welches zwei mal täglich erscheint, erfreut sich ebenfalls steigenden Umsatzzahlen. Früh Morgens und Abends können sich interessierte Leser über die aktuellen News der Wirtschaft und Politik belesen. Natürlich auch online, ähnlich wie die FT orientiert sich Nikkai am Digitalmedium. Das sind wohl auch die Gründe, warum gerade der japanische Konzern den Zuschlag erhalten hat. Die Qualität und Unabhängigkeit der Berichterstattung soll gleich bleiben. Pearson legt besonders großen Wert darauf, dass die FT in gute Hände kommt und sich weiter entwickelt. Selbstverständlich ist die Kaufsumme auch kein Pappenstiel. Harte Devisen über 1,2 Milliarden Euro, spülen reichlich Liquidität in die Kassen des englischen Verlags.

Zukunft der Financial Times

Die Trendwende ist kaum aufzuhalten. In der Regel gehen die Umsatzzahlen von gedruckten Print-Ausgaben aller Zeitschriften und Magazine zurück. Das liegt an der zunehmenden Digitalisierung von Medien. Es ist für Kunden einfach bequemer, Zeitungen online oder am E-Book-Reader zu betrachten. Die neuesten Techniken überholen das gedruckte Blatt Papier. Vielleicht hilft der Wechsel der Financial Times. Der japanische Konzern Nikkai verfügt über das Budget und Wissen, das Wirtschaftsmagazin weiter zu entwickeln. Mit dem Kauf festigt Nikkai seine Marktposition und dürfte nun endgültig in Asien zum Marktführer werden. Die wochenlangen Spekulationen haben nun ein Ende gefunden. Das renommierte Blatt wechselt den Besitzer. Es bleibt abschließend zu hoffen, dass die neutrale und hochwertige Berichterstattung mit Mehrwert bestehen bleibt. Nicht umsonst hat sich die FT über die Jahrzehnte einen derart positiven Leumund aufgebaut. Themen gibt es genug. Ständig neue News in den Bereichen Wirtschaft und Politik, geben immer Stoff für News. Die Art und Weise, die Neuigkeiten aus aller Welt zu präsentieren, ist der Knackpunkt welchen nicht alle Zeitschriften überwinden können. Die FT liefert den Stoff, den die Leser wünschen. Neutral und trotzdem kritisch, sowie stets aktuell. Wenn die Japaner dem Folge leisten, hat sich der Kauf mehr als gelohnt.


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