Der Austritt Großbritanniens aus der EU

Unsere Empfehlung - Kostenloses DemokontoDie Briten wählen ihr neues Parlament. In der Unterhauswahl in Großbritannien, stehen sich die Konkurrenten David Cameron und Ed Miliband gegenüber. Im Grunde wirkt sich die Wahl der Engländer kaum auf die Situation in Europa aus. Diesmal aber schon, die Kandidaten vertreten unterschiedliche Ansichten über die Zukunft Großbritanniens in der europäischen Union. Das Schlagwort „Brexit“ macht die Runde. Der Austritt Englands aus der EU ist in greifbarer Nähe. Die möglichen Folgen sind kaum abzusehen. Eines ist schon mal Fakt : Wenn Großbritannien aus der europäischen Union austritt, wird das spürbare Folgen nicht nur für Deutschland zur Folge haben.

Austritt aus der EU – Beweggründe

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Gründe für einen Austritt hätte Großbritannien einige , Quelle:Pixabay

Viele Jahrzehnte, gar Jahrhunderte, wurde das britische Parlament im 2-Parteien System geführt. Es gab immer einen klaren Wahlsieger. Eine der beiden großen Parteien übernahm das Zepter und leitete das Schicksal Englands. Das Wählerverhalten hat sich in den letzten 10 Jahren aber drastisch verändert. Zunehmend bildete sich eine neue Parteienlandschaft, in welcher vor allem die Frustwähler aktiv wurden. Im Jahr 2010 gab es seit dem Ende des zweiten Weltkrieges keinen eindeutigen Wahlsieger. Mit unbeliebten Parteien wurden Koalitionen geschlossen und jetzt ist es wieder soweit. Im Jahr 2015 wählt das britische Volk im Unterhaus ihren Spitzenkandidaten. Beide Herausforderer bilden im Moment jeweils 30 Prozent der Wählerstimmen. Das Kopf an Kopf Rennen könnte die Zukunft der europäischen Union nachhaltig beeinflussen. Der amtierende Premierminister David Cameron hat bei einem Sieg im Unterhaus angekündigt, dass das britische Volk im Jahr 2017 über einen Volksentscheid die Zukunft Englands in der europäischen Union bestimmt. Es ist tatsächlich nicht auszuschließen, dass in naher bis mittelfristiger Zukunft England nicht mehr einen Teil der EU darstellt.

Folgen für Großbritannien

Der Spitzenkandidat und Herausforderer Ed Miliband, stellt sich im Siegesfall gegen eine Volksabstimmung. Die Gründe die er vorträgt sind mehr als plausibel. England hat sich immer noch nicht vollständig von der Finanzkrise im Jahr 2009 erholt. Die Staatsverschuldung ist einer der höchsten in Europa. Trotz einer massiven Sparpolitik und Reformen, besteht immer noch ein Staatsdefizit. Die nächsten 5 Jahre wird sich daran auch nicht viel ändern. Zwar befindet sich die Wirtschaft Englands im Wachstum, aber das Volk ist unzufrieden. Beide Spitzenkandidaten sind äußerst unbeliebt. Die drastischen Einsparungen der letzten Jahre, haben auch nicht Halt vor den sozialen Rahmenbedingungen gemacht. Die arme Bevölkerung wird geschröpft und die Reichen unterliegen nur geringen Steuerausgaben. Sollte tatsächlich David Cameron die Wahl im Unterhaus gewinnen und es zu einem Volksentscheid kommen, besteht die Gefahr das England die EU verlässt. Viele Bürger schieben den verschuldeten Staatshaushalt auf den Abgabezwang in der europäischen Union. England leistet den größten Beitrag in das EU-Geldsäckchen.

Die Folgen eines Brexit wären für England finanziell schwierig. Als Nichtmitglied in der europäischen Union, stellt sich die Lage am Verhandlungstisch in wirtschaftlichen Angelegenheiten mit anderen Ländern immer komplizierter heraus, als es in einer Ländergemeinschaft der Fall wäre. Die chemische Industrie und andere Wirtschaftszweige befürchten Verluste im hohen zweistelligen prozentualen Wert. Import, Export und der Austausch von Fachkräften, wird nicht mehr so einfach durchführbar sein, wie es aktuell der Fall ist. Finanziell geht England ein großes Risiko ein, wenn das Land die europäische Gemeinschaft verlassen sollte. Allerdings kann Großbritannien bei einem Austritt die Grenzen dicht machen. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, als in den Medien die Themen Einwanderung und Asylaufnahme sehr präsent sind, wäre Großbritannien mit einem Brexit keinerlei Maßnahmen mehr verpflichtet.

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Folgen für Deutschland

Da Großbritannien einen sehr hohen Beitrag in die EU-Kasse zahlt, haften die anderen Mitgliedstaaten wenn das Land die EU verlässt. Zuverlässige Quellen sprechen von einer finanziellen Mehrbelastung Deutschlands von 2-3 Milliarden Euro im Jahr. Eine gewaltige Summe, schließlich sind wir auch nicht frei von wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Wie sich der lebhafte Handel mit England verändern würde, kann nicht genau definiert werden. Sicher wird das Handelsgeschäft kostspieliger, die Subventionen der EU werden im Handel mit England gestrichen. Nicht nur Großbritannien verliert bei einem Austritt, auch Deutschland und die ganze europäische Union würde darunter finanziell leiden. Die ganze Struktur könnte ins Wanken geraten. Die breite Brust am Verhandlungstisch mit asiatischen Staaten bei Handelsstreitigkeiten und militärischen Aktionen, wäre schon ziemlich geschwächt. England würde im Fall des Falles ziemlich allein dastehen. Lediglich der beste Bündnispartner, die USA, gilt als verlässlicher Partner der in jeder Angelegenheit England unter die Arme greift. Ein Austritt aus der EU, schwächt und isoliert Großbritannien. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage noch entspannt und keine voreiligen Entscheidungen getroffen werden.

Maßnahmen der Finanzwelt

Amerikanische Banken spielen verschiedene Szenarien durch. Die Finanzwelt nimmt die Lage sehr ernst und bereitet sich hinter den Kulissen auf einen Austritt Englands aus der europäischen Union vor. Zollfreier Handel und andere Annehmlichkeiten der EU, würden auf einen Schlag wegfallen. Es kann nicht abgeschätzt werden, wie sich ein Austritt auf den Aktienmarkt auswirken würde. Einige Branchen müssen sicher derbe Verluste hinnehmen. Andere Industriezweige werden profitieren, da Konkurrenten wegfallen. Die englische Wirtschaft kann unter den heutigen Umständen, wie der Staatsverschuldung, einen Austritt kaum riskieren. Die Bänker spielen auf jeden Fall den schlimmsten Fall in der Theorie durch. Unvorbereitet, wird der Brexit kein Land treffen.

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