Binäre Optionen Handelsarten

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Binäre Optionen werden auch digitale Optionen genannt. Bei dieser Form der Geldanlage geht es darum, die exakte Entwicklung eines Marktes vorherzusagen. Der Name „Binär" deutet schon an, dass es nur zwei mögliche Richtungen gibt, nämlich nach oben oder nach unten. Bei Binären Optionen können die unterschiedlichsten Werte gehandelt werden, so zum Beispiel Aktien allgemein, Devisen (Währungen), Gold (Rohstoffe), aber auch der Dow-Jones-Index (Indizes), um nur einige wenige zu nennen. Diese Form der Geldanlage war bis 2008 nur institutionellen Anlegern vorbehalten, doch nun steht diese Möglichkeit auch den Privatanlegern zur Verfügung. Und gerade diese machen von der doch recht beliebten Form der Geldanlage einen regen Gebrauch (Lesen Sie auch: Zwei Binäre Optionen Strategien).

Gehandelt wird immer über einen Broker. Die Broker bieten unterschiedliche Gewinnmargen an. Viele zahlen bei einer richtigen Vorhersage 100 % aus, andere nur 85 %. Im Gegenzug haben aber die Broker, die weniger auszahlen meistens eine Verlustbegrenzung eingebaut, sodass der Anleger trotz einer falschen Voraussage nicht sein ganzes Geld verliert, sondern sehr oft noch einen kleinen Betrag ausbezahlt bekommt. Oft sind das zwar nur 15 %, was wahrscheinlich ein kleiner Trost sein dürfte, aber besser als gar nichts.

In der Praxis sieht der Handel, der über das Internet abgewickelt wird, so aus. Der Anleger entscheidet sich für einen Wert, mit dem er handeln möchte. Er schließt auf diesen Wert eine Call-Option ab. Call bedeutet hier, dass der Anleger auf steigende Kurse setzt. Das Gegenteil wird Put genannt. Steigt nun der Wert tatsächlich an, dann bekommt der Anleger den Prozentsatz ausbezahlt, der vorher vereinbart wurde. Bei einer Auszahlung von 85 % wären das bei einem Einsatz von 100 Euro stolze 85 Euro.
Die Laufzeiten dieser Optionen sind übrigens sehr kurz, manchmal nur wenige Minuten bis höchstens eine Woche. Der Anleger kann also innerhalb kürzester Zeit einen sehr hohen Gewinn erwirtschaften. Natürlich soll hier nicht verschwiegen werden, dass auch das Risiko des Verlustes sehr groß ist und aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass sich der Trader sehr gut in den Märkten, mit denen er handeln will, auskennt.
Man unterscheidet auf dem Markt grundsätzlich verschiedene Handelsarten, die sich allesamt grundsätzlich voneinander unterscheiden. So kann man zwischen dem sogenannten Call-/Put-Handel oder aber dem One-Touch-Handel wählen, aber auch der No-Touch-Handel ist in einigen Fällen eine wichtige Handelsart. Nicht immer ist man mit den einzelnen Bezeichnungen wie High-Yield-Handel oder gar Range-Handel vertraut. Daher sollen hier die einzelnen sehr populären Handelsarten einmal gegenübergestellt werden. Die Erklärungen dienen dem besseren Überblick.

Call-/Put-Handel

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Wie bereits oben erwähnt, gibt es bei den Binären Optionen bei der einfachsten Handelsform nur zwei Richtungen. Tippt der Trader beim Kursverlauf nach oben, dann wird das eine Call-Option genannt. Manchmal findet sich auch die Bezeichnung Up-Option, eben weil die Richtung nach oben ist. Das Gegenteil ist die Put-Option oder Down-Option bei einem sinkenden Kurs. Hier glaubt der Anleger, dass sich der Wert der gewählten Optionen nach unten bewegen wird. Eine Kursbewegung ist natürlich auch immer vom gewählten Zeitpunkt abhängig und aus diesem Grund sollte sich der Anleger gründlich überlegen, wie lange er die Option laufen lassen will. Das zeitliche Fenster kann hier sehr groß sein.

Es kann aber nicht nur auf steigende oder fallende Kurse gesetzt werden, sondern es kann auch auf das Erreichen eines bestimmten Wertes spekuliert werden. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten, nämlich die Knock-In-Option und die Knock-Out-Option. Bei der Knock-In-Option wird wieder zwischen Call und Put unterschieden. Wenn der Anleger eine Call-Option ausgibt und eine bestimmte Barriere nennt, dann darf diese bei berührt und überschritten werden. Der Anleger rechnet mit stark steigenden Kursen.
Bei der Knock-Out-Option werden drei Fälle, nämlich Call, Put und Range unterschieden. Bei Call darf die Schwelle nicht berühren oder unterschritten werden. Der Anleger rechnet damit, dass die Kurse moderat steigen oder sich über einen längeren Zeitraum seitwärts bewegen. Analog dazu ist die Put-Option in diesem Fall so, dass die Schwelle nicht berührt oder überschritten werden darf. Als dritte Variante gibt es noch Range. Hier muss sich der Wert innerhalb der definierten Grenze bewegen und darf diese nicht berühren.

Bei einer Cash- or Nothing-Option gibt es übrigens die oben erwähnte Verlustbegrenzung nicht. Wenn der Tipp des Anlegers falsch ist, dann verfällt das eingesetzte Geld komplett und er bekommt nichts. Allerdings bekommt er natürlich im anderen Fall einen Gewinn von 100 % ausbezahlt, was diese Handelsart auch sehr reizvoll macht.

One-Touch-Handel

1372718681_infoBei der One-Touch-Option hat der Anleger eine weitere Möglichkeit, seine Vorstellung von der zukünftigen Kursentwicklung genau auszudrücken. Eine normale Option wird dann ausbezahlt (ist „im Geld“, wie die Fachleute sagen), wenn am Ende der Laufzeit die vorhergesagte Richtung stimmt. Nun kann es natürlich vorkommen, dass sich die Option anfangs durchaus in die richtige Richtung bewegt, später aber dann dreht und am Ende verliert der Anleger leider doch sein Geld.
Diesem Problem kann zum einen mit einer kurzen Laufzeit vorgebeugt werden und zum anderen –was wesentlich wirkungsvoller ist – durch die Ausübung einer sogenannten One-Touch-Option. Eine solche Option ist dann „im Geld“, wenn das angestrebte Kursziel einmal erreicht, also berührt wurde. Was dann im weiteren Verlauf mit der Option geschieht, ist egal. Bei One-Touch-Optionen sind oft deutlich höhere Gewinne zu erzielen, je nachdem wie unwahrscheinlich das Ereignis ist, können schon einmal 500 % erzielt werden. Doch dies sind natürlich meist Ausnahmen, die nicht immer auch realisiert werden können.

Der Trader hat beim One-Touch-Handel zwei Aufgaben zu bewältigen, was für den Einsteiger nicht unbedingt leicht sein wird. Zunächst einmal muss er die Richtung der Option passend vorhersagen. Hierzu benötigt man Wissen und muss informationstechnisch stets auf dem neusten Stand sein. Dazu kommt aber auch noch die Höhe des Wertes, der erreicht wird, bzw. erreicht werden soll. Nur wenn die beide Aspekte stimmen, ist die Option erfolgreich im Geld und es kommt für den Trader zur Auszahlung. Der Handel mit One-Touch-Optionen wird im Übrigen nicht von allen Brokern angeboten. Wenn sie angeboten werden, dann beschränken sie sich oft nur auf einige Werte. Allerdings weisen diese Werte sehr häufig eine sehr hohe Volatilität auf, was die Renditechancen für den Trader deutlich erhöhen. Wenn eine gewählte Option die Preisgrenze berührt, dann wird in der Regel sofort abgerechnet. Allerdings kommt der Gewinn erst dann zur Auszahlung, wenn die Option auch beendet ist.

No-Touch-Option

1372718681_infoDie No-Touch-Option ist das Gegenteil der bereits erwähnten Touch-Option. Hier tippt der Anleger auf eine bestimmte Grenze und sagt gleichzeitig voraus, dass diese von der Option nicht erreicht wird. Die Option ist erst am Ende der Laufzeit „im Geld“, wenn die genannte Grenze nicht berührt wurde. Wenn die Grenze während dieser Laufzeit allerdings doch berührt wurde, dann verliert der Anleger zwangsläufig sein Geld und die Option wird geschlossen.

Ähnlich wie bei den One-Touch-Optionen ist auch diese Form des Tradings ein wenig risikoreich, kann sich aber trotzdem lohnen, vor allen Dingen dann, wenn der Anleger aus Erfahrung weiß, dass er sehr genau Marktbewegungen voraussehen kann. Der Gewinn ist abhängig vom Risiko, das man eingeht. Das Risiko wiederum ist abhängig von der Höhe der gesetzten Grenze, die nicht erreicht werden soll und natürlich auch von der für sich gewählten Laufzeit.
Je länger die Laufzeit ist, desto höher ist das Risiko, dass die Grenze doch erreicht wird und somit steigt auch der Gewinn an, aber es kann sich auch ins Gegenteil auswirken. Anfänger sollten sich zunächst einmal mit einem kostenlosen Demokonto bei einem seriösen Broker versuchen, ob ihnen diese Art des Handels mit Binären Optionen liegt. Wenn man dann anfangen möchte zu handeln, dann ist es gut, nur Optionen mit einer sehr kurzen Laufzeit zu wählen. Kürzere Zeitspannen sind besser vorauszusehen und das Risiko ist ein wenig geringer bzw. leichter abzuschätzen.
Wer vorhat, in dieses Geschäft einzusteigen, sollte sich genau überlegen, wann er das macht und wann der Zeitpunkt besonders günstig ist. Wenn es momentan zu starken Kursschwankungen kommt (durch politische Ereignisse, Bekanntgabe von Marktzahlen etc.), dann ist der Einstieg eher ungünstig, weil sonst leicht die genannten Grenzen berührt werden könnten. Natürlich sind die Renditen in einer solchen Phase nicht so hoch, allerdings ist auch das Risiko überschaubarer. Dies sollte man immer bedenken.

High-Yield-Optionen

1372718681_infoHigh-Yield-Optionen sind die Optionen, die grundsätzlich einen sehr hohen Gewinn versprechen und natürlich für jeden Trader sehr verlockend sind. Selbstredend steigt bei diesen Optionen für den Anleger gleichzeitig auch das Risiko. Die klassische binäre Option hat einen Gewinn von höchstens 100 %, der in den allermeisten Fällen sogar noch darunter liegt. Der Anleger hat es nun in der Hand, durch die Auswahl eines bestimmten Handelsverfahrens den Gewinn weiter nach oben zu bringen. Bei den Touch-Optionen besteht zum Beispiel die Möglichkeit, die Grenze weiter nach oben zu verlegen, sodass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass diese Marke überhaupt erreicht wird. Dadurch steigt aber auch der Gewinn an.
Bei den No-Touch-Optionen ist das Vorgehen dann so, dass die Grenze sehr weit nach unten gelegt wird, sodass sie leicht überschritten werden kann. In einem solchen Fall wäre die Option dann „aus dem Geld“ und der Trader müsste so einen hohen Verlust hinnehmen. Wenn aber diese Grenze nicht berührt wird, dann erhält er dafür einen sehr hohen Gewinn. Gewinne von bis zu 500 % sind hier auf diese Weise jederzeit möglich.

Manche Broker bieten sogar die Funktion an, während des Handels die Marke noch weiter nach oben zu bewegen, sodass es unwahrscheinlicher wird, dass die Option „im Geld“ landet. Wenn es aber doch eintritt, dann handelt es sich dabei um eine High-Yield-Option mit sehr hohen Gewinnen. Grundsätzlich sollte aber dieser Handel nur mit dem Kapital durchgeführt werden, dass der Anleger entbehren kann und das nicht als Notgroschen dient, denn es kann sehr leicht zu einem empfindlichen Verlust kommen, den man nicht so schnell wieder ausgleichen kann. Wer sich aber mit und in den Märkten gut auskennt und das doch sehr hohe Risiko nicht scheut, für den ist diese Anlage in Form von High-Yield-Optionen genau das Richtige. Hiermit fühlen sich überwiegend Profi-Trader sehr wohl.

Range-Handel

1372718681_infoBei manchen Kursen ist keine bestimmte Richtung zu erkennen, man spricht hier von einer anhaltenden Seitwärtsbewegung. Hier eine Option auf einen steigenden oder fallenden Kurs abzuschließen gleicht somit eher einem Glücksspiel. Doch auch aus dieser Situation kann der Anleger gute Gewinne erwirtschaften, nämlich mit der Range Option. Hier gibt es keinen bestimmten Preis oder eine Richtung, die erreicht werden muss, sondern die Werte müssen sich innerhalb bestimmter Grenzen bewegen. Es sind allerdings Ober- und Untergrenzen für die Werte vorhanden. Dadurch entsteht also eine Art großzügiger Korridor.
Solche Optionen werden aus diesem Grund auch häufig Korridor-Optionen genannt. Der Optionsschein kann unterschiedlich ausgestaltet sein, was auch einen Einfluss auf den späteren Auszahlungsbetrag hat. Es können dabei zwei Gruppen unterschieden werden: Bei der angesammelten Range Option baut sich der Wert im Laufe der Zeit auf – je nachdem wie lange sich die Option innerhalb des Korridors bewegt. Bei der zweiten Gruppe wird von Anfang an die Höhe des Rückzahlungswertes festgelegt.

Die Möglichkeiten, solche Optionen zu gestalten sind fast grenzenlos und hier können nur einige Beispiele aufgezählt werden.

    • Single-Range-Option:

Bei der Single-Range-Option wird dem Besitzer der Option der Wert ausbezahlt, der sich während der Laufzeit der Option angesammelt hat. Wenn sich die Option allerdings außerhalb des Korridors bewegt hat, dann ist dieser Betrag natürlich deutlich geringer.

    • K.O.-Range Option

Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte K.O.-Range Option. Hier wird von vorneherein festgelegt, welcher Betrag bei Erfüllung der Option zur eigentlichen Auszahlung kommt. Allerdings darf sich die Option niemals außerhalb des Korridors bewegen. Ansonsten läuft die Option „aus dem Geld“, es wird ein Verlust eingefahren und der Trader bekommt gar nichts. Diese Option ist also überwiegend für Anleger gedacht, die das Risiko lieben und die auch vor einem eventuellen Totalverlust nicht zurückschrecken.

bancdeswiss

  • über 150 handelbare Assets
  • High/Low-Optionen & Touch/No Touch Optionen
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