EZB eröffnet Symbol der Macht

Griechenland schlittert gerade dem finanziellen Desaster entgegen. Der populäre Finanzminister des Landes, bereichert die Öffentlichkeit eher mit hohlen Phrasen und Einblicke in sein eigenes luxuriöses Leben, als endlich mal Fakten zur Verbesserung der finanziellen Situation auf den Tisch zu bringen. Mittlerweile werden Rufe aus Griechenland laut, dass Deutschland immer noch Kriegsentschädigung aus den Jahren 1939-1945 zahlen soll. So verzweifelt ist das gebeutelte Land, die Stimmung ist mehr als angespannt. Gerade jetzt, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, eröffnet die europäische Zentralbank in Frankfurt ihr milliardenschweres Symbol der Macht.

Blockupy am Werk, scharfe Proteste

Blockupy rief zu Protesten auf

Blockupy rief zu Protesten auf , Quelle: www.pixabay.com

Das linkspolitische und antikapitalistische Netzwerk Blockupy, rief schon im Vorfeld zu Demonstrationen auf. Verständlich, der Neubau der europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main hat den Steuerzahler Milliarden gekostet. Die Aktivisten organisierten umfassende Proteste, die bis weit in die Nacht anhielten. Um 14 Uhr haben die Kundgebungen begonnen, allerdings brannten schon vormittags die ersten Polizeiautos. Der Unmut der Blockupy über den Turm der EZB, motiviert viele andere Gruppen sich an der Aktion zu beteiligen. Der Protest avanciert zum Selbstläufer, viele Menschen schließen sich den Demonstrationen an.

Ansturm wurde unterschätzt

Die Sicherheitskräfte und die Polizei, haben die Ausmaße der Proteste fatal unterschätzt. Mit einer derartigen Eskalation und einem solchen Auflauf an Demonstranten, haben die staatlichen Behörden nicht gerechnet. Rund um den Neubau der EZB, brannten Müllcontainer und Autos der Polizei. Laut den letzten Meldungen wurden sieben Polizeifahrzeuge angezündet. Um den Ansturm an Demonstranten zu bewältigen, wurden Wasserwerfer eingesetzt und hunderte Protestanten festgenommen. Speziell das Organisationstalent der Blockupy-Gruppe, wurde stark unterschätzt. Dabei müssten die Beteiligten eigentlich wissen, wie schnell ein Aufruf zur Demonstration im Internet die Runde macht.

Machtsymbol zur falschen Zeit

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„Das Gebäude ist ein Symbol für das Beste, was Europa gemeinsam erreichen kann" , Quelle:www.pixabay.com

Noch vor einigen Jahren, hätte es sicher keinen Protest in dem Ausmaß gegeben. Der springende Punkt besteht in der aktuellen Griechenland-Krise. Der Staat ist fast bankrott und auf finanzielle Hilfen der europäischen Union angewiesen. Zu diesem Zeitpunkt gestaltet sich eine Eröffnung des Machtsymbols als moralisch schwierig. Kein Wunder das sich Gruppierungen bilden, welche aktiv gegen die Macht der europäischen Zentralbank vorgehen. Die EZB bestimmt den Kurs und den Leitzins. Damit besitzt sie gewaltige Machthebel und kontrolliert zum großen Teil den Finanzmarkt. Im Moment gestaltet sich die Kommunikation zwischen den Teilhabern des „Rettungsfonds für Griechenland“ und dem ruinierten Land als kompliziert. Griechenland befindet sich in einer Umstrukturierung und benötigt rigorose Reformen. Nur wenn Schulden abgebaut und Reformen umgesetzt werden, fließen die nötigen Gelder aus dem Fond. Gerade jetzt, in einer heiß diskutierten Phase, wird ein milliardenschweres Statussymbol eröffnet. Die Investitionskosten für den gewaltigen Neubau, hätten sicher an sinnvollerer Stelle besser eingesetzt werden können.

Verlauf der Demonstrationen

Trotz der anhaltenden Proteste, konnte die Eröffnung durchgeführt werden. Allerdings war der Preis dafür recht hoch. Letzte Meldungen bestätigten über zweihundert verletzte Personen, darunter auch viele Polizisten. Gegenüber einem Großteil an friedlichen Demonstranten, stand eine Anzahl an gewaltbereiten EZB-Gegnern. Die Vereinigung Blockupy distanzierte sich öffentlich von jeglicher Gewalt und Eskalation. Leider kam es zu heftigen Zusammenstößen von Anhängern aus der linken Szene mit der Staatsgewalt. Unter dem Einsatz von Wasserwerfern und Schlagstöcken, wurde der Pulk auseinander getrieben und mit schwerem Gerät die Straßensperren entfernt. Erst ab den frühen Nachmittagsstunden entspannte sich die Situation ein wenig. Viele Festnahmen und hunderte Verletzte, zeugen von den regelrechten Straßenschlachten mit der Polizei. Zumindest einen Erfolg können die Anhänger der Blockupy verbuchen : die Aufmerksamkeit der Medien ist ihnen gewiss. Es wird sich noch herausstellen, inwiefern die Griechenland-Krise den Finanzmarkt beeinflussen wird und welche Rolle die europäische Zentralbank dabei spielen könnte. Mit dem heutigen Tag, ist der Ruf der EZB gesunken. Viele Menschen können und werden auch in Zukunft nicht verstehen können, weshalb in Zeiten der Finanzkrisen einiger Länder, ein dramatisches Beispiel dafür ist Griechenland, viele Milliarden an Devisen in zweifelhafte Statussymbole investiert werden.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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