Aktiendepot Kosten und Gebühren in der Übersicht

Für den erfolgreichen Trader ist die Kostenreduzierung ein wichtiges Mittel zum Erfolg. Obwohl die meisten Aktiendepots in der Eröffnung und Führung kostenlos sind, ergeben sich aus dem Handel und der Inanspruchnahme unterschiedlicher Service-Leistungen bestimmte Kosten. Inhaber eines flatex Aktiendepots können international investieren und sind dadurch unterschiedlichen Kosten ausgesetzt, die sich aus den Ordergebühren und den Börsengebühren des jeweilige Handelsplatz zusammensetzen.

Die Kosten optimal zu managen ist die Pflicht eines jeden ehrgeizigen Traders. Daher sollen an dieser Stelle alle wichtigen Kosten aufgeführt und detailliert erläutert werden.


Das Wichtigste zu Aktiendepotkosten in Kürze

  • Entstehen für Finanzdienstleistungen des Brokers
  • Entstehen durch den Handel an den Börsen selbst
  • Höhe der Kosten beeinflusst Rendite entscheidend
  • Je nach Anlageart und Finanzprodukt unterschiedliche Kosten
  • Vergleich der Kosten unerlässlich
  • Discount-Broker meist am günstigsten
  • Depotwechsel ohne Kosten

 Depotführungsgebühr:

Themenicon kostenDepotgebühren fallen nur noch bei einigen Brokern an, mindestens für das erste Jahr wird diese in der Regel nicht berechnet, wie unser Aktiendepot Vergleich zeigt. Grundsätzlich gilt, dass Anleger auf Broker verzichten sollten, die solche Gebühren immer noch erheben.

Transaktionskosten:

Die Transaktionskosten sind fester Bestandteil der Aktiendepot Gebühren. Bei der Courtage wird zwischen einer Flatrate, einer Mischkalkulation aus festem Mindestbetrag und einem prozentualen Satz sowie einer rein prozentualen Berechnung unterschieden. Für die rein prozentual vom Ordervolumen abhängige Courtage gelten jedoch Ober- und Untergrenzen. Die Flatrate berücksichtigt das Ordervolumen nicht, sondern ist ein fester Provisionssatz, der losgelöst von der Höhe der Transaktion berechnet wird.

Transaktionskosten im Ausland sind in der Regel deutlich höher als Courtagen für inländische Börsengeschäfte. Ausschlaggebend sind diese Kosten aber nur für Anleger, welche den Handel an Börsen außerhalb der Landesgrenzen bevorzugen. Dabei gilt eine Staffelung nach regionalen Bereichen.

Börsenkosten:

Dieser Betrag wird von der ausführenden Börse in Rechnung gestellt. Der Broker hat auf die Höhe dieser Kosten keinerlei Einfluss und verrechnet sie dem Kunden. Trotzdem ist es für die Anlageentscheidung wichtig, Informationen über die Höhe der Börsenkosten einzuholen. Gute und seriöse Broker sollten entsprechende Daten spätestens bei der Erstellung der Order angeben.

Echtzeitkurse:

Themenicon HandelsplattformDie meisten Banken verlangen ein Entgelt für die Bereitstellung von Echtzeitkursen. Einige Anbieter verzichten jedoch, abhängig vom Ordervolumen im Vormonat, auf diese Gebühr. Der Aufwand für Echtzeitkurse ist für den Intradayhandel in Bezug auf die Rendite eines Trades relevant.

Ausgabeaufschlag:

Die Höhe des Ausgabeaufschlages interessiert Anleger, welche überwiegend in Investmentfonds anlegen. Entfällt dieser oder ist mit entsprechenden Rabatten ausgestattet, ist dies ein Pluspunkt, da in diesem Fall die generellen Depotkosten gesenkt und die Nettorenditen erhöht werden.

Diese Übersicht macht deutlich, dass nicht alle Aufwendungen für alle Anleger gleichermaßen zutreffen. Der Vorteil bei einem Aktiendepot Kostenvergleich liegt darin, dass die entsprechend dem individuellen Anlageverhalten anfallenden Kosten sofort offen liegen.

Warum die Aktiendepotkosten so entscheidend sind – ein Rechenbeispiel

Themenicon TippsBesonders unerfahrene Trader vernachlässigen es, sich über die genauen Kostenstrukturen bei Brokern zu informieren. Dabei bereiten viele Unternehmen alle erforderlichen Daten hierzu übersichtlich auf. Welche gravierenden Auswirkungen die Kosten auf die Rendite haben, zeigt das folgende Rechenbeispiel. Berücksichtigt werden dabei nur solche Kosten, die vom Broker direkt beeinflusst werden können.

Verglichen werden zwei Broker, bei denen die identische Anlage getätigt wird.

KostenpunktBroker ABroker B
Depotführungsgebühr10 Euro pro MonatKeine
TransaktionskostenCourtage von 1 ProzentFlatrate für 600 Euro pro Jahr
EchtzeitkurseEntfälltEntfällt
Ausgabeaufschlag1 Prozent bei InvestmentfondsEntfällt

Welcher der beiden Broker günstiger ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Aufgrund der unterschiedlichen Modelle bei den Transaktionskosten, kommt es auf den individuellen Anleger an.

Angenommen, Anleger A ist ein professioneller Trader und führt jährlich 100 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 100.000 Euro durch. Er investiert dabei nur in Investmentfonds. Bei Broker A werden so Kosten von insgesamt 2.000 Euro zuzüglich 120 Euro Depotführungsgebühr fällig. Bei Broker B entstehen lediglich Kosten für die Flatrate in Höhe von 600 Euro. Es sei weiter angenommen, dass der Trader insgesamt Gewinne in Höhe von 5.000 Euro erzielt. Abzüglich der Kosten erhält der Anleger bei Broker A dadurch eine Rendite von 2,88 %. Bei Broker B hingegen liegt die Rendite bei stolzen 4,4 %.

Für einen Anleger B, der nur einmal pro Jahr eine Order über 10.000 Euro erstellt, ist hingegen Broker A profitabler. Hier zahlt er insgesamt 120 Euro Depotführungsgebühren zuzüglich 200 Euro für die Trades an sich. Bei ebenfalls 5 % Reingewinn ergibt das abzüglich der Kosten eine Rendite von 180 Euro bzw. 1,8 %. Bei Broker B hingegen übersteigen die Kosten den Gewinn um 100 Euro.

Das obige Beispiel ist natürlich vereinfacht, schließlich investieren Anleger in unterschiedlichste Finanzprodukte und können die genaue Anzahl der Trades nicht immer planen. Trotzdem offenbart das Rechenbeispiel einige wichtige Aspekte:

  • Den günstigsten Broker gibt es nicht
  • Die Rendite ist stark von den Aktiendepot Gebühren abhängig
  • Mitunter kann sogar ein Verlust erwirtschaftet werden, obwohl die Trades an sich erfolgreich waren
  • Ob die Kosten für ein Depot hoch sind, hängt immer vom individuellen Anleger ab
  • Neueinsteiger sollten die Anzahl ihrer Trades und die Investitionsart relativ genau planen
  • Die Aktiendepotkosten bei verschiedenen Anbietern sollten umfangreich miteinander verglichen werden.

Welche Broker sind besonders günstig?

Auch wenn nicht pauschal gesagt werden kann, welchen Broker Anleger bevorzugen sollten, so gibt es doch Unternehmen, die in fast allen Bereichen günstige Konditionen anbieten. Zu den günstigsten Brokern auf dem Markt zählen:

  • DAB Bank
  • Consorsbank
  • Lynx Broker
  • CapTrader
  • DEGIRO
  • Flatex
  • Sparkassen Broker

Zugleich bieten alle Unternehmen ein hohes Maß an Servicequalität. Die Einlagen bei den Unternehmen sind gesichert und die Kosten zu jederzeit einsehbar.

Gibt es Unterschiede bei den Aktiendepotkosten zwischen Online- und Offline-Anbietern?

Viele Broker arbeiten mittlerweile als reine Online-Unternehmen. Auch einige Banken, die Aktiendepots anbieten, wickeln Geschäfte nur noch im Internet ab. Für Trader hat das zwei große Vorteile:

  • Den Finanzdienstleistern entstehen deutlich geringere Kosten. Es wird kein Filialnetz benötigt und auch der generelle Verwaltungsaufwand ist gering. Diese günstigen Kosten wirken sich direkt auf die Aktiendepotkosten aus. Die Depots können im Vergleich zu stationären Brokern günstiger angeboten werden.
  • Auch dem Trader selbst entstehen geringere Aufwendungen. Diese beziehen sich auf die Zeit. Die Eröffnung eines Aktiendepots bei einem Online-Broker erfordert lediglich einen Internetzugang. Es muss keine Filiale aufgesucht und kein Termin mit einem Bankberater vereinbart werden.

Themenicon HandelsplattformAuf diese Entwicklung haben die meisten klassischen Offline-Anbieter allerdings reagiert – indem sie ebenfalls online tätig werden. So können etwa auch Sparkassen dank der Zusammenarbeit im Verbund niedrige Aktiendepotkosten realisieren.

Grundsätzlich sind die Aktiendepotkosten im Online-Bereich also deutlich günstiger. Klassische Offline-Anbieter gibt es allerdings ohnehin nur noch wenige.

Ein Vergleich der Aktiendepotkosten – in X Schritten mehr Rendite erzielen

Anleger müssen die Kosten bei Brokern vergleichen, bevor mit dem Handeln begonnen wird. Es empfiehlt sich dabei, folgende X Schritte durchzuführen.

  1. Trading-Profil erarbeiten
    Zunächst müssen sich Anleger klar machen, womit überhaupt gehandelt werden soll. Die Kosten für Aktien, Anleihen, Währungsgeschäfte oder den Handel mit binären Optionen unterscheiden sich stark. Ein Broker, der etwa besonders günstige Konditionen für Investmentfonds anbietet, muss deshalb nicht gleichzeitig auch im Bereich binäre Optionen günstig sein.
  2. Wie oft und in welcher Höhe wird gehandelt?
    Bei vielen Brokern gibt es Rabatte, wenn Orders ein bestimmtes Volumen übersteigen. Professionelle Trader können zudem auf Flatrate-Modelle zurückgreifen, die sich lohnen, wenn eine bestimmte Mindestanzahl an Trades pro Monat überschritten wird. Die Daten können im Voraus allerdings nicht genau geschätzt werden. Es empfiehlt sich daher, drei oder vier verschiedene Szenarien aufzustellen.
  3. Vergleichsrechner nutzen
    Seriöse Broker legen ihre Kostenstrukturen detailliert offen. Auch nicht registrierte Nutzer können direkt einsehen, wofür und in welcher Höhe die Unternehmen Entgelte verlangen. Trotzdem kann manuell kein umfangreicher Vergleich von Brokern durchgeführt werden, zu viele Broker sind mittlerweile am Markt. Anleger sollten daher einen kostenlosen Vergleichsrechner nutzen, um die besten Konditionen zu finden. Dazu werden lediglich die in Schritt 1 und 2 aufgestellten Daten benötigt. Seriöse Vergleichsrechner verlangen niemals nach der Eingabe von persönlichen Angaben. Der Vergleich erfolgt vollkommen anonym.
  4. Trading-Profil überprüfenDas persönliche Anlageprofil kann sich schon innerhalb weniger Monate stark verändern. Gehaltserhöhungen, Erbschaften oder Anlageverluste können dazu führen, dass in andere Finanzprodukte investiert wird. Mindestens einmal pro Jahr sollten Trader ihr persönliches Trading-Profil daher überprüfen. Hat sich dieses im Vergleich zum Anfang bzw. der letzten Überprüfung stark verändert, so sollte der Broker unter Umständen gewechselt werden.

Diese Kosten entstehen beim Wechsel des Brokers

Themenicon kostenErgibt die Überprüfung des Trading-Profils oder ein erneuter Vergleich der Kosten, dass der Broker gewechselt werden sollte, so ist das ohne Probleme möglich. Der Bundesgerichtshof hat bereits im Jahr 2004 entschieden, dass für das Aktiendepot umziehen keine Kosten anfallen dürfen. Der Grund hierfür ist das sogenannte Gebührenverbot. Dieses besagt, dass die Bank bei der Herausgabe der Wertpapiere lediglich ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommt, da die Wertpapiere im Auftrag des Kunden verwaltet wurden. Viele Banken und Finanzdienstleister bieten Neukunden sogar Wechselprämien an. Das kann den neuen Broker in doppelter Hinsicht attraktiv machen.

Nicht geregelt ist hingegen, wie lange die Übertragung der Wertpapiere dauern darf. In der Praxis ist der Wechsel aber meist innerhalb eines Monats vollzogen. Trotzdem müssen Anleger beachten, dass während der Wechselperiode keine Trades möglich sind. Das kann mitunter zu Gewinneinbußen führen.

Der Wechsel selbst wird über ein einfaches Formular beantragt. Zuvor muss allerdings das neue Depot eröffnet worden sein.

Ein Wechsel ist also immer dann lohnenswert, wenn der neue Broker günstiger ist als der vorherige, da keine Wechselkosten entstehen.

Fazit

Themenicon ErfahrungsberichtDie Aktiendepotkosten sind ein wichtiger Bestandteil der Rendite. Steigen die Kosten für ein Depot um einen Prozentpunkt, sinkt die Rendite direkt um eben dieses Prozent. Die Aktiendepotkosten entstehen sowohl für die Erstellung von Orders als auch deren Ausführung an den Börsen. Zudem kann es laufende Kosten für die bloße Führung des Depots geben.

Es ist nicht direkt ersichtlich, welcher Broker wirklich die besten Aktiendepotkosten anbietet. Abhängig ist das vor allem vom individuellen Trading-Profil der Anleger. Dieses kann in groben Zügen jedoch schnell erarbeitet werden und bildet die Grundlage für einen umfangreichen und zugleich unkomplizierten Online-Vergleich. Aufgrund des hohen Einflusses der Aktiendepotkosten auf die Rendite sollte das persönliche Trading-Profil in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

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