Die Essenz des Trading-Erfolges

Essenz des Trading-Erfolges

Die Kunst des Tradings

Einige Profi-Trader bezeichnen das Traden als eine Kunst. Ich kann das nicht zwingend bestätigen. Es ist richtig, dass nur die wenigsten es schaffen, nachhaltig erfolgreich zu sein. Deswegen von einer Kunst zu sprechen, wäre eventuell etwas zu abgehoben.

1. Man muss lernen psychologische Fallen zu umgehen

Themenicon SupportWer sich eine gewisse Zeit mit der Börse beschäftigt, der wird mit psychologischen Fallen konfrontiert. Dabei fängt es schon banal an, wenn ein Markt sich nicht bewegt, und „Nichtstun“ zur Hauptaufgabe wird. Der typische Berufstätige hat damit Probleme, denn er ist auf Aktivität getrimmt. Bei dauerhafter Langeweile neigt ein Trader dazu, das Risiko zu erhöhen, oder weniger strenge Maßstäbe für seine Trades anzusetzen. Langeweile ist ein wichtiges Thema, denn den ganzen Tag mit sich selbst und den eigenen Gedanken konfrontiert zu sein, ist nicht jedermanns Sache.

Christian Lukas

Christian Lukas

Christian Lukas beschäftigt sich sein 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist die Volumen-Analyse. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Handelsvolumen in eine Beziehung gesetzt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen in Angebot und Nachfrage des Handelsobjektes. Weitere Infos unter www.volumen-analyse.de.
Christian Lukas

Da vermutlich die meisten Trader das „Gen der Selbstüberschätzung“ tragen, sind zu hohe Risiken und entsprechende Verluste naheliegend. Wer seine Fähigkeiten ständig überschätzt, hat auch keine Lust zur Selbstkritik. Der Trader stellt dann nicht die richtigen Fragen, um sich weiter zu entwickeln: Wodurch lässt sich er sich bei seinen Entscheidungen leiten? Welche Fehler wiederholt er immer wieder? Und noch viel wichtiger. Wie kann man die Fehler abstellen?

2. Ein Trader muss sich selbst managen

Themenicon TippsEin Trader handelt besser, wenn er seine Handelsfrequenz, seine Märkte und seine Positionsgrößen kennt. Im Idealfall ist alles in einem festen Tagesablauf eingebettet. Und das langfristige Trading-Ergebnis wird zum Indikator dafür, ob sich seine Persönlichkeit weiterentwickelt hat. Erfahrene Profis wissen, dass Trader immer sich „selbst“ handeln. Das fängt schon mit der Wahl des Handelssystems an. Dann gibt es bei jedem Trader einen performance-fördernden Gemütszustand. Ebenso haben ausgeruhte und körperlich fitte Trader einen Vorteil. Sie sind besser in der Lage, sich auf den nächsten Trade zu konzentrieren. Dadurch handeln sie bewusster, und übernehmen schneller die Verantwortung, wenn etwas schief läuft.

3. Je kürzer der Zeitrahmen desto höhere Konzentration ist notwendig

Themenicon OptionsscheineLaien stellen sich oft vor, dass ein Trader acht Stunden vor dem Handelsmonitor sitzt, und wild in die Tasten hämmert. Das stimmt nicht. Die wirklich guten Leute suchen sich gezielt Märkte und Handelszeiten aus. Ein typischer Handelstag bietet keine homogenen Marktstrukturen. Trend und Volatilität wechseln ständig den Rhythmus. Deshalb sind manchmal nur ein oder zwei Stunden notwendig, um Gewinne zu erzeugen. Das ist auch effizient, denn eine Stunde voller Konzentration ist besser, als acht Stunden „Nebenbei-Trading“.

Es bleibt aber die Frage im Raum, warum man zwingend Daytrading betreiben sollte? Kann es nicht auch sein, dass ein Trader mit einer Swing-Trading-Strategie langfristig besser fährt? Hier ist wieder die Mentalität und Selbsterkenntnis des Traders gefragt.

4. Ablenkung trägt den Keim des Verlustes

Professionelle Daytrader fokussieren sich. Handys werden ausgeschaltet. Emails werden nicht ge-checkt, Fernseher oder Radios sollten auch nicht während dessen Tradings laufen. Das Trader-Hirn muss sich konzentrieren und das funktioniert nicht, wenn Nebentätigkeiten, die Familie oder Freizeitvergnügen nebenher laufen.

Fokus Trading

Der richtige Fokus ist beim Trading wichtig

5. Ein wenig Buchführung ist sinnvoll

Themenicon KontoWer als Trader in kürzester Zeit Fortschritte erzielen möchte, der muss Notizen zu seinen Trades machen. Der Lerneffekt erhöht sich zusätzlich, wenn eine zeitnahe Analyse erfolgt, zum Beispiel am Feierabend. Wenn jemand Intraday-Trades durchführt, und diese dann nach Börsenende studiert, der wird sehr schnell die persönlichen Fehler abstellen können. Das ist sogar ein absolutes Muss für diskretionäre Trader. Beim diskretionären Handelsstil entscheidet der Trader im eigenen Ermessen, ob er eine Position eröffnet oder nicht. Deshalb sollten innerhalb der Trading-Notizen auch die Trades enthalten sein, die der Trader aus bestimmten Gründen nicht ausgeführt hat. Spätere Auswertungen hinsichtlich Kennzahlen, wie Trefferquote oder Profitfaktor sind das i-Tüpfelchen.

6. Verlustserien durchstehen

Themenicon Stopp-LossWer mit Derivate handelt sollte wissen, dass nur ein schwerer Fehler genügt, um seine Trading-Gewinne zu vernichten. Deshalb müssen Profis unbedingt ihre Statistiken kennen. Wenn ein Handelssystem eine Trefferquote von 50% besitzt, dann sollte sich der Trader nicht wundern, wenn es auch einmal eine Verlustserie von 10 Trades gibt. Das ist sogar statistische Normalität, und deshalb wäre Frustration unangebracht.
Das sollten auch typische Spieler wissen, die im Spiel-Casino beim Roulette auf schwarz oder rot setzen. Nur weil es fünf Mal hintereinander schwarz gab, steigt nicht die Wahrscheinlichkeit, dass es beim nächsten Mal schwarz gibt. Es bleibt weiterhin nur eine 50% Chance. Des Weiteren sind Serien von 10 Mal schwarz oder rot nicht Ungewöhnliches. Absolut identisch ist es an der Börse. Ein Handelssystem ist nicht zwingend schlecht, nur weil 10 Fehl-Trades entstanden sind.

7. Einen ausgewogenen Trading-Charakter entwickeln

Themenicon ErfahrungsberichtDer Schlüssel zum Erfolg ist der ausgeglichene Trading-Charakter. Zu wissen, wann man seine Emotionen nicht mehr im Griff hat, ist überlebenswichtig. Bei Ausgewogenheit ist es viel leichter Positionen zu erhöhen oder zu vermindern. Und es ist nicht nur Talent, sondern Übung. Auch im gesamten Leben ist die Lebensqualität abhängig davon, ob man die richtigen Entscheidungen trifft. Und ganz wichtig: Ob man in der Lage ist, eine Fehlentscheidung wieder zu korrigieren?!

Neben den Trading-Grundlagen geht es auch darum, seine Selbstwahrnehmung zu steigern. Manchmal muss man sogar eingefahrene Verhaltensmuster aufbrechen, um einen Entwicklungssprung zu erreichen. Das schafft man nur, wenn die Selbstwahrnehmung geschärft ist. Trader, die zum Marktgeschehen spontan einen Abstand aufbauen können, besitzen sogar einen Wettbewerbsvorteil, weil die Fähigkeit nur wenige haben.

Das Trading-Dasein ist ein stetiger und nie langweiliger Entwicklungsprozess. Von jedem einzelnen Handelstag kann man etwas mitnehmen. Man muss nur seinen Geist öffnen, und bereit sein schlechte Angewohnheiten zu unterlassen und die positiven zu fördern.

Bilderquelle:
– pixabay

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