Arms Index (TRIN) – im Handelssystem – Teil 2

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Der TRIN erzählt die Geschichte des Handelstages mit Kurs und Volumen

Bei jeder Transaktion an der Börse gibt es einen vereinbarten Kurs zwischen Käufer und Verkäufer und es entsteht ein Handelsvolumen. Das Volumen ist nicht nur eine Zahl. Jeder Handelstag hat sein Tief und Hoch. Die Höhe des Handelsvolumens ist dabei ein zahlenmäßiger Ausdruck, ob Gier und Angst in der Handelsspanne eine Rolle spielte. Es gilt: Je höher das Volumen war, desto mehr Emotionen gab es.

Beim TRIN geht es genau um die Verhältnisse zwischen Kursbewegung und Handelsvolumen. Das Volumen beschreibt den Aufwand, um den Kurs auf oder ab zu bewegen. Der Treibstoff zur Kursbewegung. Jeder TRIN-Wert ist eine Prognose für den nächsten Tag.

Was liegt näher, als daraus Handelssysteme zu bauen. Die Möglichkeiten sind unendlich groß. Wie so etwas aussehen kann, zeigen die nachfolgenden Beispiele.

 

  • Swings mit Glättung des TRIN

Die Berechnung des TRIN ist im Teil 1 des Beitrages ausreichend gewürdigt worden. Es bleibt festzuhalten, dass grundsätzlich TRIN-Werte unter 1 bullish und über 1 bearish sind. In einem Aufwärtstrend treten vermehrt TRIN-Werte unter 1 auf. Bei einem Abwärtstrend gibt es häufiger Werte über 1. Mit einer passenden Glättung des TRIN wäre es deshalb möglich, Kurswellen zu traden.

B1-SP-Swing

Bild 1: S&P500-Tages-Chart mit geglätteten TRIN-GDLs (10 und 15).

 

Das obere Bild 1 zeigt ein Handelssystem mit Swing-Trades im Trend. Als Trendfilter wird der GDL200 eingesetzt. Im Kurs-Chart ist der GDL200 als lila Linie eingezeichnet. Ein Long-Trade wird nur dann durchgeführt, wenn der Kurs sich über der GDL200 bewegt. Der TRIN-Indikator funktioniert hier als Crossover-System. Dazu wird der TRIN als einfacher GDL10 und GDL15 miteinander gekreuzt.

 

Seit 01.01.2010 hätte das Handelssystem folgendes Ergebnis erzielt:

45 Trades

Trefferquote: 60%

Payoff-Ratio = 1,74

Profit Faktor = 2,61

 

Payoff-Ratio = Durchschnittsgewinn / Durchschnittsverlust
Profit-Faktor = Summe der Einzelgewinne / Summe der Einzelverluste

Beachten Sie, dass die hohe Trefferquote bei einem Trendsystem nicht üblich ist. Die vergangenen Jahre waren allerdings sehr bullish. Ein Trendfilter, wie der GDL200, konnte dadurch viele Fehlsignale eliminieren. Hätte der Aktienmarkt weniger Trendstärke gezeigt, dann wäre der Kurs um den GDL200 gependelt. Weil grundsätzlich ein GDL200 nicht schnell reagieren kann, wären wahrscheinlich mehr Signale unterdrückt worden, und das Ergebnis wäre weniger überragend ausgefallen. Zumindest für den getesteten Zeitraum ist der Profitfaktor überragend.

 

  • Extremwerte des TRIN in Kombination mit einem Oszillator

Über die Glättung des TRIN sollte man sich genaue Gedanken machen. Je größer die Glättung ist, desto weniger Handelssignale gibt es. Ein ungeglätteter TRIN ist in Kombination mit einem Oszillator sehr zappelig. Da ein Oszillator sowieso ein reaktionsschneller Filter ist, kann eine leichte Glättung des TRIN Wunder bewirken.

Bei dem vorgestellten Handelssystem wird ein leicht geglätteter TRIN(4) mit dem bekannten Stochastik-Oszillator verknüpft. Die Handelsumsetzung könnte jedoch mit jedem beliebigen Oszillator umgesetzt werden. Denkbar wäre auch eine Kombination mit dem RSI (Relative Stärke Index nach Wilder).

Ziel sollte es immer sein, den Einstieg zu perfektionieren.

B2-SP-Stoch

Bild 2: Der TRIN in Kombination mit dem Stochastik-Oszillator

 

Die Stochastik ist ein guter Filter, um die TRIN-Signale umzusetzen. Das Bild zeigt die Stochastik-Fast (14-3) als Crossover-System zur Stochastik-Slow (14-3-5). Ein Long-Signal entsteht, wenn die Stochastik-Fast unter 20 ist und gleichzeitig der TRIN>1,3 anzeigt. In diesem System ist der TRIN mit 4 geglättet (TRIN4). Sobald der TRIN einen hohen Wert annimmt, entsteht eine kleine Erschöpfung der Verkäufer. So perfektioniert sich das Stochastik-Signal.

Der Ausstieg wird ausschließlich durch die Stochastik geregelt, in dem die Stochastik-Fast die Stochastik-Slow zur jeweiligen Gegenseite kreuzt. Bei einer offenen Position kann auch ein plötzlich umgedrehtes Handelssignal den Trade beenden.

Das Short-Signal entsteht auf umgedrehte Weise, in dem die Stochastik-Fast über 80 ist und der TRIN(4) unter 0,8 fällt.

 

Seit 01.01.2010 hätte das Handelssystem folgendes Ergebnis erzielt:

32 Trades

Trefferquote: 46,88%

Payoff-Ratio = 2,13

Profit Faktor = 1,88

 

Das Ergebnis ist beachtlich, denn man muss berücksichtigen, dass sich der Aktienmarkt im Betrachtungszeitraum in einem starken Aufwärtstrend befand. Die Handelssignale entstanden dann ohne Trendfilter, und damit auch gegen den Trend. Von den 32 Trades waren 17 Short-Trades. Das ist etwas mehr als die Hälfte. Hätte man zusätzlich mit einem Trendfilter gearbeitet, wäre das Handelsergebnis noch viel besser ausgefallen.

 

  • Im Trend kleine Rücksetzer handeln

Für solche Trend-Systeme werden oft zwei Gleitende Durchschnitte benutzt. Sie werden miteinander gekreuzt, und sind damit ein Trendfilter. Gröbste Fehlsignale werden so vermieden. Der bekannte MACD-Indikator hat mehr Funktionsvielfalt als zwei GDL. Deshalb scheint er bei einem Trendsystem eine gute Wahl zu sein.

B3-SP-MACD

Bild 3: Der TRIN(2) in Kombination mit dem MACD-Trendindikator

 

Bei diesem Handelssystem bietet der MACD(12-26-9) den roten Faden. Ein Trade wird nur dann eingegangen, wenn der MACD die Richtung auch anzeigt. Der Ausstieg aus einem Trade geschieht dann auch mit dem Überkreuzen des MACD zur entgegengesetzten Kursrichtung. Steht der MACD auf long, dann ist zum Auslösen des Trades ein TRIN von über 1,3 notwendig. Das ist praktisch eine kurzfristige Erschöpfung der Verkäufer.

Ein bearishes Signal entsteht mit dem MACD auf short, und dem Unterschreiten des TRIN-Wertes von 0,8. Bei diesem Handelssystem wird der TRIN überhaupt nicht, oder nur mit 2 geglättet. Das hat den Effekt, dass innerhalb einer Trendbewegung viele Handelssignale entstehen können.

 

Seit 01.01.2010 hätte das Handelssystem folgendes Ergebnis erzielt:

41 Trades

Trefferquote: 63,41%

Payoff-Ratio = 0,92

Profit Faktor = 1,60

 

Das Ergebnis ist leicht schwächer im Vergleich zu den obigen Handelsvarianten. Auffällig ist die hohe Trefferquote. Das dann im Gegenzug die Payoff-Ratio etwas schwächer ausfällt, ist nicht unüblich. Die Trefferquote und die Payoff-Ratio sind zwei Kennzahlen, die sich gegenseitig behindern. Steigert man die Trefferquote, dann fällt meistens die Payoff-Ratio, und umgedreht.

 

Das sollten Sie beim Systemhandel beachten:

Handelsstrategien mit dem TRIN kann man an verschiedene Marktrhythmen anpassen. Es gehört zum Handwerk des Traders dazu, dass er ein Handelssystem auswählt, das zum Marktrhythmus passt. Weil Märkte sich ständig ändern, ist das nicht immer eine leichte Übung. Viele Trader unternehmen deshalb regelmäßig Backtests, um das Handelssystem leicht zu verändern, und so die neuen Marktgegebenheiten zu berücksichtigen. Das kann man zwar nicht immer kritiklos empfehlen, doch jeder Trader sollte seine Handelssysteme so gut kennen, dass er Verantwortung diesbezüglich übernehmen kann.

 

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