Der Euro als sicherer Hafen

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War vor ein paar Monaten der Euro gegenüber dem Dollar noch im Tiefflug und die Parität beider Währungen in Sicht, wird er nun zum sicheren Anker. Die aktuelle Krise an den Finanzmärkten hat vieles verändert. Für einige Anleger und Wirtschaftsverantwortliche ist der starke Euro gerade ein großer Vorteil, andere wiederum leiden darunter.

Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten legte der Euro zu und steht nun bei 1,17 Dollar. Dies ist der höchste Stand seit Januar. In früheren Krisen war der Dollar oft besonders begehrt und galt als „sicherer Hafen“. Doch dieser geht derzeit auf Talfahrt. Warum ist der Euro plötzlich wieder so stark? Der Hauptgrund liegt in der Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed.

Leitzins-Erhöhung erwartet

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Bislang gingen Wirtschaftsexperten davon aus, dass die Fed im September die Leitzinsen erhöhen wird – zum ersten Mal seit mehr als neun Jahren. Nun steigt aber die Befürchtung vor einer weiteren Schwächung der chinesischen Wirtschaft. Dies stellt aber die sicher geglaubte Entscheidung der Fed in Frage. Die erwartete Zinserhöhung in den USA sowie die Anleihekäufe der EZB waren im Frühjahr die Hauptgründe für die Euro-Talfahrt. Zwischenzeitlich war er nur noch 1,95 Dollar wert. Sobald ein höheres Zinsniveau erreicht wird, wird eine Währung für die Anleger interessanter.

Auch über eine Erhöhung des Leitzinses erst im Dezember wird spekuliert. In dieser Woche werden zunächst neue Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Vielleicht gibt auch das heutige Treffen von internationalen Notenbankern in Jackson Hole in den USA weiteren Aufschluss. Die Chefin der Fed, Janet Yellen, und Mario Draghi, der EZB-Chef, nehmen allerdings nicht an diesem Treffen teil.

In den US ist die Wirtschaft und auch der Arbeitsmarkt weiterhin stark. Zudem gibt es bisher keine klaren Aussagen der Fed, ob die geplante Zinserhöhung verschoben wird. Wenn die Fed die geplante Zinserhöhung verschiebt, könnte dies als Zeichen dafür gewertet werden, dass die Notenbank größere Schwierigkeiten in der amerikanischen Wirtschaft sieht. Die Reaktionen darauf könnten negativ sein.

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Stärke der Eurozone

Der Euro kann erstarken

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Die eigentlichen Ursachen, warum der Euro derzeit so stark wird, liegen aber in der Eurozone selbst. In Spanien und Italien erholt sich die Wirtschaft nach der Krise zunehmend. Spanien hatte im zweiten Quartal sogar das größte Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Und auch die deutschen Unternehmen blicken trotz China-Krise positiv in die Zukunft, wie der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt. Auch wenn politisch (Stichwort Griechenland) weiter Probleme und zahlreiche offene Fragen vorhanden sind, gibt die Konjunktur Anlass zur Hoffnung.

Dank der Euroschwäche wurden Waren günstiger und die Exporte zogen an. Für die deutsche Exportwirtschaft ist aber auch ein stärkerer Euro kein Problem, da die Wettbewerbsfähigkeit besonders hoch ist. Außerdem ist der derzeitige Eurowert nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr war ein Euro teilweise sogar 1,40 Dollar wert. Wenn der Euro jedoch weiter an Wert zunimmt, könnte es gerade für die Länder in Südeuropa wieder ungemütlich werden, denn sie profitierten gerade besonders von einem eher schwachen Euro. Ob der Anstieg des Euro anhält, wird die Zukunft zeigen. Wenn sich Unsicherheit und Unruhe legen, könnte er auch rasch wieder an Wert verlieren.

Reaktion der EZB

Man geht nicht davon aus, dass die EZB derzeit ihre Geldpolitik lockern wird, um den Euro zu schwächen. Der Leitzins liegt in der Eurozone bereits fast bei Null. Auch eine Änderung bezüglich der Anleihekäufe, die bei etwa 60 Milliarden Euro pro Monat liegen, wird zur Zeit nicht erwartet. Schon jetzt bekommt die Zentralbank zunehmend Schwierigkeiten beim Erwerb der Anleihen.

Wenn der Euro jedoch weiter aufgewertet wird, könnte auch die EZB eingreifen und zum Beispiel frische Euros auf den Markt bringen. Derzeit verfolgt die EZB das Ziel, die Inflation aufzuschieben. Ein zu starker Euro könnte diese Aufgabe gefährden.

Der Euro war schon immer eine starke Währung. Gerade in unruhigen Zeiten – zumindest wenn die Ursache nicht der Euro selbst ist – ist er ein „sicherere Hafen“ für Anleger. Bis sich die Turbulenzen anderenorts gelegt haben, können Anleger also ruhigen Gewissens in den Euro investieren. Wenn eine Währung als „sicherer Hafen“ gilt, sind die Zinsen niedrig und bleiben auch erst einmal niedrig. Damit ist eine solche Währung eine sogenannte Finanzierungswährung für riskantere Anlagen, bei denen aber höhere Renditen erwartet werden. In den USA wird derzeit eine Zinserhöhung erwartet, damit ist der Dollar derzeit unsicherer als der Euro.

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Bildquelle:Pixabay

 

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