Verleiht der Apple Streamingdienst der Aktie Auftrieb?

Apple startet am 30. Juni seinen neuen Musikstreamingdienst in etwa hundert Ländern. Für 9,99 Dollar im Monat haben die Nutzer dann Zugriff auf 30 Millionen Songs. Und schon jetzt verschlägt es der Konkurrenz fast die Sprache. Das Apple-Angebot wird der Konkurrenz das Leben schwer machen. So reagierte Daniel Ek, der Chef des Streamingdienstes Spotify, verblüfft. Er schrieb auf Twitter lediglich die Worte „Oh Ok“. Zwar löste er den Eintrag später wieder, aber seine Reaktion sagt viel über die Reaktion der Konkurrenz über die Ankündigung von Apple aus. Apple sorgt gerade für einige Unruhe in der Branche.

Streamingdienst und Apps

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck ist seit Jahren an den Finanzmärkten aktiv. Im Daytrading widmet er sich bevorzugt dem Forex-Handel, Aktien handelt er mittelfristig (Swing-Trading) mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de.
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Apple setzt auf kuratierte Inhalte, Quelle:Apple Music

Doch worauf können sich die Apple-Kunden in Zukunft freuen? Apple Music legt seinen Schwerpunkt auf kuratierte Inhalte. Das heißt, Musikexperten stellen Playlisten zusammen, damit die Nutzer leichter Musik ganz nach ihrem Geschmack finden. Dies erinnert ein wenig an das Konzept einiger Radiostationen, wenn sie ihren Hörern neue Alben und Song vorstellen. Apple Music wird also nicht nur die Top100 der Charts rauf und runter spielen.

Daneben wird es ein neues Live-Radio im Internet geben. „Beat One“ gestaltet mit DJs aus New York, Los Angeles und London ein 24-stündiges Programm. Neben Musik wird es auch Interview und ähnliche Inhalte geben.

Zudem wird auch Apps für iOS und Google-Smartphones geben. Im iOS wurden die notwendigen Funktionen bereits durch eine überarbeitete Version der Musik-App integriert. Die überarbeitete App wird pünktlich zum Start des Streamingdienstes ausgeliefert. Dabei erinnert vieles in der App an Funktionen, die schon von der Beats-Music-App bekannt sind. Für das Google Android wird es eine eigene Apple-Music-App geben, die im Herbst erscheinen wird.

Streamingdienst-Branche ankurbeln

Beat Electronics wurde von einem Jahr für drei Milliarden Dollar von Apple übernommen. Bereits damals gab es Gerüchte, wonach Apple besonders den Streamingdienst Beats Music im Visier hatte. Aber spätestens jetzt ist die Konkurrenz aufgeschreckt. Sony-Music-Chef Doug Morris sprach gar von einem „Wendepunkt“, der das Wachstum der gesamten Streaming-Branche ankurbeln werde. Schon der Marktführer Spotify konnte seit seiner Gründung 2006 60 Millionen Nutzer für sich gewinnen, 15 Millionen davon sind zahlende Nutzer.

Und auch Apple ist schon lange im Geschäft erfolgreich: 2014 verzeichnete das iTunes-Portal 800 Millionen Konten. Damit gibt es eine große Zahl potenzieller Streamingnutzer, die nun von Apples neuem Angebot profitieren werden. Selbstverständlich wird Apple, wie man es von dem US-Konzern gewohnt ist, sein neues Angebot entsprechend bewerben und Medien aus aller Welt werden berichten. Damit wird Apple nicht nur einige neue User locken, sondern dank Apple wird das Thema Musikstreaming bald weit oben auf der Tagesordnung stehen. Damit werden wohl auch andere Anbieter von einem möglichen Streaming-Trend profitieren.

Aufschwung für Apple-Aktie

Spotify machte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar 197 Millionen Euro Verlust. Und dennoch ist das schwedische Unternehmen bislang der unangefochtene Marktführer. Ums Geld verdienen geht es dagegen bei Apple mit seinem Streamingdienst nicht in erster Linie. Der iTunes Store und der App Store sind dafür da, um Kunden an die Plattformen des Unternehmens zu binden. Der Verkauf von Hardware-Produkten ist für Apple wesentlich profitabler.

Apple

Die Aktie könnte einen Aufwärtsschub ganz gut gebrauchen, Quelle:Tradingview.com

Erste Analysten wie Goldman Sachs geben nach aktuellen Aktienanalysen jedoch bereits eine Kaufempfehlung für die Apple-Aktie heraus. Nach der Ankündigung von Apple, seinen neuen Streamingdienst bald zu starten, kommt damit auch die Aktie des US-Unternehmens in Schwung. Experten bewerten den Apple-Music-Dienst als bedeutende Verbesserung gegenüber bereits bestehenden Angeboten. Zudem wurden die für Herbst angekündigten neuen Versionen von Mac OS, iOS und watchOS sehr positiv aufgenommen.

Die Zeichen für Apple stehen also nicht schlecht. Dennoch werden die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen von Apple Pay oder Apple Music bei der Gewinn- und Verlustrechnung nicht von allzu großer Bedeutung sein. Das für Herbst angekündigte neue iPhone wird ein weitaus bedeutenderes Ereignis für die Apple-Aktie. Wie in der Vergangenheit auch wird das neue iPhone den Margen zugute kommen. Dies spiegelt allerdings die Erwartungshaltung der Investoren nicht vollständig wider.

Eine überdurchschnittliche Kursentwicklung der Apple-Aktie wird dennoch erwartet. Vor allem die Erkenntnis, dass die neuesten Apple-Entwicklungen den technischen Vorsprung der Apple-Produkte weiter ausbauen, führt zu positiven Aussichten an den Finanzmärkten. Auch der Absatz der Smartphones wird die Prognosen weiter übertreffen. Damit steigt die Zuversicht in den Schätzungen für 2016, die über den Konsensprognosen liegt. Apple Music wird mit Sicherheit für weiteres Aufwärtspotenzial der Aktie sorgen.

Apple geht also zuversichtlich in die Zukunft. Apple Music kann die Aktie nach oben bringen, auch wenn der Musikdienst keinen bedeutenden Anteil am gesamten Unternehmensumsatz haben wird. Dennoch bringt er Apple neue Kunden und sorgt für positive Erwartungen bei Kunden und Anlegern.

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